Seid dabei, während ich den großen Sprung wage... "Der kürzeste Weg zu sich selbst führt um die Welt herum."
Freitag, 23. Dezember 2011
Frohe Weihnachten!
Ich wünsche euch frohe Weihnachten und einen guten Rutsch ins neue Jahr!
Ich vermiss euch und denk an euch alle!
Ich feiere Weihnachten und Silvester, an letzterem arbeite ich im Restaurant, in Christchurch. Hoffentlich lassen die Erdbeben, die seit heute wieder mit großen Erschütterungen angefangen haben (5,5 und 6,0), bald wieder nach. Ansonsten ist alles geschlossen und ich kann nicht arbeiten gehen. Aber allen geht es gut und das ist die Hauptsache!
Küsschen
Elle
Sonntag, 18. Dezember 2011
da wo die Möwen um die 4000er kreisen...
Hallo liebe daheim Gebliebenen!
Von Anfang Oktober bis Mitte November machte ich mich auf Entdeckungstour durch den Süden der Südinsel. Ich war doch schon sehr aufgeregt, denn es sollte alleine losgehen. Aber wie es der Zufall wollte, habe ich einen Tag vor meinem Aufbruch eine SMS von Saskia, der dt. Freundin, mit der ich in Porters gearbeitet habe, erhalten, mit der Anfrage, ob ich mir sie als Reisegefährtin vorstellen könnte. Wir hatten einen Tag vorher das Viertelfinale der Rugby WM zusammen in einem Pub angeschaut und unsere Pläne für die nächsten Wochen besprochen. Sie wollte ursprünglich tags darauf mit ihrer Arbeit auf einem Wein Yard beginnen, und dort bis Weihnachten arbeiten. Sie kam durch meine Reisepläne so ins Wanken und Schwärmen, dass sie kurzerhand am Tag des Starts ihrer Arbeit dort absagte, und wir nun zu 2. loszogen.
Ich hatte keine festen Reispläne. Meine Absicht war es, mich treiben zu lassen. So war mir bis dahin nur klar, dass ich an der Ostküste gegen Süden der Südinsel und an der Westküste oder evtl. auch in der Mitter wieder Richtung Norden wollte. Welche Orte dabei wie lang aufgesucht wurden, entschied ich meist spontan und nach Lage des Wetters. Saskia, die schon einige Kurztrips für sich selbst unternommen hatte, war mit der Art des Reisens einverstanden, und kam auch damit klar, dass ich die meiste Zeit Freedom Campen wollte. Da ich mit meiner Biene mein kleines Haus mit mir mitführte, dem nur ein Klo und eine Dusche fehlte, ja aber sonst alles zu bieten hatte, musste nur dann und wann eine Reinigungsgelegenheit aufgesucht werden… ;-) Ich weiß gar nicht, wie es andere Backpacker finanzieren können, jeden Tag auf einem Campingplatz oder in einem Hostel zu übernachten. Für mich war von Anfang an klar, dass ich da übernachten wollte, wo es mir gefällt und wo es nix kostet. Das war nicht immer einfach, zumal es oft schwierig war etwas Passendes zu finden (steht man an gekennzeichneten Stellen, wo das „frei-stehen“ (=Freedom Camping) verboten ist, und man wird erwischt, darf man seit 4 Monaten $200 Strafe zahlen) und auch manchmal ganz schön aufregend, aber es hat funktioniert. So viel vorneweg: ich habe nur 2x etwas fürs Übernachten bezahlt: in Queenstown $15, um auf dem Parkplatz des Hostels stehen zu dürfen, und um die Dusche und den Whirlpool benutzen zu können, und in Mt. Cook, da ich dort auf einem Zeltplatz war, weil meine Freunde im Zelt geschlafen haben. Die andere Zeit (über 4 Wochen) habe ich nichts bezahlt…
Es regnete sehr als wir tags darauf losfuhren. Und die erste Nacht war nicht der perfekte Einstieg ins Camper Leben. Wir suchten gefühlte Ewigkeiten nach einem Schlafplatz und als wir dann einen gefunden hatten, war es so laut im Bus, da der Regen die ganze Zeit aufs Dach trommelte. Am nächsten Tag lachte zum Glück die Sonne wieder und wir erkundeten den kleinen Ort Geraldine, mit seiner leckeren Marmeladenfabrik, dem weltgrößten, selbstgestrickten Pulli und seiner Wanderwege. Am selben Tag ging es weiter nach Timaru, ans Meer. Hier war es so stürmisch, dass wir auf dem Küstenwanderweg aufpassen mussten nicht vom Weg geweht zu werden. Timaru hat neben einem schönen Park auch imposante Kirchen zu bieten, die aber selbst hier, 150km weit weg von Christchurch, durch das Erdbeben einigen Schaden davon getragen haben. Wir verbrachten eine Nacht hier, mit toller Aussicht aufs Meer und auf den Hafen und fuhren am nächsten Tag weiter nach Lake Tekapo, in die Berge. Der Weg dorthin war toll. Man fuhr vom Meer über grüne Felder, voll mit Kühen und Schafen, vorbei an gelben Rapsfeldern in das Mackenzie Land, was mit seinen braunen, trockenen Tussok Gras und seiner spiegelglatten Weite imponierte. Je höher man auf diesen Alpenvorland kam desto bizarrer und einsamer wurde es. In Lake Tekapo angekommen, fühlte ich mich zurück versetzt in ein kleines, völlig auf Tourismus ausgerichtetes Alpendörfchen. Es lagen etwa 10cm Schnee, es war warm, aber es ging ein kalter Wind. Der türkisblaue, von früheren Gletschern geschaffene See lag sehr malerisch am Fuße der weißen Berge und ich fühlte mich sehr wohl hier. Wir blieben einige Tage und unternahmen u.a. eine Wanderung auf den angrenzenden Berg Mt. John, lagen faul in den Hot Pools am Uferrand (war ganz praktisch, da wir hier auch mal wieder zu einer Dusche kamen ;-)) und schauten uns das Halbfinale der Rugby WM im Pub an.
Wir fuhren schließlich weiter zum Lake Pukaki, der am Fuße des höchsten Berges des Landes liegt, dem Mt. Cook, um uns dort mit meinen Freunden aus Christchurch zum Klettern zu treffen. Auf dem Weg dorthin kamen wir an einem angestauten Fluss vorbei, in dem man fleißig Lachse angeln konnte, und ich richtig Lust bekam meine Angel auszuprobieren. Leider braucht man, wenn man nicht im Meer fischt, eine Angelgenehmigung, die ich nur im nächstgrößeren Ort, 100km weit weg, erwerben konnte. Nix war es mit frisch gefangenen und lecker gegrillten Fisch zum Abendbrot =(. Der Weg zum Mt. Cook Village erschien endlos, da man über 55km am Ufer des ebenfalls türkisfarbenen Lake Pukaki entlang geführt wird, den majestätischen Berg immer in Sichtweite. Dafür wurden wir mit fantastischer Kulisse entlohnt. Das kleine Dörfchen liegt direkt am Fuße eines gletscherartigen Berges, in der Ferne konnte man immer wieder das Donnern von Lawinen hören, die ausgelöst von der Schneeschmelze ein eigenartiges Gefühl verbreiteten. Der Weg hier her ist ein gutes Beispiel für das „Denken, man ist allein auf weiter Flur“ und ist es aber doch nicht. So zum Beispiel hielten wir an tollen Aussichtpunkten am Ufer des Sees und machten es uns in unseren Campingstühlen bequem-keine Seele weit und breit. Bis dann auf einmal ein Auto kommt.. Deutsche, machen Bilder vom Mt. Cook der sich im Wasser spiegelt und fahren weiter. 5min später kommt ein ganzer Bus mit Japanern. Alle steigen aus, umringen dich mit ihren Kameras, machen Fotos vom Berg UND von dir und laufen wie die Ameisen umher. Die Idylle ist dahin…
Wir verbrachten 3 wunderschöne, sonnige Tage am Fuße des Mt. Cook, gingen mehrfach Klettern und auf eine Erkundungstour zum größten Gletscher des Landes, dem Tasman Gletscher, der sich grau und recht dreckig vor uns ausbreitete. Hier kam ich zum ersten Mal in meinem Leben in den Genuss eines Multipitch-Climbs. D.h. wir sind zu dritt über mehrere Stopps über 100m hochgeklettert. Einer muss immer im Vorstieg gehen und dann warten und sichern, bis alle anderen da sind und dann geht es weiter hoch. Belohnt wurde die Klettertour neben einer atemberaubenden Aussicht mit einem Scotch und einer Zigarre am Gipfel. Danach hatten wir alle Hände voll zu tun um in den 60km entfernten Ort … zu kommen, um auf einer großen Leinwand auf dem Marktplatz der Stadt das Finale der Rugby WM zu sehen und den All Blacks (Neuseeland) die Daumen zu drücken. Wir kamen genau 5min vor Spielanpfiff dort an und hatten gerade noch Zeit um uns mit Pies und Bier einzudecken. Leider war das Finale eine Zitterangelegenheit, da die All Blacks gegen Frankreich nicht ihre gewohnte Stärke zeigten und am Ende mit 8:7 Punkten gewannen. So feierte jeder am Ende ausgelassen. Nicht auszudenken, was gewesen wäre, wenn „wir“ verloren hätten… die Neuseeländer haben das Final extra, so schien es, auf einen Tag vor einen öffentlichen Feiertag gelegt, so dass sie wirklich alle ausgiebig feiern konnten.
Schlechtes, sehr stürmisches und regnerisches Wetter vertrieb uns von dem Gletschergebiet, in dem ich gerne noch so viele Wanderungen unternommen hätte. Ich hoffe ganz sehr, dass ich noch einmal hier her komme und weiter auf Entdeckungstour gehen kann. Meine Freunde fuhren zurück nach Christchurch und wir suchten Unterschlupf an einem weiteren See, dem Lake Ohau. Hier war es aber so stürmisch, dass wir 2x Mal den Stellplatz meiner Biene wechselten, da wir Angst hatten der Wind weht sie davon. Wir mussten sogar die Kochtöpfe auf dem Herd in der Biene festhalten, weil wir so hin und her geschaukelt wurden. Da das Wetter nicht besser zu werden schien haben wir uns entschlossen weiter ans Meer nach Oamaru zu fahren, in einer Stadt kann man immer noch mehr unternehmen, wenn es ekliges Wetter hat. Die Stadt erinnerte an eine Amerikanische Western Stadt und das Zentrum war fast generell aus dem weißen Oamaru Kalkstein erbaut. Hier kam ich in den Genuss die seltenste Pinguinart, die Gelbaugen Pinguine, in freier Wildbahn zu beobachten. Es sieht fantastisch aus, wenn die recht großen Tiere aus der Gischt ans Land watscheln. Und ich stand vielleicht 2m weit weg von Einem und konnte direkt in die wirklich strahlend gelben Augen schauen. Ein bisschen später am Abend ging es noch zu einer Kolonie von Blauen Pinguinen, die die kleinsten Pinguine der Welt darstellen. Sie kommen in kleinen Gruppen an Land, wenn es schon dunkel ist. Man kann sie von weitem im Meer hören und sieht dann einen schwarzen Scharm, relativ schnell an Land schwimmen. Sie machen einen ganz schönen Krach und riechen auch nach Fisch. Aber es war ein unvergessliches Erlebnis die Tier so in freier Wildbahn zu erleben.
Am nächsten Morgen ging es in aller Frühe, bei tollem Sonnenaufgang zu den bekannten Moreaki Boulders. Das sind runde Steinkugeln am Strand, die sich Jahrtausende vorher um eine Muschel oder Knochen oder Ähnliches entwickelt haben. Die Maori haben natürlich ihre eigene Geschichte…
Zurück in Oamaru trafen wir Fabian, einen Deutschen aus Gera, der im Skigebiet Mt. Hutt gearbeitet, und zufällig mit Saskia Ernährungswissenschaften in Dortmund studiert hatte. Kurzerhand entschied er sich eine kurze Strecke mit uns zu Reisen. Wir verließen das künstlerisch angehauchte Oamaru und fuhren weiter auf einer tollen Küstenstraße nach Dunedin. Saskias und mein Weg führte uns direkt auf die Otago Peninsula, wo wir einen wunderbaren Stellplatz an der Sandfly Bay mit einem traumhaften Sonnenuntergang ergatterten.
Die Otago Halbinsel bei Dunedin ist wunderbar. Man fährt auf kurvigen Straßen direkt am Meer oder auf der Passstraße. Hier kann man das einzige Schloss, das Larnach Castle, besuchen, was natürlich hoch auf meiner Liste stand. Jedoch wollten sie doch tatsächlich $27 Eintritt, da es in Privatbesitz ist. Also drehte ich wieder um und war traurig. Schließlich entschied ich mich das Schloss irgendwie zu Gesicht zu bekommen, und machte mich zu Fuß auf den Weg, auf geheime Mission. Ich kam mir vor wie ein Dieb.. durch Schafweiden, verfolgt und attackiert von einer verärgerten, elsterartigen Vogeldame, die mich anscheinend als Eindringling in ihr Brutgebiet betrachtete, durch Dornengestrüpp einen Abhang hinauf, über Stacheldrahtzaun, der mir ein tolles Loch in meinen neuen The North Face Pulli zauberte, erkämpfte ich mir allein (Saskia wollte nicht erwischt werden) den Weg in den Schlossgarten. Ich schaffte es durch die tolle Gartenanlage vors Schloss zu kommen. Da stand ich nun, machte ein Paar Bilder, und verschwand dann wieder auf leisen Sohlen. Aber ich hatte es gesehen!!! Hu.. war ich stolz auf mich! *frechgrins*
Unser Weg auf der Peninsula führte uns weiter zum östlichsten Punkt der Halbinsel, Taiarora Head, und dem Albatros Zentrum. Es war ganz leicht die Vögel von den tausenden Möwen zu unterscheiden. Sie sind echt riesig. Die Brutkolonie hier, stellt die einzige Kolonie auf dem Festland dar. Bei einem kleinen Spaziergang konnten wir, wie öfters in letzter Zeit, Robben beim Tummeln zusehen. Es gibt hier so viel zu sehen… ich kann gar nicht alles aufzählen.
Danach ging es zurück in die Stadt Dunedin, wo wir uns mit Fabian, der dort Couchsurfte (man schläft auf der Couch von Fremden und muss nichts bezahlen) treffen wollten. Wir benötigten mal wieder eine Dusche und hatten vor uns im städtischen Freibad einen schönen Abend zu machen. Da wir noch auf der Suche nach einem guten Stellplatz in der Stadt waren, lud er uns ein, die Biene in die Einfahrt seines Couchsurfers zu stellen. So hatten wir durch Glück einen Stellplatz mitten im Stadtzentrum, mit Dusche und WC, und haben nebenbei Marc, einen Schweizer, der in Neuseeland Meeresbiologie studiert und seine Mitbewohner, lauter verrückte Fahrradfahrer, kennen dürfen. Marc ist selbst ein Weltenbummler, er ist vor ein paar Jahren mit einem Van, so wie meine Biene, von der Schweiz nach Südafrika gefahren-nur einmal hat er dabei am Roten Meer eine Fähre benutzt. Die lustige Truppe hat uns freudig Tipps für die Stadt gegeben und ist abends mit uns weggegangen.
Nach einer Woche in Dunedin, einer Stadt mit über einem 5tel Studenten, die sehr gerne feiern gehen und die die Stadt sehr lebendig, multikulturell und künstlerisch anhauchen, und wo es allerlei zu sehen gab (steilste Wohnstraße der Welt, Rhododendron Festival, Tunnel Beach, der schönste Bahnhof der Welt…) sind wir weiter in die Cattlins gefahren, was das Gebiet von Dunedin bis hin zur Südspitze der Südinsel, mit sehr grünen, hügeligen Landschaftsformen darstellt.
Hier gab es den wunderschönen Nugget Point mit seinem Leuchtturm und Seerobben zu sehen, den ich nach einer etwa 1h Kletterparty vom höchsten Punkt dort beobachten konnte. Es ging weiter über mehrere kleine Buchten in der sich seltene Seelöwen Arten tummelten. Die schlafen ganz gemütlich am Strand (auch wenn bellende Hunde vorbei jagen), heben dann und wann mal den Kopf, zeigen ihre Zähne worauf du davon rennen willst, legen sich aber meist faul wieder in den Sand, und schaufeln sich mit Sand zu. Vermeiden sollte man schlechte Witze in der Nähe der Riesen. „Du stinkst ganz schön nach Fisch Kumpel!“, und prompt furzt der Koloss, und es stinkt nicht nur ein bisschen. =) Es gibt dort so viel zu sehen, entnehmt es doch einfach den Bildern… Wir haben uns auch den südlichsten Punkt der Südinsel, den Slope Point, gewagt. Hier stürmte wieder so sehr, dass man richtig nach vorne gebeugt laufen musste, und die Beine einem verweht wurden. Danach begann eine Zitterpartie, ob wir die nächste größerer Stadt erreichen, in der man Benzin kaufen kann. Eine Tankstelle in der Prärie hatte geschlossen und wir mussten eine gefühlte Ewigkeit mit der netten roten Lampe der Benzinanzeige fahren, haben meinen 5 Liter Reservekanister bis auf den letzten Tropfen aufgebraucht und den Inhalt mit einer kleinen Teekanne, da wir mit dem normalen Rohr für den Kanister nicht um die Ecke kamen und so einen Liter kostbaren Treibstoff verschwendet hätten, in die durstige Biene gefüllt. Als wir dann kurz vor Invercargill eine geschlossene Tankstelle entdeckten hielten wir und suchten nach dem Besitzer. In einem Shop fragten wir wo denn der Tankstellenwirt wohnt und etwas unfreundlich wurden wir darauf hingewiesen, dass es das Haus hinter der Tankstelle ist. Nach dem Motto: Wo sonst? Ich meine es ist ja auch in Deutschland üblich, dass der Tankstellenwirt direkt neben seiner Shell, BP usw. wohnt, ne?! ;-) Jedenfalls haben wir an die dessen Tür geklopft und der gute Mann hat uns die Tankstelle aufgesperrt und ein paar Liter aufgefüllt, mit denen wir schließlich nach Invercargill fahren konnten.
Diese Stadt ist wirklich nicht mein Geschmack gewesen. Nach amerikanischen Vorbild sind alle Straßen nach Schachbrettmustern angelegt, das sonst kostenlose Internet in der Bibliothek kostete $2 pro halbe Stunde, das Wetter war schlecht. Nach nur einer Nacht ging es weiter nach Bluff, von wo man bei gutem Wetter die große Insel Stuart Island sehen kann. Leider konnte ich sie nur erahnen. Saskia bemerkte hier ebenfalls bei einem Blick auf ihr Konto, dass sie nur noch wenig Geld hatte, und beschloss von Invercargill aus mit dem Bus zurück nach Christchurch zu ihrem Freund zu fahren, und zu Arbeiten. Also fuhr ich den nächsten Tag alleine weiter Richtung Te Anau und den Milford Sound. Leider war das Wetter immer noch schlecht. Nass, kalt, Regen. Ich entschloss mich auf dem Weg einen 30km langen Abstecher über größtenteils Schotterpiste zum tiefsten See, dem Lake Hauroko, zu machen. Dort angekommen gab es wirklich nichts. Die Straße endete direkt vorm dem See im Urwald. Ich beschloss einen kleinen Trek zu gehen, somal ich schon den ganzen Weg, teilweise durch Schnee, hierhergefahren war. Ich fühlte ich mich so richtig einsam, überlegte bei jedem Schritt, was wohl passieren würde wenn ich mir jetzt den Fuß brechen würde, nicht mehr weiter laufen könnte oder eine wild gewordene Maorie Kolonie es auf mich abgesehen hätte. Ich hätte nicht mal per Telefon um Hilfe rufen können, da kein Empfang war. Also ging ich den Trek der für eine Stunde ausgeschildert war, sehr sehr schnell und war nach einer halben Stunde wieder bei der Biene und fuhr weiter. Leider war das Wetter immer noch so schlecht, dass ich mich in Te Anua entschied nicht die 150km zum Milford Sound hinauf zu fahren, sondern gleich weiter nach Queenstown, um mich hier mit Fabian, den wir in Dunedin verabschiedet hatten, zu treffen.
Queenstown war das gesamte Gegenteil von meiner letzten Woche. So viele Menschen und Autos! Ich war ganz schön gestresst. Aber zum Glück hatte Fabian ein tolles Hostel gefunden, in der ich mit der Biene auf dem Parkplatz stehen konnte. Nach einem ganzen Tag Autofahren, geriet ich nun direkt in die laute Partywelt. Freunde von Fabian feierten Geburtstag und kaum aus dem Auto raus ging es los in die Partymeile, von Kneipe zu Kneipe. Und hier steppt echt der Bär! Am nächsten Tag erklomm ich mit ihm den Hausberg und erhielt somit eine fabelhafte Aussicht auf die Adrenalinstadt. Das war ein Spießrutenlauf: so viele Downhill Mountainbiker, Paraglider, Swing (per Stahlseil über Schluchten) Teilnehmer.
Wow-so stellte ich mir die Adrenalin Hauptstadt vor. Ein Surfer Pärchen, was wir im Hostel kennen gelernt hatten verriet uns, dass man keine Tickets an der Bergstation der Gondula checkt, woraufhin wir still und leise mit dieser wieder nach unten in die Stadt fuhren, vorbei an den Bungee-Jumpern, und sparten $20. In den nächsten Tagen entschied ich mich auch etwas mehr Adrenalin auszustoßen, und wählte in der schier unendlichen Liste der Aktivitäten eine Jet Boot Fahrt aus. Gesagt getan buchte ich in einem der unzähligen Büros den Shotover Jet Boat Ride und saß 2h später im Bus zur Schlucht. Sooo fantastisch! Der Fahrer muss über 200h Training absolvieren, bevor er Leute mit dem Boot so eng wie möglich an den Felsen vorbei lenken darf. Wenn er seinen Finger in die Luft hält und eine Drehbewegung macht, folgt eine 360° Drehung auf dem Wasser. Und man hat wirklich teilweise ein ganz schön flaues Gefühl in der Magengegend, wenn das Boot über sehr flache, ja manchmal konnte man die Steine direkt sehen, oder sehr nah an den Felsen vorbei rauschte. Eine nette Familie aus Deutschland bot mir die Fotos und das Video, die während der Fahrt gemacht wurden per Email zuzuschicken, da das Paket $58 kostete. Leider konnten sie das Video nicht brennen, aber die Fotos haben sie mir gesendet. =) Unvergesslich. Danach hatte die Elle HUNGER und ich füllte mir den Magen mit den wohl größten und besten Bürger, dessen Name landesweit bekannt ist: Fergburger.
Nach 4 Tagen in Queenstown entschieden Fabian und ich gemeinsam nach Wanaka zu fahren. Die Fahrt über Crown Range und den Ski Gebieten (Cadrona,…) war fantastisch. Spät abends in Wanaka angekommen, fanden wir keinen Stellplatz für unsere Autos und fuhren weiter an den Lake Hawea und fanden auch einen perfekten Platz direkt am See und an einem Spielplatz. Das Wetter war so toll, dass wir uns am nächsten Tag entschieden meine Angel auszuprobieren und kauften spontan ein paar Angelhaken und eine Angellizenz für 24h. Nachdem wir nach 10min eine riesige Forelle gesehen hatten, waren wir so euphorisch schnell zu einem Fisch zu kommen, den wir abends am See grillen konnten, dass wir noch eine Schüssel suchten und einen dicken stock um den armen Fisch um die Ecke zu bringen. Nachdem wir alles zusammen hatten tauchte jedoch weit und breit kein Fisch mehr auf und wir kapitulierten, fuhren an zwei weitere Stellen, fingen aber leider kein Flossentier. Vielmehr verfing sich der Angelhaken in Steinen und ich durfte nicht nur 1x in den glasklaren See waten und nach dem Haken fischen.
Fabian ist dann zu den Gletschern weiter gefahren und ich bin zurück nach Christchurch, um mein Praktikum in einem Outdoor-Aktivity Camp anzufangen.
`Tschuldigung für diesen Roman… aber ich will euch doch ein bisschen teilhaben lassen, an den Dingen, die ich hier erlebe.
Von Anfang Oktober bis Mitte November machte ich mich auf Entdeckungstour durch den Süden der Südinsel. Ich war doch schon sehr aufgeregt, denn es sollte alleine losgehen. Aber wie es der Zufall wollte, habe ich einen Tag vor meinem Aufbruch eine SMS von Saskia, der dt. Freundin, mit der ich in Porters gearbeitet habe, erhalten, mit der Anfrage, ob ich mir sie als Reisegefährtin vorstellen könnte. Wir hatten einen Tag vorher das Viertelfinale der Rugby WM zusammen in einem Pub angeschaut und unsere Pläne für die nächsten Wochen besprochen. Sie wollte ursprünglich tags darauf mit ihrer Arbeit auf einem Wein Yard beginnen, und dort bis Weihnachten arbeiten. Sie kam durch meine Reisepläne so ins Wanken und Schwärmen, dass sie kurzerhand am Tag des Starts ihrer Arbeit dort absagte, und wir nun zu 2. loszogen.
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| Aus Reise durch den Süden |
Ich hatte keine festen Reispläne. Meine Absicht war es, mich treiben zu lassen. So war mir bis dahin nur klar, dass ich an der Ostküste gegen Süden der Südinsel und an der Westküste oder evtl. auch in der Mitter wieder Richtung Norden wollte. Welche Orte dabei wie lang aufgesucht wurden, entschied ich meist spontan und nach Lage des Wetters. Saskia, die schon einige Kurztrips für sich selbst unternommen hatte, war mit der Art des Reisens einverstanden, und kam auch damit klar, dass ich die meiste Zeit Freedom Campen wollte. Da ich mit meiner Biene mein kleines Haus mit mir mitführte, dem nur ein Klo und eine Dusche fehlte, ja aber sonst alles zu bieten hatte, musste nur dann und wann eine Reinigungsgelegenheit aufgesucht werden… ;-) Ich weiß gar nicht, wie es andere Backpacker finanzieren können, jeden Tag auf einem Campingplatz oder in einem Hostel zu übernachten. Für mich war von Anfang an klar, dass ich da übernachten wollte, wo es mir gefällt und wo es nix kostet. Das war nicht immer einfach, zumal es oft schwierig war etwas Passendes zu finden (steht man an gekennzeichneten Stellen, wo das „frei-stehen“ (=Freedom Camping) verboten ist, und man wird erwischt, darf man seit 4 Monaten $200 Strafe zahlen) und auch manchmal ganz schön aufregend, aber es hat funktioniert. So viel vorneweg: ich habe nur 2x etwas fürs Übernachten bezahlt: in Queenstown $15, um auf dem Parkplatz des Hostels stehen zu dürfen, und um die Dusche und den Whirlpool benutzen zu können, und in Mt. Cook, da ich dort auf einem Zeltplatz war, weil meine Freunde im Zelt geschlafen haben. Die andere Zeit (über 4 Wochen) habe ich nichts bezahlt…
Es regnete sehr als wir tags darauf losfuhren. Und die erste Nacht war nicht der perfekte Einstieg ins Camper Leben. Wir suchten gefühlte Ewigkeiten nach einem Schlafplatz und als wir dann einen gefunden hatten, war es so laut im Bus, da der Regen die ganze Zeit aufs Dach trommelte. Am nächsten Tag lachte zum Glück die Sonne wieder und wir erkundeten den kleinen Ort Geraldine, mit seiner leckeren Marmeladenfabrik, dem weltgrößten, selbstgestrickten Pulli und seiner Wanderwege. Am selben Tag ging es weiter nach Timaru, ans Meer. Hier war es so stürmisch, dass wir auf dem Küstenwanderweg aufpassen mussten nicht vom Weg geweht zu werden. Timaru hat neben einem schönen Park auch imposante Kirchen zu bieten, die aber selbst hier, 150km weit weg von Christchurch, durch das Erdbeben einigen Schaden davon getragen haben. Wir verbrachten eine Nacht hier, mit toller Aussicht aufs Meer und auf den Hafen und fuhren am nächsten Tag weiter nach Lake Tekapo, in die Berge. Der Weg dorthin war toll. Man fuhr vom Meer über grüne Felder, voll mit Kühen und Schafen, vorbei an gelben Rapsfeldern in das Mackenzie Land, was mit seinen braunen, trockenen Tussok Gras und seiner spiegelglatten Weite imponierte. Je höher man auf diesen Alpenvorland kam desto bizarrer und einsamer wurde es. In Lake Tekapo angekommen, fühlte ich mich zurück versetzt in ein kleines, völlig auf Tourismus ausgerichtetes Alpendörfchen. Es lagen etwa 10cm Schnee, es war warm, aber es ging ein kalter Wind. Der türkisblaue, von früheren Gletschern geschaffene See lag sehr malerisch am Fuße der weißen Berge und ich fühlte mich sehr wohl hier. Wir blieben einige Tage und unternahmen u.a. eine Wanderung auf den angrenzenden Berg Mt. John, lagen faul in den Hot Pools am Uferrand (war ganz praktisch, da wir hier auch mal wieder zu einer Dusche kamen ;-)) und schauten uns das Halbfinale der Rugby WM im Pub an.
Wir fuhren schließlich weiter zum Lake Pukaki, der am Fuße des höchsten Berges des Landes liegt, dem Mt. Cook, um uns dort mit meinen Freunden aus Christchurch zum Klettern zu treffen. Auf dem Weg dorthin kamen wir an einem angestauten Fluss vorbei, in dem man fleißig Lachse angeln konnte, und ich richtig Lust bekam meine Angel auszuprobieren. Leider braucht man, wenn man nicht im Meer fischt, eine Angelgenehmigung, die ich nur im nächstgrößeren Ort, 100km weit weg, erwerben konnte. Nix war es mit frisch gefangenen und lecker gegrillten Fisch zum Abendbrot =(. Der Weg zum Mt. Cook Village erschien endlos, da man über 55km am Ufer des ebenfalls türkisfarbenen Lake Pukaki entlang geführt wird, den majestätischen Berg immer in Sichtweite. Dafür wurden wir mit fantastischer Kulisse entlohnt. Das kleine Dörfchen liegt direkt am Fuße eines gletscherartigen Berges, in der Ferne konnte man immer wieder das Donnern von Lawinen hören, die ausgelöst von der Schneeschmelze ein eigenartiges Gefühl verbreiteten. Der Weg hier her ist ein gutes Beispiel für das „Denken, man ist allein auf weiter Flur“ und ist es aber doch nicht. So zum Beispiel hielten wir an tollen Aussichtpunkten am Ufer des Sees und machten es uns in unseren Campingstühlen bequem-keine Seele weit und breit. Bis dann auf einmal ein Auto kommt.. Deutsche, machen Bilder vom Mt. Cook der sich im Wasser spiegelt und fahren weiter. 5min später kommt ein ganzer Bus mit Japanern. Alle steigen aus, umringen dich mit ihren Kameras, machen Fotos vom Berg UND von dir und laufen wie die Ameisen umher. Die Idylle ist dahin…
Wir verbrachten 3 wunderschöne, sonnige Tage am Fuße des Mt. Cook, gingen mehrfach Klettern und auf eine Erkundungstour zum größten Gletscher des Landes, dem Tasman Gletscher, der sich grau und recht dreckig vor uns ausbreitete. Hier kam ich zum ersten Mal in meinem Leben in den Genuss eines Multipitch-Climbs. D.h. wir sind zu dritt über mehrere Stopps über 100m hochgeklettert. Einer muss immer im Vorstieg gehen und dann warten und sichern, bis alle anderen da sind und dann geht es weiter hoch. Belohnt wurde die Klettertour neben einer atemberaubenden Aussicht mit einem Scotch und einer Zigarre am Gipfel. Danach hatten wir alle Hände voll zu tun um in den 60km entfernten Ort … zu kommen, um auf einer großen Leinwand auf dem Marktplatz der Stadt das Finale der Rugby WM zu sehen und den All Blacks (Neuseeland) die Daumen zu drücken. Wir kamen genau 5min vor Spielanpfiff dort an und hatten gerade noch Zeit um uns mit Pies und Bier einzudecken. Leider war das Finale eine Zitterangelegenheit, da die All Blacks gegen Frankreich nicht ihre gewohnte Stärke zeigten und am Ende mit 8:7 Punkten gewannen. So feierte jeder am Ende ausgelassen. Nicht auszudenken, was gewesen wäre, wenn „wir“ verloren hätten… die Neuseeländer haben das Final extra, so schien es, auf einen Tag vor einen öffentlichen Feiertag gelegt, so dass sie wirklich alle ausgiebig feiern konnten.
Schlechtes, sehr stürmisches und regnerisches Wetter vertrieb uns von dem Gletschergebiet, in dem ich gerne noch so viele Wanderungen unternommen hätte. Ich hoffe ganz sehr, dass ich noch einmal hier her komme und weiter auf Entdeckungstour gehen kann. Meine Freunde fuhren zurück nach Christchurch und wir suchten Unterschlupf an einem weiteren See, dem Lake Ohau. Hier war es aber so stürmisch, dass wir 2x Mal den Stellplatz meiner Biene wechselten, da wir Angst hatten der Wind weht sie davon. Wir mussten sogar die Kochtöpfe auf dem Herd in der Biene festhalten, weil wir so hin und her geschaukelt wurden. Da das Wetter nicht besser zu werden schien haben wir uns entschlossen weiter ans Meer nach Oamaru zu fahren, in einer Stadt kann man immer noch mehr unternehmen, wenn es ekliges Wetter hat. Die Stadt erinnerte an eine Amerikanische Western Stadt und das Zentrum war fast generell aus dem weißen Oamaru Kalkstein erbaut. Hier kam ich in den Genuss die seltenste Pinguinart, die Gelbaugen Pinguine, in freier Wildbahn zu beobachten. Es sieht fantastisch aus, wenn die recht großen Tiere aus der Gischt ans Land watscheln. Und ich stand vielleicht 2m weit weg von Einem und konnte direkt in die wirklich strahlend gelben Augen schauen. Ein bisschen später am Abend ging es noch zu einer Kolonie von Blauen Pinguinen, die die kleinsten Pinguine der Welt darstellen. Sie kommen in kleinen Gruppen an Land, wenn es schon dunkel ist. Man kann sie von weitem im Meer hören und sieht dann einen schwarzen Scharm, relativ schnell an Land schwimmen. Sie machen einen ganz schönen Krach und riechen auch nach Fisch. Aber es war ein unvergessliches Erlebnis die Tier so in freier Wildbahn zu erleben.
Am nächsten Morgen ging es in aller Frühe, bei tollem Sonnenaufgang zu den bekannten Moreaki Boulders. Das sind runde Steinkugeln am Strand, die sich Jahrtausende vorher um eine Muschel oder Knochen oder Ähnliches entwickelt haben. Die Maori haben natürlich ihre eigene Geschichte…
Zurück in Oamaru trafen wir Fabian, einen Deutschen aus Gera, der im Skigebiet Mt. Hutt gearbeitet, und zufällig mit Saskia Ernährungswissenschaften in Dortmund studiert hatte. Kurzerhand entschied er sich eine kurze Strecke mit uns zu Reisen. Wir verließen das künstlerisch angehauchte Oamaru und fuhren weiter auf einer tollen Küstenstraße nach Dunedin. Saskias und mein Weg führte uns direkt auf die Otago Peninsula, wo wir einen wunderbaren Stellplatz an der Sandfly Bay mit einem traumhaften Sonnenuntergang ergatterten.
Die Otago Halbinsel bei Dunedin ist wunderbar. Man fährt auf kurvigen Straßen direkt am Meer oder auf der Passstraße. Hier kann man das einzige Schloss, das Larnach Castle, besuchen, was natürlich hoch auf meiner Liste stand. Jedoch wollten sie doch tatsächlich $27 Eintritt, da es in Privatbesitz ist. Also drehte ich wieder um und war traurig. Schließlich entschied ich mich das Schloss irgendwie zu Gesicht zu bekommen, und machte mich zu Fuß auf den Weg, auf geheime Mission. Ich kam mir vor wie ein Dieb.. durch Schafweiden, verfolgt und attackiert von einer verärgerten, elsterartigen Vogeldame, die mich anscheinend als Eindringling in ihr Brutgebiet betrachtete, durch Dornengestrüpp einen Abhang hinauf, über Stacheldrahtzaun, der mir ein tolles Loch in meinen neuen The North Face Pulli zauberte, erkämpfte ich mir allein (Saskia wollte nicht erwischt werden) den Weg in den Schlossgarten. Ich schaffte es durch die tolle Gartenanlage vors Schloss zu kommen. Da stand ich nun, machte ein Paar Bilder, und verschwand dann wieder auf leisen Sohlen. Aber ich hatte es gesehen!!! Hu.. war ich stolz auf mich! *frechgrins*
Unser Weg auf der Peninsula führte uns weiter zum östlichsten Punkt der Halbinsel, Taiarora Head, und dem Albatros Zentrum. Es war ganz leicht die Vögel von den tausenden Möwen zu unterscheiden. Sie sind echt riesig. Die Brutkolonie hier, stellt die einzige Kolonie auf dem Festland dar. Bei einem kleinen Spaziergang konnten wir, wie öfters in letzter Zeit, Robben beim Tummeln zusehen. Es gibt hier so viel zu sehen… ich kann gar nicht alles aufzählen.
Danach ging es zurück in die Stadt Dunedin, wo wir uns mit Fabian, der dort Couchsurfte (man schläft auf der Couch von Fremden und muss nichts bezahlen) treffen wollten. Wir benötigten mal wieder eine Dusche und hatten vor uns im städtischen Freibad einen schönen Abend zu machen. Da wir noch auf der Suche nach einem guten Stellplatz in der Stadt waren, lud er uns ein, die Biene in die Einfahrt seines Couchsurfers zu stellen. So hatten wir durch Glück einen Stellplatz mitten im Stadtzentrum, mit Dusche und WC, und haben nebenbei Marc, einen Schweizer, der in Neuseeland Meeresbiologie studiert und seine Mitbewohner, lauter verrückte Fahrradfahrer, kennen dürfen. Marc ist selbst ein Weltenbummler, er ist vor ein paar Jahren mit einem Van, so wie meine Biene, von der Schweiz nach Südafrika gefahren-nur einmal hat er dabei am Roten Meer eine Fähre benutzt. Die lustige Truppe hat uns freudig Tipps für die Stadt gegeben und ist abends mit uns weggegangen.
Nach einer Woche in Dunedin, einer Stadt mit über einem 5tel Studenten, die sehr gerne feiern gehen und die die Stadt sehr lebendig, multikulturell und künstlerisch anhauchen, und wo es allerlei zu sehen gab (steilste Wohnstraße der Welt, Rhododendron Festival, Tunnel Beach, der schönste Bahnhof der Welt…) sind wir weiter in die Cattlins gefahren, was das Gebiet von Dunedin bis hin zur Südspitze der Südinsel, mit sehr grünen, hügeligen Landschaftsformen darstellt.
Hier gab es den wunderschönen Nugget Point mit seinem Leuchtturm und Seerobben zu sehen, den ich nach einer etwa 1h Kletterparty vom höchsten Punkt dort beobachten konnte. Es ging weiter über mehrere kleine Buchten in der sich seltene Seelöwen Arten tummelten. Die schlafen ganz gemütlich am Strand (auch wenn bellende Hunde vorbei jagen), heben dann und wann mal den Kopf, zeigen ihre Zähne worauf du davon rennen willst, legen sich aber meist faul wieder in den Sand, und schaufeln sich mit Sand zu. Vermeiden sollte man schlechte Witze in der Nähe der Riesen. „Du stinkst ganz schön nach Fisch Kumpel!“, und prompt furzt der Koloss, und es stinkt nicht nur ein bisschen. =) Es gibt dort so viel zu sehen, entnehmt es doch einfach den Bildern… Wir haben uns auch den südlichsten Punkt der Südinsel, den Slope Point, gewagt. Hier stürmte wieder so sehr, dass man richtig nach vorne gebeugt laufen musste, und die Beine einem verweht wurden. Danach begann eine Zitterpartie, ob wir die nächste größerer Stadt erreichen, in der man Benzin kaufen kann. Eine Tankstelle in der Prärie hatte geschlossen und wir mussten eine gefühlte Ewigkeit mit der netten roten Lampe der Benzinanzeige fahren, haben meinen 5 Liter Reservekanister bis auf den letzten Tropfen aufgebraucht und den Inhalt mit einer kleinen Teekanne, da wir mit dem normalen Rohr für den Kanister nicht um die Ecke kamen und so einen Liter kostbaren Treibstoff verschwendet hätten, in die durstige Biene gefüllt. Als wir dann kurz vor Invercargill eine geschlossene Tankstelle entdeckten hielten wir und suchten nach dem Besitzer. In einem Shop fragten wir wo denn der Tankstellenwirt wohnt und etwas unfreundlich wurden wir darauf hingewiesen, dass es das Haus hinter der Tankstelle ist. Nach dem Motto: Wo sonst? Ich meine es ist ja auch in Deutschland üblich, dass der Tankstellenwirt direkt neben seiner Shell, BP usw. wohnt, ne?! ;-) Jedenfalls haben wir an die dessen Tür geklopft und der gute Mann hat uns die Tankstelle aufgesperrt und ein paar Liter aufgefüllt, mit denen wir schließlich nach Invercargill fahren konnten.
Diese Stadt ist wirklich nicht mein Geschmack gewesen. Nach amerikanischen Vorbild sind alle Straßen nach Schachbrettmustern angelegt, das sonst kostenlose Internet in der Bibliothek kostete $2 pro halbe Stunde, das Wetter war schlecht. Nach nur einer Nacht ging es weiter nach Bluff, von wo man bei gutem Wetter die große Insel Stuart Island sehen kann. Leider konnte ich sie nur erahnen. Saskia bemerkte hier ebenfalls bei einem Blick auf ihr Konto, dass sie nur noch wenig Geld hatte, und beschloss von Invercargill aus mit dem Bus zurück nach Christchurch zu ihrem Freund zu fahren, und zu Arbeiten. Also fuhr ich den nächsten Tag alleine weiter Richtung Te Anau und den Milford Sound. Leider war das Wetter immer noch schlecht. Nass, kalt, Regen. Ich entschloss mich auf dem Weg einen 30km langen Abstecher über größtenteils Schotterpiste zum tiefsten See, dem Lake Hauroko, zu machen. Dort angekommen gab es wirklich nichts. Die Straße endete direkt vorm dem See im Urwald. Ich beschloss einen kleinen Trek zu gehen, somal ich schon den ganzen Weg, teilweise durch Schnee, hierhergefahren war. Ich fühlte ich mich so richtig einsam, überlegte bei jedem Schritt, was wohl passieren würde wenn ich mir jetzt den Fuß brechen würde, nicht mehr weiter laufen könnte oder eine wild gewordene Maorie Kolonie es auf mich abgesehen hätte. Ich hätte nicht mal per Telefon um Hilfe rufen können, da kein Empfang war. Also ging ich den Trek der für eine Stunde ausgeschildert war, sehr sehr schnell und war nach einer halben Stunde wieder bei der Biene und fuhr weiter. Leider war das Wetter immer noch so schlecht, dass ich mich in Te Anua entschied nicht die 150km zum Milford Sound hinauf zu fahren, sondern gleich weiter nach Queenstown, um mich hier mit Fabian, den wir in Dunedin verabschiedet hatten, zu treffen.
Queenstown war das gesamte Gegenteil von meiner letzten Woche. So viele Menschen und Autos! Ich war ganz schön gestresst. Aber zum Glück hatte Fabian ein tolles Hostel gefunden, in der ich mit der Biene auf dem Parkplatz stehen konnte. Nach einem ganzen Tag Autofahren, geriet ich nun direkt in die laute Partywelt. Freunde von Fabian feierten Geburtstag und kaum aus dem Auto raus ging es los in die Partymeile, von Kneipe zu Kneipe. Und hier steppt echt der Bär! Am nächsten Tag erklomm ich mit ihm den Hausberg und erhielt somit eine fabelhafte Aussicht auf die Adrenalinstadt. Das war ein Spießrutenlauf: so viele Downhill Mountainbiker, Paraglider, Swing (per Stahlseil über Schluchten) Teilnehmer.
Wow-so stellte ich mir die Adrenalin Hauptstadt vor. Ein Surfer Pärchen, was wir im Hostel kennen gelernt hatten verriet uns, dass man keine Tickets an der Bergstation der Gondula checkt, woraufhin wir still und leise mit dieser wieder nach unten in die Stadt fuhren, vorbei an den Bungee-Jumpern, und sparten $20. In den nächsten Tagen entschied ich mich auch etwas mehr Adrenalin auszustoßen, und wählte in der schier unendlichen Liste der Aktivitäten eine Jet Boot Fahrt aus. Gesagt getan buchte ich in einem der unzähligen Büros den Shotover Jet Boat Ride und saß 2h später im Bus zur Schlucht. Sooo fantastisch! Der Fahrer muss über 200h Training absolvieren, bevor er Leute mit dem Boot so eng wie möglich an den Felsen vorbei lenken darf. Wenn er seinen Finger in die Luft hält und eine Drehbewegung macht, folgt eine 360° Drehung auf dem Wasser. Und man hat wirklich teilweise ein ganz schön flaues Gefühl in der Magengegend, wenn das Boot über sehr flache, ja manchmal konnte man die Steine direkt sehen, oder sehr nah an den Felsen vorbei rauschte. Eine nette Familie aus Deutschland bot mir die Fotos und das Video, die während der Fahrt gemacht wurden per Email zuzuschicken, da das Paket $58 kostete. Leider konnten sie das Video nicht brennen, aber die Fotos haben sie mir gesendet. =) Unvergesslich. Danach hatte die Elle HUNGER und ich füllte mir den Magen mit den wohl größten und besten Bürger, dessen Name landesweit bekannt ist: Fergburger.
Nach 4 Tagen in Queenstown entschieden Fabian und ich gemeinsam nach Wanaka zu fahren. Die Fahrt über Crown Range und den Ski Gebieten (Cadrona,…) war fantastisch. Spät abends in Wanaka angekommen, fanden wir keinen Stellplatz für unsere Autos und fuhren weiter an den Lake Hawea und fanden auch einen perfekten Platz direkt am See und an einem Spielplatz. Das Wetter war so toll, dass wir uns am nächsten Tag entschieden meine Angel auszuprobieren und kauften spontan ein paar Angelhaken und eine Angellizenz für 24h. Nachdem wir nach 10min eine riesige Forelle gesehen hatten, waren wir so euphorisch schnell zu einem Fisch zu kommen, den wir abends am See grillen konnten, dass wir noch eine Schüssel suchten und einen dicken stock um den armen Fisch um die Ecke zu bringen. Nachdem wir alles zusammen hatten tauchte jedoch weit und breit kein Fisch mehr auf und wir kapitulierten, fuhren an zwei weitere Stellen, fingen aber leider kein Flossentier. Vielmehr verfing sich der Angelhaken in Steinen und ich durfte nicht nur 1x in den glasklaren See waten und nach dem Haken fischen.
Fabian ist dann zu den Gletschern weiter gefahren und ich bin zurück nach Christchurch, um mein Praktikum in einem Outdoor-Aktivity Camp anzufangen.
`Tschuldigung für diesen Roman… aber ich will euch doch ein bisschen teilhaben lassen, an den Dingen, die ich hier erlebe.
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