Freitag, 23. Dezember 2011

Frohe Weihnachten!


Ich wünsche euch frohe Weihnachten und einen guten Rutsch ins neue Jahr!
Ich vermiss euch und denk an euch alle!

Ich feiere Weihnachten und Silvester, an letzterem arbeite ich im Restaurant, in Christchurch. Hoffentlich lassen die Erdbeben, die seit heute wieder mit großen Erschütterungen angefangen haben (5,5 und 6,0), bald wieder nach. Ansonsten ist alles geschlossen und ich kann nicht arbeiten gehen. Aber allen geht es gut und das ist die Hauptsache!

Küsschen
Elle

Sonntag, 18. Dezember 2011

da wo die Möwen um die 4000er kreisen...

Hallo liebe daheim Gebliebenen!

Von Anfang Oktober bis Mitte November machte ich mich auf Entdeckungstour durch den Süden der Südinsel. Ich war doch schon sehr aufgeregt, denn es sollte alleine losgehen. Aber wie es der Zufall wollte, habe ich einen Tag vor meinem Aufbruch eine SMS von Saskia, der dt. Freundin, mit der ich in Porters gearbeitet habe, erhalten, mit der Anfrage, ob ich mir sie als Reisegefährtin vorstellen könnte. Wir hatten einen Tag vorher das Viertelfinale der Rugby WM zusammen in einem Pub angeschaut und unsere Pläne für die nächsten Wochen besprochen. Sie wollte ursprünglich tags darauf mit ihrer Arbeit auf einem Wein Yard beginnen, und dort bis Weihnachten arbeiten. Sie kam durch meine Reisepläne so ins Wanken und Schwärmen, dass sie kurzerhand am Tag des Starts ihrer Arbeit dort absagte, und wir nun zu 2. loszogen.

Aus Reise durch den Süden

Ich hatte keine festen Reispläne. Meine Absicht war es, mich treiben zu lassen. So war mir bis dahin nur klar, dass ich an der Ostküste gegen Süden der Südinsel und an der Westküste oder evtl. auch in der Mitter wieder Richtung Norden wollte. Welche Orte dabei wie lang aufgesucht wurden, entschied ich meist spontan und nach Lage des Wetters. Saskia, die schon einige Kurztrips für sich selbst unternommen hatte, war mit der Art des Reisens einverstanden, und kam auch damit klar, dass ich die meiste Zeit Freedom Campen wollte. Da ich mit meiner Biene mein kleines Haus mit mir mitführte, dem nur ein Klo und eine Dusche fehlte, ja aber sonst alles zu bieten hatte, musste nur dann und wann eine Reinigungsgelegenheit aufgesucht werden… ;-) Ich weiß gar nicht, wie es andere Backpacker finanzieren können, jeden Tag auf einem Campingplatz oder in einem Hostel zu übernachten. Für mich war von Anfang an klar, dass ich da übernachten wollte, wo es mir gefällt und wo es nix kostet. Das war nicht immer einfach, zumal es oft schwierig war etwas Passendes zu finden (steht man an gekennzeichneten Stellen, wo das „frei-stehen“ (=Freedom Camping) verboten ist, und man wird erwischt, darf man seit 4 Monaten $200 Strafe zahlen) und auch manchmal ganz schön aufregend, aber es hat funktioniert. So viel vorneweg: ich habe nur 2x etwas fürs Übernachten bezahlt: in Queenstown $15, um auf dem Parkplatz des Hostels stehen zu dürfen, und um die Dusche und den Whirlpool benutzen zu können, und in Mt. Cook, da ich dort auf einem Zeltplatz war, weil meine Freunde im Zelt geschlafen haben. Die andere Zeit (über 4 Wochen) habe ich nichts bezahlt…

Es regnete sehr als wir tags darauf losfuhren. Und die erste Nacht war nicht der perfekte Einstieg ins Camper Leben. Wir suchten gefühlte Ewigkeiten nach einem Schlafplatz und als wir dann einen gefunden hatten, war es so laut im Bus, da der Regen die ganze Zeit aufs Dach trommelte. Am nächsten Tag lachte zum Glück die Sonne wieder und wir erkundeten den kleinen Ort Geraldine, mit seiner leckeren Marmeladenfabrik, dem weltgrößten, selbstgestrickten Pulli und seiner Wanderwege. Am selben Tag ging es weiter nach Timaru, ans Meer. Hier war es so stürmisch, dass wir auf dem Küstenwanderweg aufpassen mussten nicht vom Weg geweht zu werden. Timaru hat neben einem schönen Park auch imposante Kirchen zu bieten, die aber selbst hier, 150km weit weg von Christchurch, durch das Erdbeben einigen Schaden davon getragen haben. Wir verbrachten eine Nacht hier, mit toller Aussicht aufs Meer und auf den Hafen und fuhren am nächsten Tag weiter nach Lake Tekapo, in die Berge. Der Weg dorthin war toll. Man fuhr vom Meer über grüne Felder, voll mit Kühen und Schafen, vorbei an gelben Rapsfeldern in das Mackenzie Land, was mit seinen braunen, trockenen Tussok Gras und seiner spiegelglatten Weite imponierte. Je höher man auf diesen Alpenvorland kam desto bizarrer und einsamer wurde es. In Lake Tekapo angekommen, fühlte ich mich zurück versetzt in ein kleines, völlig auf Tourismus ausgerichtetes Alpendörfchen. Es lagen etwa 10cm Schnee, es war warm, aber es ging ein kalter Wind. Der türkisblaue, von früheren Gletschern geschaffene See lag sehr malerisch am Fuße der weißen Berge und ich fühlte mich sehr wohl hier. Wir blieben einige Tage und unternahmen u.a. eine Wanderung auf den angrenzenden Berg Mt. John, lagen faul in den Hot Pools am Uferrand (war ganz praktisch, da wir hier auch mal wieder zu einer Dusche kamen ;-)) und schauten uns das Halbfinale der Rugby WM im Pub an.

Wir fuhren schließlich weiter zum Lake Pukaki, der am Fuße des höchsten Berges des Landes liegt, dem Mt. Cook, um uns dort mit meinen Freunden aus Christchurch zum Klettern zu treffen. Auf dem Weg dorthin kamen wir an einem angestauten Fluss vorbei, in dem man fleißig Lachse angeln konnte, und ich richtig Lust bekam meine Angel auszuprobieren. Leider braucht man, wenn man nicht im Meer fischt, eine Angelgenehmigung, die ich nur im nächstgrößeren Ort, 100km weit weg, erwerben konnte. Nix war es mit frisch gefangenen und lecker gegrillten Fisch zum Abendbrot =(. Der Weg zum Mt. Cook Village erschien endlos, da man über 55km am Ufer des ebenfalls türkisfarbenen Lake Pukaki entlang geführt wird, den majestätischen Berg immer in Sichtweite. Dafür wurden wir mit fantastischer Kulisse entlohnt. Das kleine Dörfchen liegt direkt am Fuße eines gletscherartigen Berges, in der Ferne konnte man immer wieder das Donnern von Lawinen hören, die ausgelöst von der Schneeschmelze ein eigenartiges Gefühl verbreiteten. Der Weg hier her ist ein gutes Beispiel für das „Denken, man ist allein auf weiter Flur“ und ist es aber doch nicht. So zum Beispiel hielten wir an tollen Aussichtpunkten am Ufer des Sees und machten es uns in unseren Campingstühlen bequem-keine Seele weit und breit. Bis dann auf einmal ein Auto kommt.. Deutsche, machen Bilder vom Mt. Cook der sich im Wasser spiegelt und fahren weiter. 5min später kommt ein ganzer Bus mit Japanern. Alle steigen aus, umringen dich mit ihren Kameras, machen Fotos vom Berg UND von dir und laufen wie die Ameisen umher. Die Idylle ist dahin…


Wir verbrachten 3 wunderschöne, sonnige Tage am Fuße des Mt. Cook, gingen mehrfach Klettern und auf eine Erkundungstour zum größten Gletscher des Landes, dem Tasman Gletscher, der sich grau und recht dreckig vor uns ausbreitete. Hier kam ich zum ersten Mal in meinem Leben in den Genuss eines Multipitch-Climbs. D.h. wir sind zu dritt über mehrere Stopps über 100m hochgeklettert. Einer muss immer im Vorstieg gehen und dann warten und sichern, bis alle anderen da sind und dann geht es weiter hoch. Belohnt wurde die Klettertour neben einer atemberaubenden Aussicht mit einem Scotch und einer Zigarre am Gipfel. Danach hatten wir alle Hände voll zu tun um in den 60km entfernten Ort … zu kommen, um auf einer großen Leinwand auf dem Marktplatz der Stadt das Finale der Rugby WM zu sehen und den All Blacks (Neuseeland) die Daumen zu drücken. Wir kamen genau 5min vor Spielanpfiff dort an und hatten gerade noch Zeit um uns mit Pies und Bier einzudecken. Leider war das Finale eine Zitterangelegenheit, da die All Blacks gegen Frankreich nicht ihre gewohnte Stärke zeigten und am Ende mit 8:7 Punkten gewannen. So feierte jeder am Ende ausgelassen. Nicht auszudenken, was gewesen wäre, wenn „wir“ verloren hätten… die Neuseeländer haben das Final extra, so schien es, auf einen Tag vor einen öffentlichen Feiertag gelegt, so dass sie wirklich alle ausgiebig feiern konnten.

Schlechtes, sehr stürmisches und regnerisches Wetter vertrieb uns von dem Gletschergebiet, in dem ich gerne noch so viele Wanderungen unternommen hätte. Ich hoffe ganz sehr, dass ich noch einmal hier her komme und weiter auf Entdeckungstour gehen kann. Meine Freunde fuhren zurück nach Christchurch und wir suchten Unterschlupf an einem weiteren See, dem Lake Ohau. Hier war es aber so stürmisch, dass wir 2x Mal den Stellplatz meiner Biene wechselten, da wir Angst hatten der Wind weht sie davon. Wir mussten sogar die Kochtöpfe auf dem Herd in der Biene festhalten, weil wir so hin und her geschaukelt wurden. Da das Wetter nicht besser zu werden schien haben wir uns entschlossen weiter ans Meer nach Oamaru zu fahren, in einer Stadt kann man immer noch mehr unternehmen, wenn es ekliges Wetter hat. Die Stadt erinnerte an eine Amerikanische Western Stadt und das Zentrum war fast generell aus dem weißen Oamaru Kalkstein erbaut. Hier kam ich in den Genuss die seltenste Pinguinart, die Gelbaugen Pinguine, in freier Wildbahn zu beobachten. Es sieht fantastisch aus, wenn die recht großen Tiere aus der Gischt ans Land watscheln. Und ich stand vielleicht 2m weit weg von Einem und konnte direkt in die wirklich strahlend gelben Augen schauen. Ein bisschen später am Abend ging es noch zu einer Kolonie von Blauen Pinguinen, die die kleinsten Pinguine der Welt darstellen. Sie kommen in kleinen Gruppen an Land, wenn es schon dunkel ist. Man kann sie von weitem im Meer hören und sieht dann einen schwarzen Scharm, relativ schnell an Land schwimmen. Sie machen einen ganz schönen Krach und riechen auch nach Fisch. Aber es war ein unvergessliches Erlebnis die Tier so in freier Wildbahn zu erleben.
Am nächsten Morgen ging es in aller Frühe, bei tollem Sonnenaufgang zu den bekannten Moreaki Boulders. Das sind runde Steinkugeln am Strand, die sich Jahrtausende vorher um eine Muschel oder Knochen oder Ähnliches entwickelt haben. Die Maori haben natürlich ihre eigene Geschichte…

Zurück in Oamaru trafen wir Fabian, einen Deutschen aus Gera, der im Skigebiet Mt. Hutt gearbeitet, und zufällig mit Saskia Ernährungswissenschaften in Dortmund studiert hatte. Kurzerhand entschied er sich eine kurze Strecke mit uns zu Reisen. Wir verließen das künstlerisch angehauchte Oamaru und fuhren weiter auf einer tollen Küstenstraße nach Dunedin. Saskias und mein Weg führte uns direkt auf die Otago Peninsula, wo wir einen wunderbaren Stellplatz an der Sandfly Bay mit einem traumhaften Sonnenuntergang ergatterten.


Die Otago Halbinsel bei Dunedin ist wunderbar. Man fährt auf kurvigen Straßen direkt am Meer oder auf der Passstraße. Hier kann man das einzige Schloss, das Larnach Castle, besuchen, was natürlich hoch auf meiner Liste stand. Jedoch wollten sie doch tatsächlich $27 Eintritt, da es in Privatbesitz ist. Also drehte ich wieder um und war traurig. Schließlich entschied ich mich das Schloss irgendwie zu Gesicht zu bekommen, und machte mich zu Fuß auf den Weg, auf geheime Mission. Ich kam mir vor wie ein Dieb.. durch Schafweiden, verfolgt und attackiert von einer verärgerten, elsterartigen Vogeldame, die mich anscheinend als Eindringling in ihr Brutgebiet betrachtete, durch Dornengestrüpp einen Abhang hinauf, über Stacheldrahtzaun, der mir ein tolles Loch in meinen neuen The North Face Pulli zauberte, erkämpfte ich mir allein (Saskia wollte nicht erwischt werden) den Weg in den Schlossgarten. Ich schaffte es durch die tolle Gartenanlage vors Schloss zu kommen. Da stand ich nun, machte ein Paar Bilder, und verschwand dann wieder auf leisen Sohlen. Aber ich hatte es gesehen!!! Hu.. war ich stolz auf mich! *frechgrins*
Unser Weg auf der Peninsula führte uns weiter zum östlichsten Punkt der Halbinsel, Taiarora Head, und dem Albatros Zentrum. Es war ganz leicht die Vögel von den tausenden Möwen zu unterscheiden. Sie sind echt riesig. Die Brutkolonie hier, stellt die einzige Kolonie auf dem Festland dar. Bei einem kleinen Spaziergang konnten wir, wie öfters in letzter Zeit, Robben beim Tummeln zusehen. Es gibt hier so viel zu sehen… ich kann gar nicht alles aufzählen.

Danach ging es zurück in die Stadt Dunedin, wo wir uns mit Fabian, der dort Couchsurfte (man schläft auf der Couch von Fremden und muss nichts bezahlen) treffen wollten. Wir benötigten mal wieder eine Dusche und hatten vor uns im städtischen Freibad einen schönen Abend zu machen. Da wir noch auf der Suche nach einem guten Stellplatz in der Stadt waren, lud er uns ein, die Biene in die Einfahrt seines Couchsurfers zu stellen. So hatten wir durch Glück einen Stellplatz mitten im Stadtzentrum, mit Dusche und WC, und haben nebenbei Marc, einen Schweizer, der in Neuseeland Meeresbiologie studiert und seine Mitbewohner, lauter verrückte Fahrradfahrer, kennen dürfen. Marc ist selbst ein Weltenbummler, er ist vor ein paar Jahren mit einem Van, so wie meine Biene, von der Schweiz nach Südafrika gefahren-nur einmal hat er dabei am Roten Meer eine Fähre benutzt. Die lustige Truppe hat uns freudig Tipps für die Stadt gegeben und ist abends mit uns weggegangen.


Nach einer Woche in Dunedin, einer Stadt mit über einem 5tel Studenten, die sehr gerne feiern gehen und die die Stadt sehr lebendig, multikulturell und künstlerisch anhauchen, und wo es allerlei zu sehen gab (steilste Wohnstraße der Welt, Rhododendron Festival, Tunnel Beach, der schönste Bahnhof der Welt…) sind wir weiter in die Cattlins gefahren, was das Gebiet von Dunedin bis hin zur Südspitze der Südinsel, mit sehr grünen, hügeligen Landschaftsformen darstellt.
Hier gab es den wunderschönen Nugget Point mit seinem Leuchtturm und Seerobben zu sehen, den ich nach einer etwa 1h Kletterparty vom höchsten Punkt dort beobachten konnte. Es ging weiter über mehrere kleine Buchten in der sich seltene Seelöwen Arten tummelten. Die schlafen ganz gemütlich am Strand (auch wenn bellende Hunde vorbei jagen), heben dann und wann mal den Kopf, zeigen ihre Zähne worauf du davon rennen willst, legen sich aber meist faul wieder in den Sand, und schaufeln sich mit Sand zu. Vermeiden sollte man schlechte Witze in der Nähe der Riesen. „Du stinkst ganz schön nach Fisch Kumpel!“, und prompt furzt der Koloss, und es stinkt nicht nur ein bisschen. =) Es gibt dort so viel zu sehen, entnehmt es doch einfach den Bildern… Wir haben uns auch den südlichsten Punkt der Südinsel, den Slope Point, gewagt. Hier stürmte wieder so sehr, dass man richtig nach vorne gebeugt laufen musste, und die Beine einem verweht wurden. Danach begann eine Zitterpartie, ob wir die nächste größerer Stadt erreichen, in der man Benzin kaufen kann. Eine Tankstelle in der Prärie hatte geschlossen und wir mussten eine gefühlte Ewigkeit mit der netten roten Lampe der Benzinanzeige fahren, haben meinen 5 Liter Reservekanister bis auf den letzten Tropfen aufgebraucht und den Inhalt mit einer kleinen Teekanne, da wir mit dem normalen Rohr für den Kanister nicht um die Ecke kamen und so einen Liter kostbaren Treibstoff verschwendet hätten, in die durstige Biene gefüllt. Als wir dann kurz vor Invercargill eine geschlossene Tankstelle entdeckten hielten wir und suchten nach dem Besitzer. In einem Shop fragten wir wo denn der Tankstellenwirt wohnt und etwas unfreundlich wurden wir darauf hingewiesen, dass es das Haus hinter der Tankstelle ist. Nach dem Motto: Wo sonst? Ich meine es ist ja auch in Deutschland üblich, dass der Tankstellenwirt direkt neben seiner Shell, BP usw. wohnt, ne?! ;-) Jedenfalls haben wir an die dessen Tür geklopft und der gute Mann hat uns die Tankstelle aufgesperrt und ein paar Liter aufgefüllt, mit denen wir schließlich nach Invercargill fahren konnten.

Diese Stadt ist wirklich nicht mein Geschmack gewesen. Nach amerikanischen Vorbild sind alle Straßen nach Schachbrettmustern angelegt, das sonst kostenlose Internet in der Bibliothek kostete $2 pro halbe Stunde, das Wetter war schlecht. Nach nur einer Nacht ging es weiter nach Bluff, von wo man bei gutem Wetter die große Insel Stuart Island sehen kann. Leider konnte ich sie nur erahnen. Saskia bemerkte hier ebenfalls bei einem Blick auf ihr Konto, dass sie nur noch wenig Geld hatte, und beschloss von Invercargill aus mit dem Bus zurück nach Christchurch zu ihrem Freund zu fahren, und zu Arbeiten. Also fuhr ich den nächsten Tag alleine weiter Richtung Te Anau und den Milford Sound. Leider war das Wetter immer noch schlecht. Nass, kalt, Regen. Ich entschloss mich auf dem Weg einen 30km langen Abstecher über größtenteils Schotterpiste zum tiefsten See, dem Lake Hauroko, zu machen. Dort angekommen gab es wirklich nichts. Die Straße endete direkt vorm dem See im Urwald. Ich beschloss einen kleinen Trek zu gehen, somal ich schon den ganzen Weg, teilweise durch Schnee, hierhergefahren war. Ich fühlte ich mich so richtig einsam, überlegte bei jedem Schritt, was wohl passieren würde wenn ich mir jetzt den Fuß brechen würde, nicht mehr weiter laufen könnte oder eine wild gewordene Maorie Kolonie es auf mich abgesehen hätte. Ich hätte nicht mal per Telefon um Hilfe rufen können, da kein Empfang war. Also ging ich den Trek der für eine Stunde ausgeschildert war, sehr sehr schnell und war nach einer halben Stunde wieder bei der Biene und fuhr weiter. Leider war das Wetter immer noch so schlecht, dass ich mich in Te Anua entschied nicht die 150km zum Milford Sound hinauf zu fahren, sondern gleich weiter nach Queenstown, um mich hier mit Fabian, den wir in Dunedin verabschiedet hatten, zu treffen.

Queenstown war das gesamte Gegenteil von meiner letzten Woche. So viele Menschen und Autos! Ich war ganz schön gestresst. Aber zum Glück hatte Fabian ein tolles Hostel gefunden, in der ich mit der Biene auf dem Parkplatz stehen konnte. Nach einem ganzen Tag Autofahren, geriet ich nun direkt in die laute Partywelt. Freunde von Fabian feierten Geburtstag und kaum aus dem Auto raus ging es los in die Partymeile, von Kneipe zu Kneipe. Und hier steppt echt der Bär! Am nächsten Tag erklomm ich mit ihm den Hausberg und erhielt somit eine fabelhafte Aussicht auf die Adrenalinstadt. Das war ein Spießrutenlauf: so viele Downhill Mountainbiker, Paraglider, Swing (per Stahlseil über Schluchten) Teilnehmer.


Wow-so stellte ich mir die Adrenalin Hauptstadt vor. Ein Surfer Pärchen, was wir im Hostel kennen gelernt hatten verriet uns, dass man keine Tickets an der Bergstation der Gondula checkt, woraufhin wir still und leise mit dieser wieder nach unten in die Stadt fuhren, vorbei an den Bungee-Jumpern, und sparten $20. In den nächsten Tagen entschied ich mich auch etwas mehr Adrenalin auszustoßen, und wählte in der schier unendlichen Liste der Aktivitäten eine Jet Boot Fahrt aus. Gesagt getan buchte ich in einem der unzähligen Büros den Shotover Jet Boat Ride und saß 2h später im Bus zur Schlucht. Sooo fantastisch! Der Fahrer muss über 200h Training absolvieren, bevor er Leute mit dem Boot so eng wie möglich an den Felsen vorbei lenken darf. Wenn er seinen Finger in die Luft hält und eine Drehbewegung macht, folgt eine 360° Drehung auf dem Wasser. Und man hat wirklich teilweise ein ganz schön flaues Gefühl in der Magengegend, wenn das Boot über sehr flache, ja manchmal konnte man die Steine direkt sehen, oder sehr nah an den Felsen vorbei rauschte. Eine nette Familie aus Deutschland bot mir die Fotos und das Video, die während der Fahrt gemacht wurden per Email zuzuschicken, da das Paket $58 kostete. Leider konnten sie das Video nicht brennen, aber die Fotos haben sie mir gesendet. =) Unvergesslich. Danach hatte die Elle HUNGER und ich füllte mir den Magen mit den wohl größten und besten Bürger, dessen Name landesweit bekannt ist: Fergburger.


Nach 4 Tagen in Queenstown entschieden Fabian und ich gemeinsam nach Wanaka zu fahren. Die Fahrt über Crown Range und den Ski Gebieten (Cadrona,…) war fantastisch. Spät abends in Wanaka angekommen, fanden wir keinen Stellplatz für unsere Autos und fuhren weiter an den Lake Hawea und fanden auch einen perfekten Platz direkt am See und an einem Spielplatz. Das Wetter war so toll, dass wir uns am nächsten Tag entschieden meine Angel auszuprobieren und kauften spontan ein paar Angelhaken und eine Angellizenz für 24h. Nachdem wir nach 10min eine riesige Forelle gesehen hatten, waren wir so euphorisch schnell zu einem Fisch zu kommen, den wir abends am See grillen konnten, dass wir noch eine Schüssel suchten und einen dicken stock um den armen Fisch um die Ecke zu bringen. Nachdem wir alles zusammen hatten tauchte jedoch weit und breit kein Fisch mehr auf und wir kapitulierten, fuhren an zwei weitere Stellen, fingen aber leider kein Flossentier. Vielmehr verfing sich der Angelhaken in Steinen und ich durfte nicht nur 1x in den glasklaren See waten und nach dem Haken fischen.
Fabian ist dann zu den Gletschern weiter gefahren und ich bin zurück nach Christchurch, um mein Praktikum in einem Outdoor-Aktivity Camp anzufangen.

`Tschuldigung für diesen Roman… aber ich will euch doch ein bisschen teilhaben lassen, an den Dingen, die ich hier erlebe.

Dienstag, 1. November 2011

Mit dem Frühling beginnt die Reisezeit ..- 1- Stopp: Wellington, die Multikulti Hauptstadt NZ’s

Nachdem ich fleißig über 3 Monate arbeiten war, hatte ich nun etwas Geld zusammensparen können, um meinen Reisegelüsten weiter zu frönen. Da ich schon lange nicht mehr geflogen bin, und das Fliegen hier in Neuseeland recht günstig erscheint, im Vergleich zum Autofahren, dachte ich mir ich fange mit der Hauptstadt an. Das war sehr spannend, es war das erste Mal, dass ich meine Füße auf die Nordinsel gesetzt habe. So war binnen einer Woche der Flug von Christchurch aus gebucht, und ich konnte 5 Tage bei einem Freund, Chris, eines Freundes aus Christchurch, in Wellington, in der WG wohnen. Der Flug war sehr schön. Zu meiner großen Freude durfte ich am Fenster sitzen und konnte daher in beiden Flügen sehr viel von der Landschaft sehn. Es geht die ganze Zeit an der Küste entlang, und man sieht die Wellen, die Autos und die schneebedeckten Berge in der Ferne. Sogar die Fähren zwischen den beiden Inseln hat man fahren sehen. Ich hoffte einen Wal zu entdecken, aber so viel des Guten sollte es dann doch nicht sein. Zum Glück blieb mir in Wellington eine turbulente, steile und abrupte Landung erspart. Es regnete und war relativ windstill. Man hatte mir vorher schon angst gemacht, dass die Landebahn so kurz ist, manchmal zu kurz ;-), da Wellington kaum gerade Fläche zu bieten hat, weil es völlig in den Bergen gelegen ist. Auch während meines Aufenthaltes in Wellington, machte die windigste Stadt der Welt zum Glück ihrem Ruf keine Ehre. Es regnete zwar sehr viel, aber damit konnte ich gut leben.
Ich durfte im Wohnzimmer der Flat von Chris, der in Wellington studiert, übernachten. Sie bestand aus 6 Bewohnern und war direkt in der Innenstadt gelegen, so konnte man alle wichtigen Orte zu Fuß erreichen. Und das tat ich dann auch in den nächsten Tagen. Rauf und runter gings dabei immer wieder. Da wurden schon des einen oder anderen Mal die Rolltreppen der Hochhäuser genutzt, um von einer Straße auf die andere hinauf zu kommen, und das nicht, weil ich zu faul war, oder zu bequem, nein einfach weil es alle machen, ha! Wenn man zum Einkaufen von oben mal kurz nach unten in die Stadt muss, dann ist das der billigtste und günstigtse und schnellste Weg.
Die ganze Stadt lebt. Es war schön nach dem langen Aufenthalt in Christchurch eine aktive, nicht zerbrochene Metropole zu erleben. Die Kulturen mischen sich.

Was ich dort alle gesehen habe könnt ihr den Bildern entnehmen…

Aus Frühlung und Wellington

Achja… die Neuseeländer sind komisch. Da darf man keinen Krümel Keks oder andere Pflanzen oder Ähnliches einführen, aber man kann große Schweizer Klappmesser im Rucksack mit ins Flugzeug nehmen, ohne dass da jemand etwas dagegen hat. So geschehen mit meinem Klappmesserchen, was ich vergessen hatte, nach der letzten Wanderung dort in die Biene zurück zu stecken. Erst auf dem Rückflug von Wellington nach Christchurch hatte es ein Sicherheitsbeamter bei genauerem Hinsehen entdeckt, und ich musste es in eine Mülltonne abtreten. Mein schönes Messer… wie soll ich denn jetzt meine Orangen verzehren?

Wie ihr sehen könnt ist der Frühling in vollem Gange. Das ist so herrlich hier. An einem Tag ist es sehr warm und man läuft in kurzen Sachen, geht an den Strand und sitzt in der Sonne. An anderen Tagen muss man sich wieder dicker einpacken. In der Fanmeile für die Rugby WM in Hagley Park sollte man die Wintersachen wieder heraus kramen. Trotzdem eine tolle Atmosphäre. Und viele Menschen... man muss natürlich das richtige Spiel abwarten und dann füllt sich der Platz auch. Mein Heuschnupfen hab ich derzeit unter Kontrolle... er scheint hier nicht so stark zu sein wie daheim. Touch wood!-das dass auch so bleibt.

Ich bin gerade in Dunedin in der Libary... und in meinem Kopf sind schon wieder soviele Dinge, die ich euch mitteilen will, soviel ist schon wieder in der letzten Zeit passiert. Ich komme gar nicht hinterher, alles chronologisch für euch festzuhalten. Bei vielen schönen Momenten bin ich auch manchmal zu langsam mit dem Fotoapparat. Aber so schön wie es hier manchmal ist, die Athmossphäre und die Gefühle, kann man auf Fotos eh nicht rüberbringen. leider!

So denne... bis später...

Freitag, 14. Oktober 2011

Goodbye Porters... der nächste Winter kommt erst in einem Jahr wieder?!

Hallo meine Lieben,

viel zu lange habe ich nun schon nichts mehr von mir hören lassen. Sorry! Es geht mir sehr gut und jetzt hab ich einen kurzen Augenblick gefunden, um euch daheim wieder etwas an meinem Leben hier, am schönsten Ende der Welt, teilhaben zu lassen. ;-)

Aus Wintererlebnisse

Seit Anfang Oktober ist die Arbeit in meinem Skigebiet nun schon beendet. Das heißt dann wohl ich habe 2 Wochen 'Urlaub' im Urlaub oder so. Hihiii... Ich habe eine sehr schöne Zeit in den Bergen der Süd Alpen und in unserem Dörfchen Springfield verbracht, viele interessante Menschen kennengelernt, die in ihren Lebenseinstellungen nicht unterschiedlicher und doch zugleich gleich sein konnten. Alle schwammen irgendwie auf einem Level, was das Lebensmotto anbelangte: "Das tun, was einem gut tut, und das nötigste Tun, um die Möglichkeit zu haben ein gutes Leben zu führen, während man die Welt anschaut".

Da waren Bex und Mike, 2 meiner Mitbewohner aus England, die Sport studiert haben, und die nun seit Mai nach Neuseeland ausgewandert sind. Beide sind vorher viel gereist und ihre Familen leben über den Globus vertstreut. Mike ist Outdoor Instruktor und Surfer... da er mit Sack und Pack nach NZ gekommen ist, konnte man von ihm alles mögliche ausleihen, vom Volleyball, über Longboard, Fahrrad, Kletterausrüstung. Wenn der Sommer jetzt näher rückt, habe ich in ihm meinen perfekten Surflehrer gefunden, da neben Kajaks auch Surfboards zu seinem Inventar gehören. Ich freue mich schon ganz sehr darauf!
Saskia aus Deutschland hat Ernährungswissenschaften studiert, und befindet sich der Zeit in der Phase, in der sie überlegt, ob sie vielleicht Deutschland den Rücken zukehren und sich ein neues Leben hier aufbauen soll.
Einige andere Skigebietsmitarbeiter reisen dem Schnee hinerher. Viele von ihnen haben jetzt schon bis zu 6 Jahren keinen richtigen Sommer mehr erlebt, da sie immer in der Halbkugel der Erde unterwegs sind, in der gerade Winter herrscht. So beginnt die nächste Schneesaison schon für viele im November wieder, dann aber in Japan, Skandinavien, Frankreich, Schweiz, Kanada und USA. Andere reisen weiter, durch Neuseeland, so wie ich, und wieder andere setzten ihre Reise durch die ganze Welt fort. Neuseeland, war nur ein kurzer Zwischenstopp...

Wir haben durch unsere Trinkgelder im Café den einen oder anderen schönen Abend in gemütlicher Runde verbringen können. Wie ihr den Bildern entnehmen könnt, waren auch einige lustige Abende in Springfield dabei. Unter anderem der Abend, an dem es Spanferkel (oder so ähnlich) ;-) gab, oder der an dem Sushi zubereitet wurde, oder die bei denen in geselliger Runde, der Rugby Worlcup auf der Viedeolinwand im Pub angeschaut wurden. Im Nachbarskigebiet gab es das alljährlichen BigAIR-Event zu sehen. Viele junge Menschen in Partylaune, Musik, gute Sprünge von der Schanze und Motorcross-Akrobatik konnte bewundert werden. Wenn einem langweilig war, wurde schon einmal Weihnachten vorgezogen und alle Freunde haben typische Speißen aus deren Land zubereitet und wir hatten ein prächtiges Weihnachtsfmal mitten im September. Saskia und ich machten Stollen! Mein erster selbstgemachter Stollen, und das in Neuseeland. Und er hat sogar geschmeckt! Und wenn wir schon einmal bei Novums angelangt sind. Ja, ich habe hier auch das erste mal in meinem Leben ein Dirndl getragen. Porters hat sein alljährliches Oktoberfest ausgerichtet und alle Cafémitarbeiter mussten dieses Dirndl tragen (leider waren die schönen und traditionellen Kleider in einem Leihhaus in Chirstchurch, das beim Erdbeben im Februar zertsört wurde). Es wurde Sauerkraut, Bier, Brezel und Kartoffelsalat mit Wurst verkauft. Schon lustig...

Zum Abschied hat Porters ein Abendsessen für alle bei einem Italiner oragnisiert. Da gab es Freibier und Wein und zu Essen was das Herz begehrte. Nachdem, war allerdings auch Abschiednehmen von vielen neugewonnen Freunden angesagt, was schon komisch war, da es bei dem ein oder anderem nicht sehr leicht viel. Schließlich hat man 3 Monate auf engsten Raum immer irgendwie miteinander zu tun gehabt und viele Erlebnisse gemeinsam gesammelt.


Neben dem anstrengenden Alltag im Café (es war schon gut zu wissen, dass man den Job nicht sein ganzes Leben machen muss!) kam das Skifahren und Boarden natürlich nicht zu kurz. Ich konnte neben den größeren Commercial Skifields wie Porters und Mt. Hutt, die für eine breite palette von Skifahern (Anfänger + Fortgeschrittene) durch Doppelschlepplifte (T-Bars) und Sesselllifte (aber bei weitem nicht so modern und vorallem bequem, wie in Europa)geeignet sind, auch die kleineren sogenannten Club-Fields erkunden, in denen meiner Meinung nach nur geübte Skifahrer und sehr geübte Boarder Spaß haben können. Warum? Zum einen sind die meisten Skigebiete mit einer wirklich langen Anreise bergauf verbunden, die nicht jeder gerne macht, wenn er nichts vom Skifahren hält, und zum anderen haben die Clubfields allesamt keine planierten Pisten. Die Felder liegen auf den Spitzen der Berge und stellen somit ein Paradies für Backcountrie Skier und Boarder dar. Nichteinmal die Lift'spur' ist geebnet. Wer sich also in Deutschland über eine hügelige, eisige Liftspur beschwert, der sollte nicht die neuseeländischen Felder näher unter die Lupe nehmen. Apropos Lift. Ich hab ja nun schon viele Lifte gesehen und die Teller-Lifte am Keilberg (Erzgebirge) in den Tschechen, waren bisher meine Favouriten in Sachen: abenteuerlichster Lifte. Bis jetzt! Hier braucht man für die Nutzung der sogenannten Nutcracker (Nussknacker) Lifte oder auch Ropetows (schneellaufende Stahlseile, die über Eisenräder gehen) genannt: Mut, Kraft in den Händen, alte Handschuhe und vorallem die richtige Technik, um den Berg bezwingen zu können. Ropetows sind Lifte, die sehr schnell auf- und abzubauen sind, und die kaum Geld (nur Geld für Benzin zur Betreibung)in den weniger frequentierten, steilen Gebieten der Berge brauchen, und die sehr schnell und auch in windigen Bedingungen die Auffahrt ermöglichen. Der Skifahrer braucht einen Klettergurt, einen sogenannten Nutcracker (metallische Klappe-sieht aus wie ein Nusskancker)und einen Handschuhprotecktor aus Leder, da ansonsten diesmal nicht der Kea den Handschuh frisst, sondern der Lift. Man hält sich erst am Seil fest, vesucht dann den Nutcracker am Seil festzumachen und wenn man das geschafft hat, braucht man nur noch Geduld, starke Hände und gute Nerven. Denn wenn man an den Rädern vorbeisaust, auf denen das Stahlseil läuft, sollte man immer seine Finger im Auge haben. Sonst hatt man am Ende schon mal 4 statt 5 von denen. Ist man Snowboarder, dann hat man noch mehr Spaß, weil man manchmal (kommt immer auf den Stance: linkes oder rechtes Bein vorne an) die Räder im Rücken hat.
Fazit: total unterschiedlich zu europäischen Liften (würde nie durch den TÜF kommen), wenn man aber wie vor 60 Jahren die Berge unsicher machen will, allemal ein unvergessliches Erlebnis! ;-)


Ich war aber nicht nur im Schnee unterwegs. Manchmal brauchte man auch zur Abwechlsung mal ein paar warme Stunden. Und wo kann man das nicht besser nutzen, als hier, in Neuseeland. Ein Trip führte mich wieder auf die Banks Peninsula, auf der der Frühlung mitten im Winter bereits eingezogen war. Aber seht selbst. Ich habe nur ein paar Bilder hochgeladen... Alle würden den Rahmen sprengen...

Es gab auch einen Moment, an dem ich gerne wieder zuhause gewesen wäre, und den ich warscheinlich auch so schnell nicht vergessen werde, da es die blödeste Situation war, die ich je erlebt habe. Das war an dem Tag, an dem die Frau von der Wwoofing-Familie von der WestKüste (the She-Devil-Lady..könnt ihr euch erinnern??) auf den Berg ins Café gekommen ist, und einen rießen Aufstand um die $20 gemacht hat. Sie hatte die Biene in Springfield neben unserem GreenHouse stehen sehen, als sie nach Christchurch gefahren ist. Da jeder jeden kennt in Springfield, war es nicht schwer für sie heraus zu bekommen, dass wir (sie dachte, dass Nina auch in Porters arbeitet) im Skigebiet sind. Sie ist also die 1h! ins Skigebiet hochgefahren, ist dort ins Büro und wollte den Manager sprechen. War aber bereits so aufgebracht, dass meine Freunde, die dort arbeiteten sie bereits nach paar Minuten für verrückt hielten. Sie haben sie dann aber doch zu mir gebracht. Und ihr könnt euch nicht vorstellen, wie mir zu mute war, als ich den 'Drachen' gesehen habe. Ohne mich zu Wort kommen zu lassen, hat sie angefangen, auf mich einzuschreien, dass ich ihr noch $20 schulde, und wenn ich ihr das Geld nicht sofort gebe, würde sie die Polizei einschalten, was mir und meinem Visum wohl großen Ärger einbringen würde. Eine Freundin, der ich im Vorfeld von meinen Erlebnissen in dieser Wwoofing-Familie erzählt hatte, hat ihr dann das Geld wortlos aus der Kasse im Café gegeben, da wir alle auf Arbeit kein Geld dabei haben, und ich wie versteinert war. Als sie dann weg war, sind alle zu mirgekommen und wollten die ganze Storry an der Westküste wissen... was alle zum lachen brachte, und sie als verrückt und nicht-neuseeländischen Einwohner bezeichnen ließen. Selbst der Manager, ist zu mir gekommen und hat versucht mich zu trösten. So eine absurde Aktion. Sie fährt 1 1/2h Berge hoch und runter und verbrät dadurch mindestens $20 Benzin, um das Geld zu bekommen, was 1. wir (schon gar nicht ich, wenn dann Nina) ihr überhaupt nicht schuldig sind, da der Traktorfahrer nichts von uns haben wollte und 2. hatte sie die ganze Zeit meine E-Mail Addresse, wo sie mir hätte schreiben können, dass sie unbedingt das Geld noch haben möchte, was sie nie getan hat.

Mittlerweile ist auch hier der Frühling eingezogen. Und eine neue Phase beginnt. Ich werde nun mehr reisen und das Land und die Leute weiter entdecken. Es fällt schwer von Christchruch und den liebgewonnenen Freunden vorerst ebenfalls Abschied zu nehmen. Aber ich weis, dass ich zu Weihnachten wieder komme und die Feiertage zusammen mit ihnen verbringen werde. Das ist ein gutes Gefühl...

Bis bald... der nächste Eintrag lässt nicht so lang auf sich warten! ;-)
Eure Elle

Donnerstag, 18. August 2011

Ein Löwe spielt an seinen Geburtstag im Schnee!

Nachdem ich, wie es einem König(in) gebührt, immer im Sommer und mit viel Sonne und Wärme meinen Ehrentag feiern durfte, kam ich dieses Jahr in den Genuss, das erste Mal mit Schnee und auf einem Snowboard den Tag zu genießen. Etwas verschlafen ging es zu einem Rental-Shop in Darfield um das ultimative Board auszuleihen, da ich bisher nur Ski von Porters geliehen habe, weil die Rentalboards so bescheiden sind - mit Plastik Nose und Tail. Schnell war auch ein "angemessenes" Board für meinen großen Tag gefunden. Schlaftrunken erklärte ich der Rental nun welchen Winkel und Stance ich gerne haben wollte, und sie fing auch gleich an, sorgfälltig, die Bindungen drauf zu schrauben. Es dauerte eine Weile bis ich realisierte, dass sie mir die Bindung Duckstance und Goofy (also Zehenspitzen auseinander und rechtes Bein vorne)einstellte. Der Mocca (ist ein Kaffee mit Schoki, keine Angst, nicht der Schnaps! ;-)) in meiner Hand, der mir beim Aufwachen helfen sollte, tat gute Wirkung. Nachdem sie die letzte Schraube angezogen hatte und ich die ganz Zeit daneben stand, bat ich sie also noch einmal, das ganze zu ändern. Naja... ich weis nicht wer von uns beiden verpeilter an dem Morgen war..hihi.... Mit dem teurem Stück! im Auto fuhren zum Skigebiet Mt. Cheeseman, das ebenfalls wie Porters am Arthur’s Pass gelegen ist. Wieder einmal konnte ich den Grund nachvollziehen, warum alle Skigebiete ihre Straßen teilweise nur für Allrad, oder Fahrzeuge mit Schneeketten, zugängig machen. Nach einem kleinen Hinweisschild auf der asphaltierten Passstraße folgte eine 45 minütiger Schotterweg zum Skigebiet. Nur gut wir saßen im Auto meines Freundes und nicht in der Biene. So war es kein Problem die Straße zu bewältigen. Entschädigt wurden wir durch ein wunderschönes Panorama und 5h herrliche Pisten im Sonnenschein. Nachdem ich die erste Abfahrt mit dem Board gemeistert hatte, bemerkte ich nun endlich auch, dass die Frau vom Skiverleih auch noch die Bindung so eingestellt hatte, dass die Nose kürzer als das Teil war. Also musste ich das ganze noch einmal umschrauben, was der guten Stimmung keinen Abbruch tat und ich letztendlich herzhaft darüber lachen musste, dass wir beide so verpeilt waren!

Aus Geburtstag und mehr...

Danach ging es zurück nach Christchurch direkt zu meinem, nunmehr lieblings-, Chinesen zum Dinner und dann in die Flat meiner Freunde. Dort erwartete mich ein rießiger, selbstgebackener Schokoladenkuchen mit Geburtstagskerzen und von Nina ein Treifl?? (sowas wie Tiramisu). Mit Wein und in gemütlicher Runde verging der Abend recht schnell und ich war zugegebener Maßen viel zu müde um groß Wegzugehen und bis spät in die Nacht zu feiern. Außerdem hatte ich mir eine dicke Erkältung eingefangen. Aber schön wars... =D

Danke an dieser Stelle an alle lieben Gratulanten und Glückwünschern, die mich per Telefon erreicht haben, und danke für die vielen tollen Nachrichten, die mir geemailt und getextet oder über Dritte übermittelt wurden. Ich habe mich über jede einzelne wirklich sehr gefreut und würde mir wünschen, dass auch weiterhin alle an mich denken! Es ist ein schönes Gefühl, zu wissen dass die Familie und die Freunde daheim für einen da sind, und immer ein offenes Ohr haben und an dem Teilhaben, was ich hier erleben darf! Küsschen an alle!

Ein paar Tage vor meinem Geburtstag kam ich in den Genuss, die Eishockeynationalmannschaften aus den USA und Kanada bei ihrer Testspielreihe in Neuseeland zu bewundern. Die Karten dafür (150Dollar jede) gab es umsonst, da der Organisator der Spielreihe ein guter Kunde im Chinwag, des Restaurants in dem ich Barkeeper und Kellner war, und Bekannter von Jeremy ist. =) Ich durfte also das Spektakel aus der ersten Reihe bewundern. Christchurch war neben Auckland und Duneden, eine der drei Austragungsorte in NZ, und für die Erdbeben gebeutelte Stadt und das wiedereröffnete Stadium war das Ereignis sehr wichtig. Die Menschen haben noch immer ein mulmiges Gefühl zu Tausenden in einer Halle zu sitzen, falls wieder ein Beben stadtfinden sollte. Aber es war ein weiterer Schritt zurück in die Normalität der 2. größten Stadt NZ's.

Ansonsten vergehen die Tage in Springfield relativ schnell, da man den ganzen Tag im Skigebiet arbeiten ist und die meisten, und auch ich, davon ganz schön geschafft sind. An Tagen, an denen das Field geschlossen ist, da zu viel Wind herrscht, wird oft etwas gemeinschaftlich gekocht und unternommen. So haben wir am letzten freien Tag (sonst haben ja nie alle zur selben Zeit frei) eine Wanderung um den Berg Mt. Oxford zu einem Wasserfall angesetzt. 5h dauerte das ganze und am Ende trafen wir zwei ältere Damen, die ebenfalls den Berg bestiegen, aber in einer Hütte übernachtet hatten. Wir begleiteten sie bis zu deren Auto und machten uns auf den Weg weiter bergab zu unserem Vehicle, bis plötzlich eine der Beiden hinter uns hergerannt kam und um Hilfe bat. Ihr zugegegbener Maßen altes Auto (hätte bestimmt keinen TÜV bei uns bekommen) war der Saft aus der Batterie ausgegangen, und es gab wie überall natürlich keinen Handyempfang, sodass sie sehr lange bis zur Hauptstraße hätten laufen müssen um jemanden zu holen. Mike, der einen anderen Weg zum Auto genommen hatte, musste nun also auf den Berg zu uns fahren und Starthilfe geben. Wir Mädels saßen derweil im Auto, weil es draußen so eiskalt war und stürmte, dass die Wartezeit ewig erschien. So wurden nette Geschichten ausgetauscht und mit dem Hund der Damen geknuddelt. 6 Menschen + Hund im Auto... ;-)

Letzte Woche war Retro-Tag auf dem Berg angesagt und jeder konnte sich dementsprechend verkleiden. Ich fand in einem Secondhand Shop eine fabelhafte Hose mit Flowerprint und ein neckisches T-Shirt + Stirnband für nur 19 Dollar. Die Hose ist so toll, dass ich ganz traurig bin, weil ich sie nicht jeden Tag anziehen kann! Es gab lustige Gestalten zu sehen und der Tag ging sehr schnell vorüber! Wir mussten leider 2h eher schließen, weil ein großer Blizzard angezogen kam und niemand riskieren wollte, dass wie in anderen Skigebieten, die Menschen im Café die Nacht oder Nächte! verbringen müssen, da sie nicht mehr vom Berg kommen. Ich fuhr dann nach Christchurch, da eigentlich eine weiteres Schneewochenende mit Boarden und Skifahren geplant war, aber daraus wurde nichts. Wie vor drei Wochen stand die Stadt nach einem Schneefall von gut 15cm still. Kaum einer ging zur Arbeit und die meisten Läden und Restaurants waren geschlossen. Der Zauber des ersten Schneefalls blieb dieses Mal aus. Die Leute hatten es satt schlechtes Wetter zu haben, überall mit dem Auto stecken zu bleiben und daheim rumzusitzen. Demzufolge gab es weniger Schneemänner... =( Es schneite angeblich seit 40 Jahren nicht so sehr in ganz Neuseeland, selbst Auckland und Wellington auf der Nordinsel sahen Schnee. So stack man wieder in Christchurch fest und konnte nichts unternehmen.
Seit 5 Tagen ist nun schon unser Skifield geschlossen und wir können nicht arbeiten. Die geschlossene Passstraße verhinderte, dass die zuständigen Mitarbeiter ins Skigebiet konnten und dort das Lawinenrisiko durch auswerfen von Bomben per Helikopter zu senken. Aber morgen soll es nun endlich wieder losgehen. Jeder ist traurig, wenn er nicht arbeiten kann, da wir nicht bezahlt werden, wenn wir daheim rumsitzen. =(
Dank des Zufalls, dass 2 Kellnerinnen krank waren, und dank Jeremy konnte ich wenigstens während der Zeit wieder für 2 Tage in Chinwag arbeiten und etwas Geld hinzuverdienen. Und da muss ich jetzt auch wieder hin...

So denn, schaut euch auch fleißg die Bilder an!

Bis bald!
eure Elle

Mittwoch, 3. August 2011

Ab jetzt wird Moe’s Bier getrunken….

Aus Springfield & Porters

Seit dem 13.07. wohne ich nun im „Green House“ am Ortseingang von Springfield. Warum heißt das Green House Green House? Na weils grün is, richtig dunkelgrün… Fast alle Arbeiter vom Skigebiet sind in diesem kleinen Dörfchen untergebracht, und wenn man sich einen Treffpunkt ausmacht, wo man des Abends dinnieren oder sich treffen will, dann sagt man; na im White House oder im Party House oder oder... Man könnte sich hier wie daheim fühlen – es gibt nicht vielmehr Einwohner, als in meinem lieben Mühlleithen, und wir als Saisonarbeiter erhöhen trächtig die Einwohnerzahl. In unserem bescheidenen Häuschen können 6 Man jeweils im Doppelzimmer ein Plätzchen finden. Wir haben fast alles was das Herz begehrt: Gasherd, Mikrowelle, Waschmaschine, 3 Badezimmer, Garten und Schuppen. Der größte Wehrmutstropfen ist dabei nicht das fehlende Fernsehen und Internet, es ist die ebenfalls fehlende Zentralheizung, die wir verwöhnten Europäer als selbstverständlich empfinden. Es gibt zwei Öfen, die wie eh und je mit Holz befeuert werden müssen. Da wir keinen Kobold besitzen und auch noch nicht den Ring von Frodo gefunden haben, ist es Morgens zum Aufstehen, und Abends, wenn man von der Arbeit kommt, immer sehr sehr kalt. Das Aufstehen fällt besonders schwer. Der Lichtschalter scheint dann meilenweit vom Bett entfernt (man muss tatsächlich durch ganze Zimmer trampeln), die Glühbirne ohne Lampenschirm leuchtet doppelt so hell und man sollte aufpassen, dass man die Wärmeflasche richtig zudreht, sonst erwacht man schon mal in einem nasses Bett.
Es dauert eine ganze Weile, bis es dann warm wird und man durch das erhitzte Wasser eine warme Dusche nehmen kann. Man bedenke, dass die Häuser hier in der Regel ohne jegliche Wärmedämmung gebaut werden, was das halten der kostbaren Wärme über Nacht natürlich auch nicht einfacher macht. Feuer machen kann man selbstverständlich nur, wenn man auch Etwas zum Verbrennen hat. So nehmen Saskia und ich alle paar Tage die großen Pappkartons von der Arbeit mit ins Tal und besorgen uns somit einen schnellen und preiswerten Feueranzünder. Aber mit Pappe allein heizt man nicht das ganze Haus. Dementsprechend gehen wir des Nachts oft auch noch auf geheime Mission und klauen des Nachbars Feuerholz. Das kann man natürlich auch am Tag tun, wenn man eine „nettes Gespräch“ und einen halben Herzinfarkt mit dem erbosten Eigentümer haben möchte. Ja klar, man könnte auch einfach Holz kaufen… aber ihr wisst ja: wir sind arme Backpacker! Die nächtlichen Aktionen werden durch einen Zaun und einen kleinen Sumpf vor dem Zaun noch erschwert, aber mit einer Menschenkette holt man, was man forttragen kann. Leider ist es mit dem Holzklau noch nicht getan. Wir müssen uns das kostbare Brennholz (es scheint Schwemmholz zu sein, was sehr schnell verbrennt) auch noch ofengerecht (und der Ofen hat echt ein kleines Ofenloch!!) zu Recht sägen. Und das mit einer alten, rostigen Handsäge! Das sind Aktionen… Man sägt gern Holz, im Dunkeln mit einer Stirnlampe, in der Eiseskälte.

Ok… genug gejammert! Es ist ja auch irgendwie lustig. Und der einzige Mann in unserem Haus; Mike aus England, zieht meist das kürzeste Stäbchen und darf für „seine Frauen“ sägen. ;-) Schließlich war auch er es, der unsere Zimmertür zufallen lassen hat, und Saskia und mir daher die erste Nacht in der Besucherecke, im klapprigen Doppelstockbett, beschert hatte. Verzweifelt haben wir versucht in unser Zimmer zu kommen, jeder durfte sich mal als Einbrecher üben und sogar die Freunde aus den andere Häusern kamen vorbei um mit „klugen“ Ratschlägen und Taten zu Seite zu stehen. Aber es stellte sich heraus, dass wir keinen brauchbaren Einbrecher unter uns haben. So wurde ein lustiger Umtrunk daraus. Unser Vermieter hatte auch keinen Schlüssel mehr für das Zimmer und wollte am nächsten Morgen die Fenster ausheben. Aber naja… er hat dann doch einen Schlüsseldienst kommen lassen. Lustiger Typ… unser Mr. Burns….äh Bones. ;-) Diese Tür ist auch das einzige, was verschlossen war an unserem Haus. Bis auf das Auto vor der Tür wird hier nichts abgeschlossen. Jeder kommt und geht wie er will und alle Türen sind immer auf. Auch während wir auf Porters arbeiten. Wer also diverse Laptops und ja man kann schon sagen, ALLE Habseligkeiten von uns haben will, braucht nur vorbei zu kommen, und sich die Taschen vollzuladen. Nichts und Niemand wird ihn daran hindern. Schon ein mulmiges Gefühl für einen Deutschen, das Haus so offen stehen zu lassen.
Die Wäsche muss man vorwaschen, will man wirklich saubere Socken, was schon einmal wunde Fingerkuppen beschert und das längste! Waschprogramm unserer tollen Maschine dauert 45min! Das sagt doch schon alles…

Mein Arbeitstag sieht derzeit für 6 Tage in der Woche so aus: 6 Uhr aufstehen (frieren), 7.30 mit kleinen Augen am Treffpunkt in den Bus steigen, der uns in ca. 1 Stunde auf den Berg fährt, 8.30-17.15 Arbeiten im Café (Barista-Kaffee kochen und Farne und Herzchen draufzaubern, wir backen und kochen fast alles selber, müssen aber auch an jedem Tag selber Putzkollonne spielen – macht Spaß das ganze Café zu „moppen“), 17.30-18.30 Busfahrt zurück nach Springers (alle Schlafen, da es dunkel wird und kalt ist), Feuer machen und kochen und zusammensitzen. Immer Montag Abends findet im Pub des Ortes ein Arbeitermeeting von Porters statt, zu dem der Leiter Uli jeden eine Jug Bier oder Wein ausgibt und man fröhlich zusammen sitzt. ;-)
Das Skigebiet selbst hat leider nicht jeden Tag geöffnet. Wenn schlechtes Wetter, und es vor allem sehr windig ist, bleibt es geschlossen, und wir haben einen Tag unbezahlt frei. Dann geht man zusammen nach Christchurch klettern, oder irgendwo wandern, oder wenn man Glück hat, und nicht seine Skiausrüstung auf dem Berg gelassen hat, kann man zu einem anderen Skigebiet fahren und dort boarden gehen. Lustig ist es dann, wenn das Skigebiet „on hold“ ist. D.h. es ist noch nicht sicher ob man öffnen kann, oder nicht, und alle Mitarbeiter müssen sich bereithalten. So sitzt dann schon mal die ganze Truppe 1h im Bus an der Haltestelle, wartet auf den Anruf vom Manger, und darf dann doch wieder heimgehen, weil es zu schlechtes Wetter hat.

In den hiesigen Winterferien hatte ich nur 1 Tag frei. Und genau an diesem Tag wollte ich mit den Freunden aus Chch nach Mt. Hutt fahren. Ich machte mich nach der Arbeit mit der Biene auf den Weg, was mich diesesmal nicht 1h sondern fast 2h kosten sollte. Es schneite so sehr, dass die Biene ganz schön ackern musste und mir dann und wann erhebliche Adrenalinausstöße bescherte, was das passieren diverser Autos im Seitengraben nicht verbesserte. Aber ich bin gut angekommen. Es schneite so sehr in Christchurch (das 1. Mal diesen Winter!), dass am nächsten Morgen alle Straßen dicht, Mt. Hutt on hold und alle Wege aus Christchurch geschlossen waren. Gefangen in der Stadt, an meinem freien Tag, mit besten Powderbedingungen auf den Bergen-sooo gemein. Als Entschädigung sind wir zum Strand gefahren und haben einen Sand-Schneemann gebaut (Siehe Fotos). Aber nicht nur wir bauten Schneemänner… da fast alle Leute nicht zu Arbeit gingen, wegen dem Schnee, und daher auch fast alle Läden geschlossen waren(schwierig was etwas Essbares zu finden!) haben soooo viele Menschen Schneemänner gebaut.. Eine Fahrt durchs Schneemannsland ;-) Oder besser eine „Steckenbleibfahrt“. Drei Mal sind wir in der Stadt an Ampeln, Kreuzungen und Nebenstraßen mit dem Auto stecken geblieben, bis wir kurzerhand beschlossen hatten Schneeketten zu kaufen, was das Leben an diesem Tag bedeutend einfacher machte. Man konnte ja nicht einmal eine heiße Schokolade trinken gehen, ohne danach sicher zu sein, dass man das Auto mit Hilfe freundlicher Passanten wieder in Schwung bringen muss. Zudem ist man genötigt auch immer Schneeketten drauf zu haben, wenn man selbst in ein Skigebiet fahren will, da die Straßen so schlecht und steil sind. Am nächsten Tag musste mich Jeremy um 6 zurück nach Springfield fahren, da die Biene hinter dicken Schneepflugmauern eingefroren war, und nicht fliegen konnte. Aber auch wir konnten nur 30km/h in der Stadt fahren… sooo glatt! Die Kiwis streuen kein Salz, höchstens etwas Splitt über die Bergpässe. Mmh.. den Bus hab ich dann in Springfield auch verpasst und er durfte mich die Stunde noch auf den Berg hochfahren…
So das war’s erst mal von mir!

In kürze kommt der Bericht zum Geburtstaaaaaag.

Seid mir alle lieb gegrüßt!

Dienstag, 12. Juli 2011

Zeitvertreib bis Winteranfang

Aus Auf dem Rücken der...

Morgen soll es nun endlich los gehen! Erst war kein Schnee weit und breit, und es herrschten ungewöhnlich warme Temeperaturen für die Jahreszeit. Und nun ist soviel Schnee, dass sie sich alle schwer tun, die Straßen zu den Skigebieten zu räumen, soviel hat es geschneit. Das Problem ist derzeit der Wind, er behindert alle Arbeiten und wir dürfen wahrscheinlich, bevor wir anfangen in unserem jeweiligen Resort zu arbeiten, erst einmal die Straßen frei schaufeln. Aber dass kenne ich ja von daheim, daher ist es nix Neues und ich bekomm Geld fürs Schaufeln! ;-) Alle, die im Skigebiet arbeiten, sitzen derzeit wie auf heißen Kohlen, da die Saison über 3 Wochen später startet, als gewöhnlich. Manche halten sich mit Gelegenheitsjobs über Wasser, andere verbummeln ihre Zeit in Springfield, in dem es nun wirklich nicht sehr viel zu erleben gibt. Da hatte ich es sehr gut, mit meiner Arbeit im Restaurant in Christchurch!
Da das Management vom Skigebiet angst hatte, dass manche Arbeiter abspringen, da sie nichts verdienen und nicht absehbar ist, wann Schnee kommt, gab es diverse Aktivitäten, die von ihnen ausgerichtet wurden. Unter anderem das Horse Trekking in Springfield. Das war sooooo toooolll. Ich saß das erste Mal auf einem Pferd und bin 3 Stunden durch die tolle Landschaft geritten. Wir durften die Pferde vor- und nachbereiten. Der Besitzer der Pferde organisiert Horse Trekkings seit Jahren, besitzt 19 Pferde, Lamas und Apackas und Boarder Collies. Wegen des warmen Winters und der Erdbeben in Christchurch, ist es bisher kein gutes Jahr für ihn... Wir können gerne wieder kommen und umsonst in den Genuss der Freiheit auf dem Rücken der Pferde kommen...

Ansonsten verraten euch die Fotos was noch so passiert ist.

P.S: ich war Kiwi-like dinnieren... es gab ein gaaaanzes Weißbrot mit Knoblauchbutter zur Vorspeiße. Das sagt doch wohl schon alles, oder? ;-)

Bis bald,
eure Elle

Samstag, 25. Juni 2011

1. steht für: großes Erdbeben, Kiwi, Begegnung mit dem Porters Skiegebiet und Languste in Kaikoura

Schon lang nix mehr gehört, wah? Dann ist hier mal was zum Schmökern ;-)

Montag, den 13.6., gab es in Christchurch wieder 2 schwere Erdbeben. Eines mit der Stärke 5,5, und eines mit 6,3. Kurz vor dem 1. Erdbeben wollte ich die Kathederal ansehen, da die Straße nach dem schweren Februarerdbeben seit ein paar Tagen wieder geöffnet war. Ich stand also gerade auf der Straße, als es passierte, und der Erdboden auf einmal Wellen schlug und die Bäume wackelten. Mmh... nix wars mit der Kathederal. Auf der Stelle wurde kehrt gemacht und in der Wg nach dem rechten gesehen. Alle waren unverletzt, nur der Kaffee, der ist umgefallen, und hat die Wand, den Fußboden und unsere Laptops verschönert. Das ganze Haus schwingt unheimlich mit und Nina und die anderen haben sich zwischen 2 Wänden gerettet. Da Jeremy, unser Restaurant Manager, in der Bar nach dem rechten sehen wollte, machte ich mich mit ihm auf dem Weg um ihm beim aufräumen zu helfen. Es war nicht viel kaputt gegangen, so machten wir uns erst einmal einen Kaffee und räumten in Ruhe die zerbrochenen Flaschen und ausgelaufenen Dinge in den Kühlschränken auf. Als wir dann ca 1 1/2 h später vor dem Thresen standen und ich meine heiße Schokolade als Belohnung in der Hand hatte, ereignete sich das 2. stärkere Erdbeben, was die selbe Stärke, wie das schlimme Erdbeben vom Februar hatte. Es war allerdings etwas tiefer in der Erde, weshalb es zum Glück nicht mit der selben Wucht zuschlug. Mir hat es aber gelangt. Ich glaube ich habe die ganze Zeit nicht geatmet, was auch erklärt, warum ich danach so nach Luft schnappen musste und gezittert habe. Viele Flaschen fielen aus den Regalen, die Stühle kamen von den Tischen, die Pflanzen sind umgefallen. Ich habe versucht aus dem Gebäude zu gehen, aber es war zwecklos. Man macht einen Schritt vor, um gleich darauf wieder einen zurück zu machen. Ich war eigentlich nur damit beschäftigt mir die Schokolade nicht drüber zu kippen (was auch gelang, weil es eine zum mitnehmen war, mit Deckel ;-))und mich vor den Flaschen und Stühlen zu retten. Als es vorbei war sind wir schnellstmöglich aus dem Gebäude raus, auf die Straße. Man konnte dann beobachten wie alle Menschen aus den Häusern geströmt sind und vor den Gebäuden standen, da sie angst hatten vor weiteren Aftershoks, die womöglich die Häuser einstürzen lassen. Die Wasserleitungen unter der Straße sind gebrochen, haben manche Straße unter Wasser, andere unter Schlamm und Sand gesetzt. Mancher Riss in der Straße war gar so groß, dass Autos darin zur Hälfte versunken sind. Viele Häuser wurden weiter beschädigt. Als ich ein paar Tage später am Fluss joggen war, tat sich vor mir eine total wellige, löchrige, teilweise in den Fluss gefallene Straße auf. Krass! Zum Glück war die Innenstadt mit den meisten Vorbeschädigten, hohen Gebäuden schon seit Februar abgesperrt. So kamen nicht so viele Menschen zu schaden..- 40 Menschen wurden verletzt und 1 ist gestorben.. In manchen Stadtteilen war der Strom und das Wasser weg. Jetzt habe ich auch eingesehen, warum überall in der Stadt auf den Gehwegen Dixi-Klos stehen. Die muss man nämlich benutzen, wenn das eigene kein Wasser mehr hat! =(. Und Abends, wenn man durch teilweise dunkle Stadtteile läuft, weil die Straßenlampen nicht mehr gehen, spaziert man am besten mitten auf der Straße, da man da sicher sein kann, dass man nicht von einer gemeinen Spalte verschlungen wird!

Zur Zeit warte ich auf Schnee, sodass ich in dem Café im Skigebiet anfangen kann mit arbeiten. Nachdem ich mich kurzfristig bewarb, obwohl die Anmeldefrist schon vorbei war, habe ich dank meines Studiumskollegen Robin, der letztes Jahr dort gearbeitet hatte, doch noch ein Interview ergattern können und für einen Ausfall einspringen können. So hatte ich Montags die Bewerbung abgeschickt, Dienstags das Interview und am Wochenende das Mitarbeiter Training (Kundenservice, Lawinenrettung, Sicherheit, Barista Training) auf dem Berg. Meine Teamkollegen sind durchweg nette Menschen, viele Schweden (7), 4 Engländer, 3 Deutsche, 2 Amis, und der Rest Kiwis. Wir schliefen auf dem Berg und hatten Abends eine schöne Feier. Der Leiter ist ein Deutscher aus Füssen, der nach seinem Studium zum Brauereimesiter eigentlich eine Brauerei in NZ eröffnen wollte.
Zur zeit sieht es eher schlecht aus. Es sollte am 24.6. die Skisaison eröffnet werden, aber es ist so ungewöhnlich warm dieses Jahr, dass es keinerlei Schnee gibt. Wens interessiert der kann ja auf die Webseite schauen: http://www.skiporters.co.nz/
Wenn alles gut geht kann ich bis Oktober dort arbeiten. Wenn Not an Man ist, darf ich auch in der Ski- und Snowboardschule als Teilzeitarbeiter aushelfen. Während der Zeit werde ich in Springfield, am Fuße des Skigebietes, in einem Staff-house (Arbeiterhaus) wohnen. Wir zahlen 70 Dollar in der Woche plus Strom - das wäre dann meine erste Miete, die ich hier in NZ bezahlen muss. An meine freien Tagen und in meiner Mittagspause kann ich kostenlos das Skigebiet unsicher machen, und ich muss in allen Skigebieten in Neuseeland nur den halben Preis bezahlen.

Und während ich warte, arbeite ich immer wieder in der Bar von unserem Freund Jeremy und das als Bartender (barkeeper) und Waitress (Kellnerin) im Restaurant abwechselnd. Toll.. man lernt viele neue Dinge, die ich ja von daheim her noch nicht kannte. Daneben habe ich Barista-Training in einem Café vom Skiegebiet organiesiert bekommen, d.h. ich lerne von der Pieke auf wie man Kaffee, Latte, Cappuccino und Co. an der Espressomachine herstellt. Echt super.. aber voll schwer, die richtige Technik anzuwenden. Hoffentlich werde ich bald besser und kann erste klasse Kaffee zaubern.

Nina arbeitet seit 2 Wochen in einer Muschelfabrik am Fließband. Sie hasst es! 8 h Muscheln öffnen, aber es ist Geld. Sie will noch 2 Wochen durchziehen und dann an die Westküste losfahren. Da sich unsere Wege dann trennen, ist hier der Link ihrer Webseite für Interessierte: http://www.newzealandwithnina.blogspot.com/

Letztes Wochenende habe ich einen 2 Tagestripp nach Kaikoura unternommen. Die Stadt ist bekannt für Wal-, Delphin- und Pelzrobbenbeobachtungen. Da hier grad Winter ist, gab es nur die Robben zu sehen. Aber der Trip war echt toll. Ich hab zum 1x Languste gegessen. Aber nur einen Langustenbürger, da eine Ganze ab 80 Dollar aufwärts gekostet hätte. Ein Bekannter in Christchurch hat mir dann ein Dinnerangebot gemacht, da ich ganz traurig erzählt habe, dass die Dinger so gut, aber soooooo teuer sind. Sein Stiefvater ist Taucher und daher liegen die Langusten wie Würstchen in der Tiefkühltruhe.

Uuuuund ich habe meinen ersten echten KIWI-Vogel gesehen! Jippiii! Im Willobank Wildlifepark. Sehen knuddelig aus, machen seltsame Geräusche und man kann sie nur im stockdunklen Gehege besuchen.

Aus Kaikoura und alles was noch passierte

Donnerstag, 9. Juni 2011

Klettern und Bouldern in den Castle Hills


In den letzten 2 Wochen ist nicht viel passiert. Ich durfte dann und wann in der Bar von unserem Freund aushelfen und hatte ein paar Möglichkeiten für Gelegenheitsarbeiten: wie z.B. Laubarbeiten, Zaun streichen usw. Nina hat jetzt auch ihr eigenes Auto, dass sie sich allerdings noch einrichten muss, wie sie es gerne hätte. Kulinarisch ist zu erwähnen, dass ich einen guten Lehrer in Sachen French Toast, Pancakes, Waffles mit Maplesirup und Kaffee sowie Heiße Schokolade machen habe. Außerdem Futter ich mich gerade durch neuseeländische Spezialitäten: ganz vorn Cakes (kleine runde Kuchen mit herzhafter Fleischfüllung), Open Toasts (alles was man zu einem rießen Toast zusammenschlichten kann) mit porchierten Eiern und Bacon. Sehr, sehr "healthy" (gesund)- hahaaa. Mmh... aber lecker schmeckts und das sieht leider auch die Waage. Hoffentlich muss ich mich nicht komplett neu einkleiden, wenn ich wieder heim komme. Außerdem wurde in Pegasus Bay, einem Weinyard, Wein verkostet, dass ich mich da jetzt auskennen würde, wäre wohl zu viel gesagt.

Achja.. wir waren am Arthurs Pass in den sogenannten Castle Hills bouldern und klettern. Es wurde 3 Tage gecampt. Die Jungs aus der Wg hatten ein längeres Wochende, da die Queen am 6.6. ihren Geburtstag feierte, und das hier ein nationaler Feiertag ist. Wir hatten viel Spaß und haben viele neue Erfahrungen vorallem im Bereich Bouldering sammeln können, da weder Nina, noch ich vorher Ähnliches gemacht haben. Es ist echt toll und ich überlege ob ich mir wenn ich dann mal wieder etwas flüssiger bin, auch ein paar Kletterschuhe holen soll. Wenn nicht hier, dann aber bestimmt in Deutschland. Das Sprichwort: "Wer einmal Blut geleckt hat..." trifft voll ins Schwarze. Aber seht selbst, die Bilder sprechen für sich!

P.S. Wer denkt, dass ich immer nur ein Bild hochlade liegt falsch! Ihr müsst immer dem Albumtitel unter dem Bild folgen, also nicht auf das Bild selbst klicken ;-)

Aus Castle Hill

Freitag, 27. Mai 2011

Nachtrag West Coast and the she-devil lady

Wir sind also direkt von Harihari an der Westküste weiter Richtung Norden nach Greymouth zu unserer 2. Wwoofing Familie gefahren. Da alle kleinen Ortschaften an der Westküste entweder Kohle fördern oder im Zuge des Goldrausches entstanden sind, wollten wir auch einmal ein richitges "gold digging" Dörfchen begutachten und etwas von dem Flair der vergangenen Jahr spühren. Leider ist das alles nicht so wahnsinngig interessant, wie es vielleicht klingen mag. So sind hier nicht einmal Fotos entstanden. Deshalb wollten wir uns einer anderen "Spezialität" in dem Dorf Pokekura widmen. Dort gibt es Possum zu essen. Leider konnte man an diesem Tag nur "road-killed" (überfahrenes) Possum für einen Obulus verspeißen, nicht gerade das, was wir uns vorgestellt hatten! Das Possum ist kein einheimisches neuseeländisches Tier, so wie in Australien, wo es unter Naturschutz steht. Es wurde zur Zucht für die Fellindustrie eingeführt und ist heute zur Plage mutiert. Es gefährdet als Eierfresser massiv die bedrohten Kiwi-Vögel. Wenn man einen Jagdschein besitzt und Possums fängt, bekommt man Geld vom Staat. Jeder Neuseeländer würde einen komisch beäugen, wenn man erzählen würde, dass man einem Possum mit dem Auto ausgewichen ist. Meine Meinung: Warum nicht die Viehcher fangen und in hohen Bogen nach Australien werfen, anstatt Giftköder auszulegen, und damit auch einheimische Tiere zu gefährden?

Die 2. Wwoofing Familie sollte laut Emailkontakt ganz in der Nähe von Greymouth zuhause sein. Nur leider wussten wir nicht genau wo. Sie wollten uns einen Luftballon an die Einfahrt ihrer Straße legen. Nach einigen Umherirren hatte wir diesen in der Dämmerung endlich gefunden. Nina war wahrscheinlich schon etwas müde vom langen Fahren und die Straße war zugegebener Maßen sehr eng. Jedenfalls parkten wir diese Nacht unseren Van nicht vor dem Haus unserer neuen Familie, sondern etwa 100m davor, im Straßengraben-Abhang. Die Bäume hielten zum Glück die linke Seite, sodass er nicht komplett den Abhang hinunter rutschen konnte. Das war kein perfekter Start, zumal der Mann unserer neunen Familie, die Biene nicht mehr an diesem Abend mit seinem Pik-up herausziehen konnte und wir auf einen Traktor am nächsten Tag warten mussten. Es ging aber alles gut und es waren keine äußerlichen Schäden am Van zu entdecken.
Die Familie selbst konnte nicht Unterschiedlicher zu der von Larry und Harry sein. Die Hardies, Rachel und Noel, hatten einen etwa 3 Jahre alten, verwöhnten Sohn: Thomas, der alles was ein Kinderherz begehrt, besaß (darunter auch mind. 7 Paar Gummistiefel!). Er durfte alles, und so führte er sich auch auf. In einen Kindergarten konnte er nicht integriert werden, da er noch nicht gelernt hatte sozial mit anderen Kindern zu spielen. Es gab strenge Regeln; z.B. nur 5 min Duschen, und dass nicht nach dem Zubettgehen von Thomas, nur 10min Internet und nicht soviel Milch verbrauchen, da diese teuer sei (keine heiße Schokolade am Morgen =(). Die erste Aufgabe am Morgen nach dem Busdilemma bestand darin, das Haus zu putzen und auf dem Bengel aufzupassen. Nina bekam ein altes Handtuch und eine Zahnbürste um die zahlreichen Fenster in dem Haus zu bearbeiten, was sie auch die nächsten 5h! beschäftigte. Ich widmete mich Thomas. Jedes Spiel war nicht gut genug, wenn er es nicht selber aussuchen durfte. Nach 2h etwa sollte ich mit ihm Muffins backen. Rachel legte mir ein handgeschriebenes Backbuch vor die Nase mit tausend engl. Abkürzungen. Ich hatte alle Hände voll zu tun um Thomas davon abzuhalten, alles Mögliche in die Rührschüssel zu schütten und da war es dann auch schon passiert: zu viel Milch! Der ganze Teig wurde von Rachel weggeschüttet, Thomas begann zu schreien und zu heulen, und ich durfte erneut mein Muffinglück versuchen. Jedenfalls hatte es sich nach dem Vorfall erledigt auf Thomas aufzupassen und ich durfte stattdessen die Gartenterasse von Moos mit einem Wasserbläser befreien. Am nächsten Tag wurden etwa 100 Farne im Regen aus dem Dschungel ausgraben und einen Ort weiter wieder eingebuddelt. Und das ganze in Gummistiefeln, die so groß waren, dass man hätte leicht darin umdrehen können, und die Löcher hatten, und damit wertlos als Wasserschutz waren. Der Ehemann, im Gegensatz zur Frau, erwies sich als sehr freundlich. Er zeigte uns während einer Nachtwanderung verlassene Goldminen mit Glühwürmchen und in Neuseeland Kühe gemelkt werden.
An unserem freien Tag haben wir uns die Pancake Rocks angeschaut. Die heißen nicht um sonst Pfannenkuchenfelsen! Schaut euch die Bilder an, dann wisst ihr warum. Die Blow Hohles erzeugen Geräusche, wie von urzeitlichen Drachen erschaffen. Da das Wetter wirklich günstig war (viel Wind-6,5 und Flut) konnten wir das Naturereignis wirklich genießen. Nach diesem Erlebnis haben wir beschlossen die Familie eher zu verlassen. Und auch hatten wir ein tieferes Gespräch, in dem wir beschlosesen, bis aufs Weitere erst einmal getrennte Wege zu gehen. Die Möglichkeit sich jeder Zeit wieder zu treffen und gemeinsam Neuseeland zu erleben, bleibt ja bestehen. Aber es ist auch auf der Suche nach bezahlter Arbeit hilfreich, wenn beide Mobil sind, und nicht aufeinander angewiesen. Das hieß für uns beide: zurück nach Christchurch zu unseren Freunden. Für Nina musste ein Auto besorgt werden, nachdem ich entschieden hatte die Biene komplett zu übernehmen, da sich ein Austausch untereinander zu schwierig zu gestallten erschien. Eine Erkältung die sich Nina eingefangen, konnte gleich als Vorwand genutzt werden, um die Familie der Hardies zu verlassen. Am meisten auf die Nerven ist mir gefallen, dass Rachel, wenn es etwas zu klären gab, nur mit mir gesprochen hat. Nina hat sie zeitweise gänzlich übergangen. So musste ich diverse unschöne Diskussionen alleine durchstehen, unter anderem auch diese, warum wir dem netten Traktorfahrer kein Geld in die Hand gedrückt haben, als er uns aus dem Abhang geholfen hat. Er wollte aber gar kein Geld, meinte dass wir es für unsere Reise durch Neusseland sparen sollen, und dass er sich gefreut hat, einen Kaffee und ein nettes Gespräch bekommen zu haben. Letztendlich haben wir 40 Dollar bei der Familie gelassen, da sie uns nicht seine Adresse geben wollten, aus welchem Grund auch immer.
Wir fuhren also über den Arthurs Pass zurück nach Christchurch, weil man dort am besten Autos kaufen kann, und weil dort unsere Freunde waren, bei denen wir uns sehr wohl gefühlt hatten. Inzwischen war Schnee auf den Bergen gefallen und wir nutzten den Tag für unseren 1. Trak, den Otira Valley Trak. Sehr schön im Sonnenschein und etwas Schnee. Genau das richtige für die Elle um wieder gute Laune zu bekommen.
Nun sind wir also seit letzter Woche wieder in Christchurch, und sind damit beschäftigt, uns beide lebensfähig zu machen, zu arbeiten, und Arbeit zu suchen. Ich durfte einen Tag in der Bar von unserem Freund Jeremy aushelfen, und an einem anderen Tag haben wir in der selben, eine liebe Frau kennengelernt, die uns spontan in ihr Haus einlud, um dort etwas zu putzen; für 20 Dollar die Stunde. Warum gibt es nicht öfter solche Zufälle????

Hier sind die Impressionen vom 2. Teil unserer Westküstentour...
Aus Pancake Rocks und the she-devil lady

also bis denn...

Freitag, 20. Mai 2011

Goodbuy Christchurch - Welcome West Coast

Ein komisches Gefühl ist es, die Stadt hinter sich zu lassen, in der man das erste Neuseeland Feeling bekommen hat, und in der man nun fast einen ganzen Monat verbracht, und dabei viele liebe Freunde gewonnen hat. Wir haben hier, trotz der Innenstadt Absperrung und diverser Aftershocks, viel mitgenommen – einige traurige Seiten natürlich, aber auch viele lustige Augenblicke und wertvolle Gespräche. Das Straßennetz kann ab jetzt in den meisten Fällen ohne Karte befahren werden ;-), eine der wenigen offenen Discotheken wurde besucht; wir waren Karaoke singen und an allen Stränden, den beiden Häfen, auf der Vulkan-Halbinsel Banks Peninsula sowie in diversen Shoping-Läden unterwegs. ;-)

Da Nina zu einem Vorstellungsgespräch in Mt. Hutt eingeladen war, verliesen wir am 09.05., zu einer gefühlten unmenschlichen Uhrzeit, Christchurch. Das Haus auf Vordermann zu bringen, und die Schlüsselübergabe an den nächsten Katzensitter, hatten doch etwas länger gedauert, als erhofft. Dies war unser erster etwas stressiger Tagesbeginn seit unserer Ankunft im gediegenen Kiwiland. Wir sind beide nicht gerade ´in time` oder noch besser, haben uns der verlangsamten und relaxten Lebensweise der Einheimischen angepasst ;-). Aber komischer Weise haben wir Methven am Fuße des Mt. Hutt pünktlich erreicht, und Nina konnte sich, aufgrund des stressigen Tagesbeginns, mehr oder eher weniger gut vorbereitet den Fragen des Teamleiters stellen. Wir haben uns beide in Mt. Hutt beworben, aber leider wollten sie mich nicht als Funpark-Erbauer-Teammitglied – es gab angeblich zu viele hervorragend ausgebildete Bewerber. Nina hatte weniger Auswahl, da Leute mit guter Ski-/Snowboard- inklusive Wettkampferfahrung gesucht wurden. aber ein glücklicheres Händchen in ihrer Jobwahl (Verkäufer) auf dem Skifeld. Blöd war, dass man nur eine Bewerbung für einen speziellen Job an Mt. Hutt schicken durfte, und sich nicht bei mehreren Jobs anmelden konnte. So war es wohl eine Lotterie, sich bei der `richtigen` Sache zu bewerben. Am Ende konnte auch sie leider den Interviewpartner nicht von sich überzeugen.

Nachdem wir aus Christchurch hinaus waren, hatte sich das Sichtbild völlig verändert. Es gab immer wieder viele Weiden mit Schafen und Kühen. Auffällig waren rießige Hecken, die in eine strenge rechteckige Form gebracht wurden und als Windschutz für Obst und Weinplantagen dienen sollen. Und ja, Wein pflanzt man hier nicht wie bei uns an steilen Hängen an, sondern in der Ebene. Die Ortschaften wurden teilweise erschreckend klein, und man bekam einen ersten Eindruck des reellen Neuseelands, außerhalb der 2. größten Stadt des Landes.
Nachdem das Interview abgehakt war beschlossen wir zum Skigebiet Mt. Hutt (bekanntesten nach den legendären um Queenstown) hochzufahren. Gedacht hatten wir an eine normale Auffahrt wie in jedes andere touristisch gut erschlossene Gebiet in unseren Alpen daheim. Weit gefehlt! Die `Straße` auf den Gipfel des Mt. Hutt war eine echte Bewährungsprobe für unsere `Biene`, und uns. Ich sage nur Schotter, Felsen, spitze Steine, Löcher und noch mal Schotter. Nicht selten saßen wir beide mit offenen Mündern und zerknautschten Gesichtern im Bus und warteten ab, ob die Reifen und Achsen der Belastung standhalten. Übrigens kennen die Neuseeländer anscheinend keine lebensrettenden Leitblanken oder annährungsweise sichere Abschlüsse für Straßen, die an tiefen Abgründen entlang führen! Von Nichts, bis verrostete, niedlich wirkende Stahlseile war `alles´ anzutreffen. Aber der Aufstieg hatte sich gelohnt. Im Tal sind wir bei wolkenverhangenem Himmel gestartet und nach einer kurzen Nebelphase, konnten wir unseren Lunch dann in Sonnenschein und mit phantastischer Aussicht über den Wolken genießen.

Nach der erneut recht holprigen Abfahrt ging es direkt weiter zum bekannten Arthurs Pass, über den wir am nächsten Tag die Westküste und unseren 1. Woofing-Ort: Harihari erreichen wollten. Der Pass ist einer von den 3 Straßenüberquerungen der Southern Alps, und laut Reiseführer der landschaftlich schönste. Es ist die höchstgelegenste asphaltierte Straße über die Alpen und das gerade mal mit 945m! Jeder der also über den Aschberg bei uns daheim fährt, kommt höher! Am Ostrand der Alpen ist alles sehr trocken und beige oder braun, da dieser Landstrich kaum Regen abbekommt. Niedliche Dörfer mit rustikalen Holzhäusern, Wellblechhütten und kleine, in Familienbetrieb bewirtschafftete Cafés prägten die Aussicht aus unserem Bus. Es war schon spät als wir uns an einem der zahlreichen Seen (Lake Person) mitten in den Bergen unser erstes Campinglager suchten. Mutterseelen allein standen wir am See, begannen ein Lagerfeuer zu entfachen und unseren Außenherd für Spaghetti mit Tomatensoße aufzustellen. Gekocht werden musste dann schon im Dunkeln mit Stirnlampe. Echtes Campingfeeling gleich beim ersten Mal! Es war toll, mucks Mäuschen still und schon ein etwas komisches Gefühl, so allein in der Nacht! Bei einem Bierchen und einem Gläschen unseres erstandenen und heißgeliebten Butterscotches ließen wir den Abend ausklingen. Nachdem es schon spätestens um 18 Uhr hier dunkel war, kam uns die Zeit bis um 21 Uhr ewig vor, wenn man allein ist, kein Internet, Fernsehen oder elektrisches Licht hat. Schon komisch! Nach einer kurzen letzten Nacht (2h schlaf) in Christchurch und dank der vielen tollen landschaftlichen Eindrücken, habe ich sehr gut geschlafen.

Frühstück in Sonnenschein am See - toll! Die Weiterfahrt über den Pass war weiterhin lohnenswert und die Landschaft wechselt wirklich im halbstunden Takt. Von trocken, über Fichten, Buchenwälder, Mischwälder, karge Kalkfelsen, langgestreckte Flusstäler bis Mischwälder mit Palmen ist alles dabei. Erste Bekanntschaft mit den frechen Bergpapageien, den Keas haben wir auch gemacht, nachdem sie einfach in halsbrecherischer Manier über unsere Köpfe kreisten um sich dann niederzulassen und unseren Van zu malträtieren. Achja, ich wurde glaube ich noch nie so oft, von so vielen großen LKW´s überholt, wie hier in Neuseeland. Die haben alle keine Zeit, wie wir Backpacker, so scheint es…

An der Westküste Richtung Süden gibt es nur eine große Straße und sehr kleine Ortschaften. So unglaublich viel Landschaft und wenige Menschen! Mittaggegessen (also unsere nun regelmäßige Zeit dafür ist etwa 16 Uhr) wurde in Hokitika, am Meer. Hier durfte ich auch gleich die Bekanntschaft mit den mießen Sandflys machen! Zerstochen haben sie meinen Knöchel! Und das juckt wirklich sehr!
Danach hatten wir es, wie so oft, wieder eilig unseren Woofing-Wirt Larry zu finden. Nachdem ich nur eine vage Beschreibung der Adresse und seinem Namen hatte, funktionierte es aber sehr gut. Wir verbrachten 4 tolle Tage bei dem Kanadier Larry und seinem Sohn Harry in Harihari. Wir wohnten in einem riesigen Haus, mit erneut karger, aber wohl typischer neuseeländischer, Einrichtung (liegt wohl daran, dass sie immer so viel Umziehen hier). Wir arbeiteten in seinen Gewächshäusern, sähten Tomaten, Gurken, Zwiebeln, Auberginen, Basilikum, etc während klassische Musik durch die Räume hallte. Es gab leider kein Geld, aber die Unterbringung und das leckere frische Essen. Larry braut seinen Schnaps, vor allem seinen Vodka und sein Bier selbst, und findet in seinem Sohn ein interessierten Schüler. Da die Neuseeländer wirklich viel trinken, ist diese Weise die billigste. Immer wieder hört man denselben Grund: es gibt nichts zu tun für die Menschen am Abend. Larry ist Musiker, spielte früher in Bands und schreibt seine eigenen Songs. Wir verbrachten die Abende mit Billard spielen im Wohnzimmer (da steht ein Mega-Fernseher, der nie an ist, der Billiardtisch, ein Sofa und ein Herd), kochen, tanzen im Lagerraum, und einem tollen Klavierabend in einer Bar. Dort wurde ein Bekannter von Larry, Toni-ein Truckerfahrer-Verschnitt (groß, massig, mit weißem Bart-über der Oberlippe gelb vom Rauchen, wenig Zähne), auf uns aufmerksam. Er „verliebte“ sich in die deutschen Mädels und schenkte ihnen am Ende einen Green Stone; Jade. Am letzten Wwoofingtag wurde nicht gearbeitet, da es zu sehr regnete! (was ja eigentlich nichts ausmacht, wenn man im Glashaus sitzt), stattdessen wurde Hokitika gemeinsam mit den beiden unsicher gemacht. Der Abschied fiel nach knapp 4 Tagen nicht leicht, zumal am selbben Tag noch die Anreise zu unserer 2. Wwoofingfamilie auf dem Programm stand, und nicht ganz klar war, was uns erwarten würde.

Neue Fotos gibt’s im Album und auch in Kürze die Geschichte zur oben genannten Familie, mit der „liebenswerten She-Devil-Lady“.
Bis denn…

Von Arthurs Pass/Mount Hutt/Westküste1

Montag, 2. Mai 2011

Die erste Woche mobil sein...

Ich wünsche euch allen noch ein frohes Osterfest!

Da hier niemand so richtig Ostern feiert, so wie wir es von daheim kennen, haben wir unseren lieben Freunden aus der Wg ein kleines Osternest versteckt. Alle Schokolade, die im Supermarkt verkauft wird, muss übrigens ohne Alkohol sein. Die Alkoholbestimmungen sind sehr streng, so müssen die Spirituosen, außer Wein, in einem Liquor-Shop gekauft werden-sehr teuer. Keine leckren Eierliköreier oder Ähnliches =(.
Ein fantastisches Dinner wurde uns zu Ostern bei Nick, unserem Bekannten aus der Kaffeerösetrei aufgestischt-Lamm mit Kartoffeln und Gemüße, dazu Wein und selbergemachte Cocktails vom Besitzer einer derzeit in Christchurch seltenen Cocktailbar (alle anderen sind zerstört), Jeremy. Unser Freund werkelte nicht nur, sondern ließ uns auch in die Welt des Mixens eintauchen. Sehr, sehr toller Abend und super liebe Menschen!
Natürlich waren wir auch bei der Wieder-Eröffnungsfeier dieser oben beschriebenen Bar dabei, und kehren seither öfter auf einen Absacker ein. Eine sehr gehobene Preisklasse und wie er sagt das "Shittieste" seiner Restaurants. MMH... ohne seine Bekanntschaft würden die Securities uns wohl nie Eintritt gewehren-so Landei-Travel mäßig wie wir daher kommen, und wir würden auch nur en kleines Bier bestellen (ein 0,33 Heinecken kostet 8 Dollar.. etwa 5€) und viele Teller waschen müssen. Aber da wir ja 2 hübsche Mädels sind ;-) gibts Cocktails frei. ;-)Ich sag euch: Er macht dort den wohl leckersten Cocktail den ich je getrunken hab: eine Ingredienz ist Butter-Scotch! so lecker... vergleichbar mit Likör 43, aber viel teurer und einfach jummy! Eine besagte Nacht bescherte uns ganz besonders hartnäckige Kopfschmerzen... wir durften tatsächlich alle Spirituosen probieren!!! Von Champagner über Hibiskusblütenschnaps (man kann die Blüte essen) bis Rauch-Scotch (nicht unser Favorite, da man noch Ewigkeiten das Gefühl der Hinterlassenschaften eines Schornsteins im Mund hat), Whisky und was weiß ich noch alles. Ein Abend für umgerechnet 60€, der jedoch aus oben besagten Gründen unsere Reisekasse nicht schmälerte!

Dank des tollen Wetters konnten wir weiter die Gegend um Christchurch unsicher machen. So haben wir auch noch den 2. Strand gesehen-Sumner Beach, der sehr viel toller als Brigthon ist. Durch das Erdbeben und die vielen Aftershocks ist er aber leider teilweise sehr stark zerstört, und die Gondula ist auch kaputt-dabei hab ich mich so sehr auf die großartige Aussicht gefreut.. Viele Häuser an der Steilküste besitzen seitdem weniger Meter an Gartenfläche. Am Taylors Mistake konnten wir aber zur Entschädigung zum ersten Mal live den zahlreichen Sürfern beim cruisen zusehen.
Auch in einem Wildlifepark haben wir uns schon herumgetrieben. Da konnt´ ich sogar Giraffen füttern und dabei die Ohrlies kraulen, Geparden beim Fressen zu sehen und rießen Löwentatzen bewundern... so toll!
Der Besuch der Hotpools-Heißwasser- u. Schwefelwasserquellen-in Hanmer Springs war i.O. Da Ostersonntag und schlechtes Wetter war, hatten sehr viele Menschen UND KINDER die Idee sich im heißen Wasser zu aalen. Die Anlage war nicht schlecht, teilweise roch es eben nach verfaulten Eiern und die Menschen saßen wie die Affen in Japan in ihren kleinen Pools.
Da viele Dinge in Christchurch kaputt und deswegen geschlossen wollen wir gern im Sommer noch einmal zurück kommen und unsere Freunde wiedersehen.

Die Bewerbungsprozedur für einen Job im Ski Gebiet Mount Hutt, der uns über den Winter bringen soll, gestalltete sich recht schwierig. Wer jetzt sagt: Hä? Die Kiwis sind doch sonst so locker, der täuscht sich. Was die da alles wissen wollten... mmh.. wahrscheinlich, weil die Jobs so begehrt sind. Nur gut, dass auch hier sofort professionelle Hilfe aus unserer WG zur Stelle war.
Haben es auch schon bei diversen Weinanbaugebieten, Wwoofing families, Farmen und vieles Anderen probiert, aber bisher noch keine Antwort erhalten. =(
Am 2.5. hatten wir unseren ersten Job-Bäume pflanzen für einen Landschaftarchitekten. Ganz Kiwi-like fing die Arbeit im Regen fast 2h später als geplant, nach einem Schwatz in dessen Wohnung, an. Nach nur etwa 5h arbeit, hatten wir unser erstes Geld in Cash verdient, und uns zugleich noch ein tolles Dinner mit diversen Bieren bei unserem Architekten ergattert. So cool der Typ-er kommt morgen bei uns zum Pokern vorbei.

Am 26.4. haben wir von unseren Freunden aus dem Studium, Ann und Jan, einen gelben Van abgekauft-unsere "Biene". Wir hoffen er ist auch für uns so ein treuer und unermütlicher Begleiter, wie er es für sie, und schon viele andere Traveler vorher war. Gestaunt haben wir, wie schnell man hier den Besitzer eines Autos wechseln kann! Man geht zur Post, zeigt seinen Pass und füllt ein kleines Formular aus, und 9 Dollar später, ist es dein Auto! Nachdem wir die beiden quer durch die Stadt an einen günstigen Highway zum Trampen geschaft haben, brauchte Nina keinen zusätzlichen Fahrunterricht im Linksverkehr, und ich kein Nachsitzen im Kartenlesen! Alles nicht so einfach, wenn viele Straßen gesperrt sind und tausende Einbahnstraßen existieren, die nicht auf der Karte stehen! Abends hatte ich dann meine erste Fahrstunde mit dem Automatik Van im Linksverkehr. Nina, der Van und mein "Fahrlehrer" Jeremy sind wohlauf. Bis auf das zufällige treffen einiger Erdbebenlöcher und der damit verbundenen klappernden Akkustik (Töpfe, Bett, Grill, Ofen, Stoßdämpfer...geben gewöhnugsbedürftige Töne von sich) ging alles glatt.
Nun können wir frei sein und uns ins Abendtuer "New Zealand Outback" stürzen. Mal schauen wie oft wir während der Fahrten anhalten müssen. Mal zum Fotographieren der atemberaubenden Landschaft, mal zum Durchatmen zur Erleichterung des Magen-Darmtraktes. Ja mir wurde bereits 2x Mal richtig schön schlecht!! Denn die Straßen durch die Berge sind sehr kurvig und teilweise mit kleinen Hügeln versehen, die Bauchgribbelfeeling bereiten, wenn die Neuseeländer mit ihrer teilweise rasanten!!! (also wenn ich richtig in Eile bin, dann ist das kalter Kaffee dagegen!) Fahrweise darüber rauschen. Aber WIR fahren ja gediegen, keine Angst!

Seit dem 30.04. sind wir allein zu Haus, in "unserer" WG. Die Freunde haben wir am Flughafen abgeliefert, da sie für 2 Wochen nach Vietnam zum Klettern aufgebrochen sind. Auf diese Weise sind wir also unvermittelt zu Haus-, Van-, Auto- und Katzenbesitzern geworden! So krass!

Und damit ihr ihr auch alles verfolgen könnt, gibts neue Fotos im Album:

Von Christchurch

Donnerstag, 21. April 2011

Die Tage in Christchurch

Die Neuseeländer sind sehr, sehr gastfreundschaftlich. An dem einen Tag wird einem der Haustürschlüssel in die Hand gerdrückt, und man kann kommen und gehen, wann man will, am anderen können wir wenn wir wollen, das Auto zu einer Ausfahrt nutzen. Sie Fahren einen zum Supermarkt, holen einen am anderen Ende der Stadt ab, weil man sonst noch 2h hätte laufen müssen. Sie helfen einem bis spät in die Nacht beim Erstellen eines neuseeländischen Lebenslaufes, und anschließend fahren sie dich zu deiner Bewerbung in einem Kaffee. Und das alles, weil sie sich freuen, dass man da ist!
Oft habe ich Angst, das es ein "zu viel nehmen" ist und zu wenig geben. Wir sind hier schließlich schon fast 2 Wochen, zahlen keine Miete und nutzen alles selbstverständlich mit. Aber ich versuche mich an die Lebensweise anzupassen.

Die Tage laufen derzeit relativ gleich ab. Wir schlafen sehr lange, da die Gespräche am Abend länger sind. (Jeff und seine WG Mitbewohner müssen tagsüber arbeiten) An solchen Abenden trinken die Neuseeländer gerne Wein. So verging kaum ein Tag an dem auch wir nicht ein Weinchen getrunken haben. Allerdings wird hier meist der für Neuseeland typische, bekannte Weißwein getrunken. Ein Grund dafür ist, dass guter Rotwein sehr viel teurer ist(um die 14 € eine gute Flasche).
Nach einem lecker Frühstück wird meißt die Umgebung -noch zu Fuß und per Bus- erkundet. Einen längeren Fußmarsch haben wir zu einem der beiden großen Strände Christchurchs unternommen- Brighton Beach. Auf dem Weg zeigten sich die Auswirkungen des Erdbebens sehr deutlich. An fast allen Enden wird gewerkelt. Erschrocken war ich fast um den Zustand der Häuser. Es sah so ähnlich aus, wie in der tiefen Teschechei. Später erfuhren wir, dass es sich um ein sozial schwächeres Viertel der Stadt handelte. Der Heimweg erschien uns dann so weit, dass wir unser erstes Tramperglück ausprobierten. Aber es funktionierte nicht, wie wir es in zahlreichen Filmen gesehen hatten. Die Leute fuhren vorbei und winkten uns mit einem Lächeln zu. Man erklärte uns, dass es innerhalb der Stadt untypisch ist zu Trämpen. Wenn wir weiter weg, von Stadt zu Stadt wollten, dürfte es besser funktionieren. Vielleicht haben wir aber auch einfach nur zu wenig Bein gezeigt?! ;-). Letztendlich fragten unsere Freunde, wo wir denn seien und ob wir Hilfe zum Heimkommen benötigen.

Abends wird gemeinsam gegessen. Entweder sind wir an der Reihe, oder sie zaubern etwas leckeres. Morgen sind wir zu einem Bekannten unserer WG zum Dinner eingeladen. Er gab uns auch den Tip, uns in der Kaffeerösterei zu bewerben. Leider suchte die Cheffin nur Leute, für mindestens ein halbes Jahr. So lange wollen wir uns aber nicht in Christchruch aufhalten.

Der Ausflug auf die Port Hills-die "Hausberge" Christchurchs war lohnenswert und wie man es sich vorstellt... viel Wiese mit vereinzelten Schafherden. Viele Tracks waren geschlossen, weil Steinschlag nach dem Erdbeben droht. Aber man findet genug schöne Wege. Für Mountainbiker ein Paradies, da sämtliche Strecken als MTB Trail ausgeschieldert sind.

Heute ist Osterfreitag und es ist genauso ein Tag wie sonst auch, nur, dass die Menschen nicht auf Arbeit gehen, und die Einkaufsläden geschlossen sind. Nirgends hängen Ostereier am Baum und wenn man keine kleinen Kinder hat, dann wird auch nichts versteckt. Es ist nicht vergleichbar mit den Familientreffen in Deutschland, wo was Besonderes gekocht wird und man zusammen kommt. Und es ist Herbst. Die Bäume verlieren ihr Laub.. Seit langer Zeit mal wieder ein heuschnupfenfreies Ostern. =)

Hier sind die ersten Impressionen:
Von Christchurch