Samstag, 25. Juni 2011

1. steht für: großes Erdbeben, Kiwi, Begegnung mit dem Porters Skiegebiet und Languste in Kaikoura

Schon lang nix mehr gehört, wah? Dann ist hier mal was zum Schmökern ;-)

Montag, den 13.6., gab es in Christchurch wieder 2 schwere Erdbeben. Eines mit der Stärke 5,5, und eines mit 6,3. Kurz vor dem 1. Erdbeben wollte ich die Kathederal ansehen, da die Straße nach dem schweren Februarerdbeben seit ein paar Tagen wieder geöffnet war. Ich stand also gerade auf der Straße, als es passierte, und der Erdboden auf einmal Wellen schlug und die Bäume wackelten. Mmh... nix wars mit der Kathederal. Auf der Stelle wurde kehrt gemacht und in der Wg nach dem rechten gesehen. Alle waren unverletzt, nur der Kaffee, der ist umgefallen, und hat die Wand, den Fußboden und unsere Laptops verschönert. Das ganze Haus schwingt unheimlich mit und Nina und die anderen haben sich zwischen 2 Wänden gerettet. Da Jeremy, unser Restaurant Manager, in der Bar nach dem rechten sehen wollte, machte ich mich mit ihm auf dem Weg um ihm beim aufräumen zu helfen. Es war nicht viel kaputt gegangen, so machten wir uns erst einmal einen Kaffee und räumten in Ruhe die zerbrochenen Flaschen und ausgelaufenen Dinge in den Kühlschränken auf. Als wir dann ca 1 1/2 h später vor dem Thresen standen und ich meine heiße Schokolade als Belohnung in der Hand hatte, ereignete sich das 2. stärkere Erdbeben, was die selbe Stärke, wie das schlimme Erdbeben vom Februar hatte. Es war allerdings etwas tiefer in der Erde, weshalb es zum Glück nicht mit der selben Wucht zuschlug. Mir hat es aber gelangt. Ich glaube ich habe die ganze Zeit nicht geatmet, was auch erklärt, warum ich danach so nach Luft schnappen musste und gezittert habe. Viele Flaschen fielen aus den Regalen, die Stühle kamen von den Tischen, die Pflanzen sind umgefallen. Ich habe versucht aus dem Gebäude zu gehen, aber es war zwecklos. Man macht einen Schritt vor, um gleich darauf wieder einen zurück zu machen. Ich war eigentlich nur damit beschäftigt mir die Schokolade nicht drüber zu kippen (was auch gelang, weil es eine zum mitnehmen war, mit Deckel ;-))und mich vor den Flaschen und Stühlen zu retten. Als es vorbei war sind wir schnellstmöglich aus dem Gebäude raus, auf die Straße. Man konnte dann beobachten wie alle Menschen aus den Häusern geströmt sind und vor den Gebäuden standen, da sie angst hatten vor weiteren Aftershoks, die womöglich die Häuser einstürzen lassen. Die Wasserleitungen unter der Straße sind gebrochen, haben manche Straße unter Wasser, andere unter Schlamm und Sand gesetzt. Mancher Riss in der Straße war gar so groß, dass Autos darin zur Hälfte versunken sind. Viele Häuser wurden weiter beschädigt. Als ich ein paar Tage später am Fluss joggen war, tat sich vor mir eine total wellige, löchrige, teilweise in den Fluss gefallene Straße auf. Krass! Zum Glück war die Innenstadt mit den meisten Vorbeschädigten, hohen Gebäuden schon seit Februar abgesperrt. So kamen nicht so viele Menschen zu schaden..- 40 Menschen wurden verletzt und 1 ist gestorben.. In manchen Stadtteilen war der Strom und das Wasser weg. Jetzt habe ich auch eingesehen, warum überall in der Stadt auf den Gehwegen Dixi-Klos stehen. Die muss man nämlich benutzen, wenn das eigene kein Wasser mehr hat! =(. Und Abends, wenn man durch teilweise dunkle Stadtteile läuft, weil die Straßenlampen nicht mehr gehen, spaziert man am besten mitten auf der Straße, da man da sicher sein kann, dass man nicht von einer gemeinen Spalte verschlungen wird!

Zur Zeit warte ich auf Schnee, sodass ich in dem Café im Skigebiet anfangen kann mit arbeiten. Nachdem ich mich kurzfristig bewarb, obwohl die Anmeldefrist schon vorbei war, habe ich dank meines Studiumskollegen Robin, der letztes Jahr dort gearbeitet hatte, doch noch ein Interview ergattern können und für einen Ausfall einspringen können. So hatte ich Montags die Bewerbung abgeschickt, Dienstags das Interview und am Wochenende das Mitarbeiter Training (Kundenservice, Lawinenrettung, Sicherheit, Barista Training) auf dem Berg. Meine Teamkollegen sind durchweg nette Menschen, viele Schweden (7), 4 Engländer, 3 Deutsche, 2 Amis, und der Rest Kiwis. Wir schliefen auf dem Berg und hatten Abends eine schöne Feier. Der Leiter ist ein Deutscher aus Füssen, der nach seinem Studium zum Brauereimesiter eigentlich eine Brauerei in NZ eröffnen wollte.
Zur zeit sieht es eher schlecht aus. Es sollte am 24.6. die Skisaison eröffnet werden, aber es ist so ungewöhnlich warm dieses Jahr, dass es keinerlei Schnee gibt. Wens interessiert der kann ja auf die Webseite schauen: http://www.skiporters.co.nz/
Wenn alles gut geht kann ich bis Oktober dort arbeiten. Wenn Not an Man ist, darf ich auch in der Ski- und Snowboardschule als Teilzeitarbeiter aushelfen. Während der Zeit werde ich in Springfield, am Fuße des Skigebietes, in einem Staff-house (Arbeiterhaus) wohnen. Wir zahlen 70 Dollar in der Woche plus Strom - das wäre dann meine erste Miete, die ich hier in NZ bezahlen muss. An meine freien Tagen und in meiner Mittagspause kann ich kostenlos das Skigebiet unsicher machen, und ich muss in allen Skigebieten in Neuseeland nur den halben Preis bezahlen.

Und während ich warte, arbeite ich immer wieder in der Bar von unserem Freund Jeremy und das als Bartender (barkeeper) und Waitress (Kellnerin) im Restaurant abwechselnd. Toll.. man lernt viele neue Dinge, die ich ja von daheim her noch nicht kannte. Daneben habe ich Barista-Training in einem Café vom Skiegebiet organiesiert bekommen, d.h. ich lerne von der Pieke auf wie man Kaffee, Latte, Cappuccino und Co. an der Espressomachine herstellt. Echt super.. aber voll schwer, die richtige Technik anzuwenden. Hoffentlich werde ich bald besser und kann erste klasse Kaffee zaubern.

Nina arbeitet seit 2 Wochen in einer Muschelfabrik am Fließband. Sie hasst es! 8 h Muscheln öffnen, aber es ist Geld. Sie will noch 2 Wochen durchziehen und dann an die Westküste losfahren. Da sich unsere Wege dann trennen, ist hier der Link ihrer Webseite für Interessierte: http://www.newzealandwithnina.blogspot.com/

Letztes Wochenende habe ich einen 2 Tagestripp nach Kaikoura unternommen. Die Stadt ist bekannt für Wal-, Delphin- und Pelzrobbenbeobachtungen. Da hier grad Winter ist, gab es nur die Robben zu sehen. Aber der Trip war echt toll. Ich hab zum 1x Languste gegessen. Aber nur einen Langustenbürger, da eine Ganze ab 80 Dollar aufwärts gekostet hätte. Ein Bekannter in Christchurch hat mir dann ein Dinnerangebot gemacht, da ich ganz traurig erzählt habe, dass die Dinger so gut, aber soooooo teuer sind. Sein Stiefvater ist Taucher und daher liegen die Langusten wie Würstchen in der Tiefkühltruhe.

Uuuuund ich habe meinen ersten echten KIWI-Vogel gesehen! Jippiii! Im Willobank Wildlifepark. Sehen knuddelig aus, machen seltsame Geräusche und man kann sie nur im stockdunklen Gehege besuchen.

Aus Kaikoura und alles was noch passierte

1 Kommentar:

  1. Wehe Du wirst von nem Strassenspalt verschluckt...wir brauchen schließlich ne Welcome Back Party.
    Alles klasse, she goes and goes and goes...

    Wer kann von sich behaupten, bereits in Springfield gewohnt zu haben!

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