Dienstag, 7. Februar 2012

Auf den Spuren der Goldgräber im ‚Central Otago‘, bezaubert im Fjordland und Eiskrackseln im Duschungel...


Am 10.01. ging es zunächst nach Wanka zu Hannah, einer Schottin, die ich in Porters kennen gelernt hatte. Sie arbeitet derzeit dort als Kellnerin in einem Hotel bis sie Anfang Februar zu ihrem Freund nach Schweden fliegt, der dort als Funpark Bauer arbeitet, um die letzten Wintertage zu genießen. Als ich abends in der WG ankam gab es zur Begrüßung ein deftiges Dinner mit Rippchen, Backkartoffeln und Kürbis. Sehr lecker. Ich hatte mein eigenes Zimmer, mit Queensize Bett, Internet und allem was man braucht. Ich sollte mich wie zu Hause fühlen. Nach dem Essen ging es an die Uferpromenade des Lake Wanaka um ein beliebtes Berry Cider (Beeren-Most) zu genießen, wo ich prompt von ihrem Mitbewohner eingeladen wurde. Am nächsten Tag wollten wir wandern gehen, aber wir hatten die Rechnung nicht mit den neuseeländischen Zufahrtsstraßen in die Bergregionen gemacht. Nachdem der Asphalt aufhörte begann eine dermaßen holprige Schotterstraße, auf der man gerade einmal Schrittgeschwindigkeit fahren konnte. Nur die großen Allradfahrzeuge heizten an einem vorbei und ließen einen in einer dichten Staubwolke zurück. Im Van klapperte alles, was nur klappern kann, und uns kamen reihenweise Fahrzeuge entgegen, die aufgegeben hatten, die 11km zum Startpunkt des bekannten Rob Roy Gletscher Walks zu meistern. Auch wir kehrten nach schier endlosen 5km sinnloser Holperei wieder um. Und wie es der Zufall wollte kam uns kurz vor Beginn der wieder Asphaltierten Strecke ein Traktor entgegegn, der begonnen hatte, den Weg zu sanieren. Zu späääät.. Wir fuhren weiter… schließlich gibt es nicht nur den einen Wanderweg. Wie ihr den Bildern entnehmen könnt sind wir dann den Diamond Lakes Walk auf die Rocky Mountains gegangen, mit herrlichen Aussichten auf Wanaka. Abends ging es vom Peer mit einem beherzten Sprung in den überraschender Weise gar nicht allzu kalten See. Herrlich!
Am nächsten Tag stand ein Kanu Trip auf dem Plan. Die Kanus dafür konnte Hannah kostenlos von ihrem Hotel mieten und so sind wir gemütlich zu der Insel im See gepaddelt. Die Erkundung der Gegend ging danach mit dem Rad weiter, bis wir gegen Abend den Hausberg Wankas, den Mt. Iron, bestiegen (sieht aus wie ein riesen Bügeleisen) und auf dem Rückweg in der Puzzling World einkehrten. Nachdem unsere Beine und Arme schon recht beansprucht waren, kamen hier nun unsere Gehirne bei verschiedensten Geduldsspielen zum Zuge. Die Abende verbrachten wir bei gemeinsamen Kochen mit Freunden, DVD schauen und erzählen. Da ich als Nächstes vor hatte mir den Milford Sound endlich anzuschauen, wollte ich auch schönes Wetter dafür haben. Aber die folgenden Tage zeigten Regen, und deshalb blieb ich noch einen Tag länger als geplant, sah mir faul die Filme zu den ‚Sex and the City‘ an und machte lange Spaziergänge am See.

Mein Weg führte mich erneut nach Queenstown, wo ich diesmal, dank meiner letzten Erkundungen hier, einen guten Übernachtungsplatz direkt am See wusste. Zuvor ging es aber noch über die Goldgräberstädte Cromwell und das tolle Arrowtown. An der Kawarau Bridge, dem Ort an dem das Bungee Jumping erfunden wurde, schaute ich den Mutigen Springern über die Schulter, und dachte so bei mir: Das wäre nichts für mich... Am nächsten Tag machte ich dann mit dem Rad die Kelvinpeninsula bei Queenstown unsicher und genoss die Sonne am Lake, vor der grandiosen Kulisse des steilen Remarkables Gebirges.

In Te Anau, dem Tor zum Milford Sound, nahm ich mir diesmal etwas länger Zeit, um das Städtchen am gleichnamigen See besser kennen zu lernen. Es hat unter anderem ein hübsches Kino, indem ich mir den Film über Milford anschaute. Nachdem ich von einem DOC-Mitarbeiter am Abend zuvor, freundlich darauf hingewiesen wurde, dass ich nicht an meiner Stelle in der Stadt übernachten darf, habe ich eine gute Nacht auf einem kostenlosen Campingplatz ganz in der Näher verbracht. Am Morgen war ich ein bisschen traurig, denn die Sonne wollte noch immer nicht so richtig scheinen. Nichts desto Trotz ging es auf die 120km lange Fahrt zum Sound. Die Strecke allein ist fantastisch! Berge ragen fast senkrecht in den Himmel und Wasserfälle kommen aus allen Ritzen. Da es die Tage vorher soviel geregnet hatte, waren es unbeschreiblich viele temporäre Fälle, die man sonst, wenn es lange schön ist, gar nicht sehen würde. Und es kam noch besser... die Sonne kam heraus und die Gipfel waren sogar schneebedeckt! Aber seht selbst... hier ist ein klassisches Beispiel dafür, dass man manchmal so schönen Erlebnisse gar nicht richtig in Fotos festhalten kann. Ich hab mein bestes versucht! Die anschließende Bootsfahrt auf dem Sound hinaus aufs Meer, im Abendlicht, mit vielen Seerobben und fantastischen Wasserfällen hat dem ganzen Tag noch die Krone aufgesetzt.

Aus Milford Sound & Gletscher

Nach einer weiteren Nacht in Te Anau, in der ich erst einmal die wundervollen Eindrücke verdauen konnte, bin ich zurück über Queenstown und Wanaka zum Haast Pass gefahren. Er ist einer der 3 Southern Alps Überquerungen, und sollte mich vom trockenen und heißen Central Otago, an die grüne, und immer feuchte Westküste bringen. Auch auf dieser Tour plante ich wieder viele kleine Wanderungen ein. U.a. ging es zu den fantastischen Blue Pools, an denen gerade Fotos für neue Werbeplakate entstanden. Als ich endlich nach unendlicher Fahrzeit durchs Niemandsland die längste 2 spurige Brücke NZ'S über den Haast River, an der Westküste erreicht hatte, war ich froh wieder ein paar Häuser zu sehen. Es ist so einsam in der Gegend... kein Handyempfang und Benzin für knapp 240km. Aber ich hatte mich zu früh gefreut. Nach dem kleinen Dörfchen Haast kam wieder lange Zeit Nichts. Da mich so und so die mießen Sandflys zerstachen, wenn ich einen Moment aus dem Auto gekrochen bin, bin ich direkt zum Fox Gletscher durchgefahren. Hier erwartete mich am frühen Morgen ein fantastsicher Ausblick auf den Gletscher von meinem Campingplatz aus. Ich stand ganz früh auf, um die noch windstille Luft am Lake Matheson auszunutzen, und fabelhafte Spiegelungen des Mt. Cook (höchsten Berges NZ's)und des Mt. Tasman zu beobachten. Dann ging es zu Fuß an den Gletscherrand. Etwa 25km weiter nahm ich dann an einer geführten Gletschertour auf dem Franz Joseph Glacier teil. Der Wahnsinn!

So dass solls erst einmal gewesen sein...
Viel Spaß beim Lesen! Mitlerweile war ich auch schon in Nelson, der Golden Bay, Farewell Spit, den Marlborough Sounds und bin mit der Fähre auf die Nordinsel übergesetzt. Aber darüber erfahrt ihr im nächsten Blog! ;-)

See ya... eure Elle