Freitag, 27. Mai 2011

Nachtrag West Coast and the she-devil lady

Wir sind also direkt von Harihari an der Westküste weiter Richtung Norden nach Greymouth zu unserer 2. Wwoofing Familie gefahren. Da alle kleinen Ortschaften an der Westküste entweder Kohle fördern oder im Zuge des Goldrausches entstanden sind, wollten wir auch einmal ein richitges "gold digging" Dörfchen begutachten und etwas von dem Flair der vergangenen Jahr spühren. Leider ist das alles nicht so wahnsinngig interessant, wie es vielleicht klingen mag. So sind hier nicht einmal Fotos entstanden. Deshalb wollten wir uns einer anderen "Spezialität" in dem Dorf Pokekura widmen. Dort gibt es Possum zu essen. Leider konnte man an diesem Tag nur "road-killed" (überfahrenes) Possum für einen Obulus verspeißen, nicht gerade das, was wir uns vorgestellt hatten! Das Possum ist kein einheimisches neuseeländisches Tier, so wie in Australien, wo es unter Naturschutz steht. Es wurde zur Zucht für die Fellindustrie eingeführt und ist heute zur Plage mutiert. Es gefährdet als Eierfresser massiv die bedrohten Kiwi-Vögel. Wenn man einen Jagdschein besitzt und Possums fängt, bekommt man Geld vom Staat. Jeder Neuseeländer würde einen komisch beäugen, wenn man erzählen würde, dass man einem Possum mit dem Auto ausgewichen ist. Meine Meinung: Warum nicht die Viehcher fangen und in hohen Bogen nach Australien werfen, anstatt Giftköder auszulegen, und damit auch einheimische Tiere zu gefährden?

Die 2. Wwoofing Familie sollte laut Emailkontakt ganz in der Nähe von Greymouth zuhause sein. Nur leider wussten wir nicht genau wo. Sie wollten uns einen Luftballon an die Einfahrt ihrer Straße legen. Nach einigen Umherirren hatte wir diesen in der Dämmerung endlich gefunden. Nina war wahrscheinlich schon etwas müde vom langen Fahren und die Straße war zugegebener Maßen sehr eng. Jedenfalls parkten wir diese Nacht unseren Van nicht vor dem Haus unserer neuen Familie, sondern etwa 100m davor, im Straßengraben-Abhang. Die Bäume hielten zum Glück die linke Seite, sodass er nicht komplett den Abhang hinunter rutschen konnte. Das war kein perfekter Start, zumal der Mann unserer neunen Familie, die Biene nicht mehr an diesem Abend mit seinem Pik-up herausziehen konnte und wir auf einen Traktor am nächsten Tag warten mussten. Es ging aber alles gut und es waren keine äußerlichen Schäden am Van zu entdecken.
Die Familie selbst konnte nicht Unterschiedlicher zu der von Larry und Harry sein. Die Hardies, Rachel und Noel, hatten einen etwa 3 Jahre alten, verwöhnten Sohn: Thomas, der alles was ein Kinderherz begehrt, besaß (darunter auch mind. 7 Paar Gummistiefel!). Er durfte alles, und so führte er sich auch auf. In einen Kindergarten konnte er nicht integriert werden, da er noch nicht gelernt hatte sozial mit anderen Kindern zu spielen. Es gab strenge Regeln; z.B. nur 5 min Duschen, und dass nicht nach dem Zubettgehen von Thomas, nur 10min Internet und nicht soviel Milch verbrauchen, da diese teuer sei (keine heiße Schokolade am Morgen =(). Die erste Aufgabe am Morgen nach dem Busdilemma bestand darin, das Haus zu putzen und auf dem Bengel aufzupassen. Nina bekam ein altes Handtuch und eine Zahnbürste um die zahlreichen Fenster in dem Haus zu bearbeiten, was sie auch die nächsten 5h! beschäftigte. Ich widmete mich Thomas. Jedes Spiel war nicht gut genug, wenn er es nicht selber aussuchen durfte. Nach 2h etwa sollte ich mit ihm Muffins backen. Rachel legte mir ein handgeschriebenes Backbuch vor die Nase mit tausend engl. Abkürzungen. Ich hatte alle Hände voll zu tun um Thomas davon abzuhalten, alles Mögliche in die Rührschüssel zu schütten und da war es dann auch schon passiert: zu viel Milch! Der ganze Teig wurde von Rachel weggeschüttet, Thomas begann zu schreien und zu heulen, und ich durfte erneut mein Muffinglück versuchen. Jedenfalls hatte es sich nach dem Vorfall erledigt auf Thomas aufzupassen und ich durfte stattdessen die Gartenterasse von Moos mit einem Wasserbläser befreien. Am nächsten Tag wurden etwa 100 Farne im Regen aus dem Dschungel ausgraben und einen Ort weiter wieder eingebuddelt. Und das ganze in Gummistiefeln, die so groß waren, dass man hätte leicht darin umdrehen können, und die Löcher hatten, und damit wertlos als Wasserschutz waren. Der Ehemann, im Gegensatz zur Frau, erwies sich als sehr freundlich. Er zeigte uns während einer Nachtwanderung verlassene Goldminen mit Glühwürmchen und in Neuseeland Kühe gemelkt werden.
An unserem freien Tag haben wir uns die Pancake Rocks angeschaut. Die heißen nicht um sonst Pfannenkuchenfelsen! Schaut euch die Bilder an, dann wisst ihr warum. Die Blow Hohles erzeugen Geräusche, wie von urzeitlichen Drachen erschaffen. Da das Wetter wirklich günstig war (viel Wind-6,5 und Flut) konnten wir das Naturereignis wirklich genießen. Nach diesem Erlebnis haben wir beschlossen die Familie eher zu verlassen. Und auch hatten wir ein tieferes Gespräch, in dem wir beschlosesen, bis aufs Weitere erst einmal getrennte Wege zu gehen. Die Möglichkeit sich jeder Zeit wieder zu treffen und gemeinsam Neuseeland zu erleben, bleibt ja bestehen. Aber es ist auch auf der Suche nach bezahlter Arbeit hilfreich, wenn beide Mobil sind, und nicht aufeinander angewiesen. Das hieß für uns beide: zurück nach Christchurch zu unseren Freunden. Für Nina musste ein Auto besorgt werden, nachdem ich entschieden hatte die Biene komplett zu übernehmen, da sich ein Austausch untereinander zu schwierig zu gestallten erschien. Eine Erkältung die sich Nina eingefangen, konnte gleich als Vorwand genutzt werden, um die Familie der Hardies zu verlassen. Am meisten auf die Nerven ist mir gefallen, dass Rachel, wenn es etwas zu klären gab, nur mit mir gesprochen hat. Nina hat sie zeitweise gänzlich übergangen. So musste ich diverse unschöne Diskussionen alleine durchstehen, unter anderem auch diese, warum wir dem netten Traktorfahrer kein Geld in die Hand gedrückt haben, als er uns aus dem Abhang geholfen hat. Er wollte aber gar kein Geld, meinte dass wir es für unsere Reise durch Neusseland sparen sollen, und dass er sich gefreut hat, einen Kaffee und ein nettes Gespräch bekommen zu haben. Letztendlich haben wir 40 Dollar bei der Familie gelassen, da sie uns nicht seine Adresse geben wollten, aus welchem Grund auch immer.
Wir fuhren also über den Arthurs Pass zurück nach Christchurch, weil man dort am besten Autos kaufen kann, und weil dort unsere Freunde waren, bei denen wir uns sehr wohl gefühlt hatten. Inzwischen war Schnee auf den Bergen gefallen und wir nutzten den Tag für unseren 1. Trak, den Otira Valley Trak. Sehr schön im Sonnenschein und etwas Schnee. Genau das richtige für die Elle um wieder gute Laune zu bekommen.
Nun sind wir also seit letzter Woche wieder in Christchurch, und sind damit beschäftigt, uns beide lebensfähig zu machen, zu arbeiten, und Arbeit zu suchen. Ich durfte einen Tag in der Bar von unserem Freund Jeremy aushelfen, und an einem anderen Tag haben wir in der selben, eine liebe Frau kennengelernt, die uns spontan in ihr Haus einlud, um dort etwas zu putzen; für 20 Dollar die Stunde. Warum gibt es nicht öfter solche Zufälle????

Hier sind die Impressionen vom 2. Teil unserer Westküstentour...
Aus Pancake Rocks und the she-devil lady

also bis denn...

Freitag, 20. Mai 2011

Goodbuy Christchurch - Welcome West Coast

Ein komisches Gefühl ist es, die Stadt hinter sich zu lassen, in der man das erste Neuseeland Feeling bekommen hat, und in der man nun fast einen ganzen Monat verbracht, und dabei viele liebe Freunde gewonnen hat. Wir haben hier, trotz der Innenstadt Absperrung und diverser Aftershocks, viel mitgenommen – einige traurige Seiten natürlich, aber auch viele lustige Augenblicke und wertvolle Gespräche. Das Straßennetz kann ab jetzt in den meisten Fällen ohne Karte befahren werden ;-), eine der wenigen offenen Discotheken wurde besucht; wir waren Karaoke singen und an allen Stränden, den beiden Häfen, auf der Vulkan-Halbinsel Banks Peninsula sowie in diversen Shoping-Läden unterwegs. ;-)

Da Nina zu einem Vorstellungsgespräch in Mt. Hutt eingeladen war, verliesen wir am 09.05., zu einer gefühlten unmenschlichen Uhrzeit, Christchurch. Das Haus auf Vordermann zu bringen, und die Schlüsselübergabe an den nächsten Katzensitter, hatten doch etwas länger gedauert, als erhofft. Dies war unser erster etwas stressiger Tagesbeginn seit unserer Ankunft im gediegenen Kiwiland. Wir sind beide nicht gerade ´in time` oder noch besser, haben uns der verlangsamten und relaxten Lebensweise der Einheimischen angepasst ;-). Aber komischer Weise haben wir Methven am Fuße des Mt. Hutt pünktlich erreicht, und Nina konnte sich, aufgrund des stressigen Tagesbeginns, mehr oder eher weniger gut vorbereitet den Fragen des Teamleiters stellen. Wir haben uns beide in Mt. Hutt beworben, aber leider wollten sie mich nicht als Funpark-Erbauer-Teammitglied – es gab angeblich zu viele hervorragend ausgebildete Bewerber. Nina hatte weniger Auswahl, da Leute mit guter Ski-/Snowboard- inklusive Wettkampferfahrung gesucht wurden. aber ein glücklicheres Händchen in ihrer Jobwahl (Verkäufer) auf dem Skifeld. Blöd war, dass man nur eine Bewerbung für einen speziellen Job an Mt. Hutt schicken durfte, und sich nicht bei mehreren Jobs anmelden konnte. So war es wohl eine Lotterie, sich bei der `richtigen` Sache zu bewerben. Am Ende konnte auch sie leider den Interviewpartner nicht von sich überzeugen.

Nachdem wir aus Christchurch hinaus waren, hatte sich das Sichtbild völlig verändert. Es gab immer wieder viele Weiden mit Schafen und Kühen. Auffällig waren rießige Hecken, die in eine strenge rechteckige Form gebracht wurden und als Windschutz für Obst und Weinplantagen dienen sollen. Und ja, Wein pflanzt man hier nicht wie bei uns an steilen Hängen an, sondern in der Ebene. Die Ortschaften wurden teilweise erschreckend klein, und man bekam einen ersten Eindruck des reellen Neuseelands, außerhalb der 2. größten Stadt des Landes.
Nachdem das Interview abgehakt war beschlossen wir zum Skigebiet Mt. Hutt (bekanntesten nach den legendären um Queenstown) hochzufahren. Gedacht hatten wir an eine normale Auffahrt wie in jedes andere touristisch gut erschlossene Gebiet in unseren Alpen daheim. Weit gefehlt! Die `Straße` auf den Gipfel des Mt. Hutt war eine echte Bewährungsprobe für unsere `Biene`, und uns. Ich sage nur Schotter, Felsen, spitze Steine, Löcher und noch mal Schotter. Nicht selten saßen wir beide mit offenen Mündern und zerknautschten Gesichtern im Bus und warteten ab, ob die Reifen und Achsen der Belastung standhalten. Übrigens kennen die Neuseeländer anscheinend keine lebensrettenden Leitblanken oder annährungsweise sichere Abschlüsse für Straßen, die an tiefen Abgründen entlang führen! Von Nichts, bis verrostete, niedlich wirkende Stahlseile war `alles´ anzutreffen. Aber der Aufstieg hatte sich gelohnt. Im Tal sind wir bei wolkenverhangenem Himmel gestartet und nach einer kurzen Nebelphase, konnten wir unseren Lunch dann in Sonnenschein und mit phantastischer Aussicht über den Wolken genießen.

Nach der erneut recht holprigen Abfahrt ging es direkt weiter zum bekannten Arthurs Pass, über den wir am nächsten Tag die Westküste und unseren 1. Woofing-Ort: Harihari erreichen wollten. Der Pass ist einer von den 3 Straßenüberquerungen der Southern Alps, und laut Reiseführer der landschaftlich schönste. Es ist die höchstgelegenste asphaltierte Straße über die Alpen und das gerade mal mit 945m! Jeder der also über den Aschberg bei uns daheim fährt, kommt höher! Am Ostrand der Alpen ist alles sehr trocken und beige oder braun, da dieser Landstrich kaum Regen abbekommt. Niedliche Dörfer mit rustikalen Holzhäusern, Wellblechhütten und kleine, in Familienbetrieb bewirtschafftete Cafés prägten die Aussicht aus unserem Bus. Es war schon spät als wir uns an einem der zahlreichen Seen (Lake Person) mitten in den Bergen unser erstes Campinglager suchten. Mutterseelen allein standen wir am See, begannen ein Lagerfeuer zu entfachen und unseren Außenherd für Spaghetti mit Tomatensoße aufzustellen. Gekocht werden musste dann schon im Dunkeln mit Stirnlampe. Echtes Campingfeeling gleich beim ersten Mal! Es war toll, mucks Mäuschen still und schon ein etwas komisches Gefühl, so allein in der Nacht! Bei einem Bierchen und einem Gläschen unseres erstandenen und heißgeliebten Butterscotches ließen wir den Abend ausklingen. Nachdem es schon spätestens um 18 Uhr hier dunkel war, kam uns die Zeit bis um 21 Uhr ewig vor, wenn man allein ist, kein Internet, Fernsehen oder elektrisches Licht hat. Schon komisch! Nach einer kurzen letzten Nacht (2h schlaf) in Christchurch und dank der vielen tollen landschaftlichen Eindrücken, habe ich sehr gut geschlafen.

Frühstück in Sonnenschein am See - toll! Die Weiterfahrt über den Pass war weiterhin lohnenswert und die Landschaft wechselt wirklich im halbstunden Takt. Von trocken, über Fichten, Buchenwälder, Mischwälder, karge Kalkfelsen, langgestreckte Flusstäler bis Mischwälder mit Palmen ist alles dabei. Erste Bekanntschaft mit den frechen Bergpapageien, den Keas haben wir auch gemacht, nachdem sie einfach in halsbrecherischer Manier über unsere Köpfe kreisten um sich dann niederzulassen und unseren Van zu malträtieren. Achja, ich wurde glaube ich noch nie so oft, von so vielen großen LKW´s überholt, wie hier in Neuseeland. Die haben alle keine Zeit, wie wir Backpacker, so scheint es…

An der Westküste Richtung Süden gibt es nur eine große Straße und sehr kleine Ortschaften. So unglaublich viel Landschaft und wenige Menschen! Mittaggegessen (also unsere nun regelmäßige Zeit dafür ist etwa 16 Uhr) wurde in Hokitika, am Meer. Hier durfte ich auch gleich die Bekanntschaft mit den mießen Sandflys machen! Zerstochen haben sie meinen Knöchel! Und das juckt wirklich sehr!
Danach hatten wir es, wie so oft, wieder eilig unseren Woofing-Wirt Larry zu finden. Nachdem ich nur eine vage Beschreibung der Adresse und seinem Namen hatte, funktionierte es aber sehr gut. Wir verbrachten 4 tolle Tage bei dem Kanadier Larry und seinem Sohn Harry in Harihari. Wir wohnten in einem riesigen Haus, mit erneut karger, aber wohl typischer neuseeländischer, Einrichtung (liegt wohl daran, dass sie immer so viel Umziehen hier). Wir arbeiteten in seinen Gewächshäusern, sähten Tomaten, Gurken, Zwiebeln, Auberginen, Basilikum, etc während klassische Musik durch die Räume hallte. Es gab leider kein Geld, aber die Unterbringung und das leckere frische Essen. Larry braut seinen Schnaps, vor allem seinen Vodka und sein Bier selbst, und findet in seinem Sohn ein interessierten Schüler. Da die Neuseeländer wirklich viel trinken, ist diese Weise die billigste. Immer wieder hört man denselben Grund: es gibt nichts zu tun für die Menschen am Abend. Larry ist Musiker, spielte früher in Bands und schreibt seine eigenen Songs. Wir verbrachten die Abende mit Billard spielen im Wohnzimmer (da steht ein Mega-Fernseher, der nie an ist, der Billiardtisch, ein Sofa und ein Herd), kochen, tanzen im Lagerraum, und einem tollen Klavierabend in einer Bar. Dort wurde ein Bekannter von Larry, Toni-ein Truckerfahrer-Verschnitt (groß, massig, mit weißem Bart-über der Oberlippe gelb vom Rauchen, wenig Zähne), auf uns aufmerksam. Er „verliebte“ sich in die deutschen Mädels und schenkte ihnen am Ende einen Green Stone; Jade. Am letzten Wwoofingtag wurde nicht gearbeitet, da es zu sehr regnete! (was ja eigentlich nichts ausmacht, wenn man im Glashaus sitzt), stattdessen wurde Hokitika gemeinsam mit den beiden unsicher gemacht. Der Abschied fiel nach knapp 4 Tagen nicht leicht, zumal am selbben Tag noch die Anreise zu unserer 2. Wwoofingfamilie auf dem Programm stand, und nicht ganz klar war, was uns erwarten würde.

Neue Fotos gibt’s im Album und auch in Kürze die Geschichte zur oben genannten Familie, mit der „liebenswerten She-Devil-Lady“.
Bis denn…

Von Arthurs Pass/Mount Hutt/Westküste1

Montag, 2. Mai 2011

Die erste Woche mobil sein...

Ich wünsche euch allen noch ein frohes Osterfest!

Da hier niemand so richtig Ostern feiert, so wie wir es von daheim kennen, haben wir unseren lieben Freunden aus der Wg ein kleines Osternest versteckt. Alle Schokolade, die im Supermarkt verkauft wird, muss übrigens ohne Alkohol sein. Die Alkoholbestimmungen sind sehr streng, so müssen die Spirituosen, außer Wein, in einem Liquor-Shop gekauft werden-sehr teuer. Keine leckren Eierliköreier oder Ähnliches =(.
Ein fantastisches Dinner wurde uns zu Ostern bei Nick, unserem Bekannten aus der Kaffeerösetrei aufgestischt-Lamm mit Kartoffeln und Gemüße, dazu Wein und selbergemachte Cocktails vom Besitzer einer derzeit in Christchurch seltenen Cocktailbar (alle anderen sind zerstört), Jeremy. Unser Freund werkelte nicht nur, sondern ließ uns auch in die Welt des Mixens eintauchen. Sehr, sehr toller Abend und super liebe Menschen!
Natürlich waren wir auch bei der Wieder-Eröffnungsfeier dieser oben beschriebenen Bar dabei, und kehren seither öfter auf einen Absacker ein. Eine sehr gehobene Preisklasse und wie er sagt das "Shittieste" seiner Restaurants. MMH... ohne seine Bekanntschaft würden die Securities uns wohl nie Eintritt gewehren-so Landei-Travel mäßig wie wir daher kommen, und wir würden auch nur en kleines Bier bestellen (ein 0,33 Heinecken kostet 8 Dollar.. etwa 5€) und viele Teller waschen müssen. Aber da wir ja 2 hübsche Mädels sind ;-) gibts Cocktails frei. ;-)Ich sag euch: Er macht dort den wohl leckersten Cocktail den ich je getrunken hab: eine Ingredienz ist Butter-Scotch! so lecker... vergleichbar mit Likör 43, aber viel teurer und einfach jummy! Eine besagte Nacht bescherte uns ganz besonders hartnäckige Kopfschmerzen... wir durften tatsächlich alle Spirituosen probieren!!! Von Champagner über Hibiskusblütenschnaps (man kann die Blüte essen) bis Rauch-Scotch (nicht unser Favorite, da man noch Ewigkeiten das Gefühl der Hinterlassenschaften eines Schornsteins im Mund hat), Whisky und was weiß ich noch alles. Ein Abend für umgerechnet 60€, der jedoch aus oben besagten Gründen unsere Reisekasse nicht schmälerte!

Dank des tollen Wetters konnten wir weiter die Gegend um Christchurch unsicher machen. So haben wir auch noch den 2. Strand gesehen-Sumner Beach, der sehr viel toller als Brigthon ist. Durch das Erdbeben und die vielen Aftershocks ist er aber leider teilweise sehr stark zerstört, und die Gondula ist auch kaputt-dabei hab ich mich so sehr auf die großartige Aussicht gefreut.. Viele Häuser an der Steilküste besitzen seitdem weniger Meter an Gartenfläche. Am Taylors Mistake konnten wir aber zur Entschädigung zum ersten Mal live den zahlreichen Sürfern beim cruisen zusehen.
Auch in einem Wildlifepark haben wir uns schon herumgetrieben. Da konnt´ ich sogar Giraffen füttern und dabei die Ohrlies kraulen, Geparden beim Fressen zu sehen und rießen Löwentatzen bewundern... so toll!
Der Besuch der Hotpools-Heißwasser- u. Schwefelwasserquellen-in Hanmer Springs war i.O. Da Ostersonntag und schlechtes Wetter war, hatten sehr viele Menschen UND KINDER die Idee sich im heißen Wasser zu aalen. Die Anlage war nicht schlecht, teilweise roch es eben nach verfaulten Eiern und die Menschen saßen wie die Affen in Japan in ihren kleinen Pools.
Da viele Dinge in Christchurch kaputt und deswegen geschlossen wollen wir gern im Sommer noch einmal zurück kommen und unsere Freunde wiedersehen.

Die Bewerbungsprozedur für einen Job im Ski Gebiet Mount Hutt, der uns über den Winter bringen soll, gestalltete sich recht schwierig. Wer jetzt sagt: Hä? Die Kiwis sind doch sonst so locker, der täuscht sich. Was die da alles wissen wollten... mmh.. wahrscheinlich, weil die Jobs so begehrt sind. Nur gut, dass auch hier sofort professionelle Hilfe aus unserer WG zur Stelle war.
Haben es auch schon bei diversen Weinanbaugebieten, Wwoofing families, Farmen und vieles Anderen probiert, aber bisher noch keine Antwort erhalten. =(
Am 2.5. hatten wir unseren ersten Job-Bäume pflanzen für einen Landschaftarchitekten. Ganz Kiwi-like fing die Arbeit im Regen fast 2h später als geplant, nach einem Schwatz in dessen Wohnung, an. Nach nur etwa 5h arbeit, hatten wir unser erstes Geld in Cash verdient, und uns zugleich noch ein tolles Dinner mit diversen Bieren bei unserem Architekten ergattert. So cool der Typ-er kommt morgen bei uns zum Pokern vorbei.

Am 26.4. haben wir von unseren Freunden aus dem Studium, Ann und Jan, einen gelben Van abgekauft-unsere "Biene". Wir hoffen er ist auch für uns so ein treuer und unermütlicher Begleiter, wie er es für sie, und schon viele andere Traveler vorher war. Gestaunt haben wir, wie schnell man hier den Besitzer eines Autos wechseln kann! Man geht zur Post, zeigt seinen Pass und füllt ein kleines Formular aus, und 9 Dollar später, ist es dein Auto! Nachdem wir die beiden quer durch die Stadt an einen günstigen Highway zum Trampen geschaft haben, brauchte Nina keinen zusätzlichen Fahrunterricht im Linksverkehr, und ich kein Nachsitzen im Kartenlesen! Alles nicht so einfach, wenn viele Straßen gesperrt sind und tausende Einbahnstraßen existieren, die nicht auf der Karte stehen! Abends hatte ich dann meine erste Fahrstunde mit dem Automatik Van im Linksverkehr. Nina, der Van und mein "Fahrlehrer" Jeremy sind wohlauf. Bis auf das zufällige treffen einiger Erdbebenlöcher und der damit verbundenen klappernden Akkustik (Töpfe, Bett, Grill, Ofen, Stoßdämpfer...geben gewöhnugsbedürftige Töne von sich) ging alles glatt.
Nun können wir frei sein und uns ins Abendtuer "New Zealand Outback" stürzen. Mal schauen wie oft wir während der Fahrten anhalten müssen. Mal zum Fotographieren der atemberaubenden Landschaft, mal zum Durchatmen zur Erleichterung des Magen-Darmtraktes. Ja mir wurde bereits 2x Mal richtig schön schlecht!! Denn die Straßen durch die Berge sind sehr kurvig und teilweise mit kleinen Hügeln versehen, die Bauchgribbelfeeling bereiten, wenn die Neuseeländer mit ihrer teilweise rasanten!!! (also wenn ich richtig in Eile bin, dann ist das kalter Kaffee dagegen!) Fahrweise darüber rauschen. Aber WIR fahren ja gediegen, keine Angst!

Seit dem 30.04. sind wir allein zu Haus, in "unserer" WG. Die Freunde haben wir am Flughafen abgeliefert, da sie für 2 Wochen nach Vietnam zum Klettern aufgebrochen sind. Auf diese Weise sind wir also unvermittelt zu Haus-, Van-, Auto- und Katzenbesitzern geworden! So krass!

Und damit ihr ihr auch alles verfolgen könnt, gibts neue Fotos im Album:

Von Christchurch