viel zu lange habe ich nun schon nichts mehr von mir hören lassen. Sorry! Es geht mir sehr gut und jetzt hab ich einen kurzen Augenblick gefunden, um euch daheim wieder etwas an meinem Leben hier, am schönsten Ende der Welt, teilhaben zu lassen. ;-)
| Aus Wintererlebnisse |
Seit Anfang Oktober ist die Arbeit in meinem Skigebiet nun schon beendet. Das heißt dann wohl ich habe 2 Wochen 'Urlaub' im Urlaub oder so. Hihiii... Ich habe eine sehr schöne Zeit in den Bergen der Süd Alpen und in unserem Dörfchen Springfield verbracht, viele interessante Menschen kennengelernt, die in ihren Lebenseinstellungen nicht unterschiedlicher und doch zugleich gleich sein konnten. Alle schwammen irgendwie auf einem Level, was das Lebensmotto anbelangte: "Das tun, was einem gut tut, und das nötigste Tun, um die Möglichkeit zu haben ein gutes Leben zu führen, während man die Welt anschaut".
Da waren Bex und Mike, 2 meiner Mitbewohner aus England, die Sport studiert haben, und die nun seit Mai nach Neuseeland ausgewandert sind. Beide sind vorher viel gereist und ihre Familen leben über den Globus vertstreut. Mike ist Outdoor Instruktor und Surfer... da er mit Sack und Pack nach NZ gekommen ist, konnte man von ihm alles mögliche ausleihen, vom Volleyball, über Longboard, Fahrrad, Kletterausrüstung. Wenn der Sommer jetzt näher rückt, habe ich in ihm meinen perfekten Surflehrer gefunden, da neben Kajaks auch Surfboards zu seinem Inventar gehören. Ich freue mich schon ganz sehr darauf!
Saskia aus Deutschland hat Ernährungswissenschaften studiert, und befindet sich der Zeit in der Phase, in der sie überlegt, ob sie vielleicht Deutschland den Rücken zukehren und sich ein neues Leben hier aufbauen soll.
Einige andere Skigebietsmitarbeiter reisen dem Schnee hinerher. Viele von ihnen haben jetzt schon bis zu 6 Jahren keinen richtigen Sommer mehr erlebt, da sie immer in der Halbkugel der Erde unterwegs sind, in der gerade Winter herrscht. So beginnt die nächste Schneesaison schon für viele im November wieder, dann aber in Japan, Skandinavien, Frankreich, Schweiz, Kanada und USA. Andere reisen weiter, durch Neuseeland, so wie ich, und wieder andere setzten ihre Reise durch die ganze Welt fort. Neuseeland, war nur ein kurzer Zwischenstopp...
Wir haben durch unsere Trinkgelder im Café den einen oder anderen schönen Abend in gemütlicher Runde verbringen können. Wie ihr den Bildern entnehmen könnt, waren auch einige lustige Abende in Springfield dabei. Unter anderem der Abend, an dem es Spanferkel (oder so ähnlich) ;-) gab, oder der an dem Sushi zubereitet wurde, oder die bei denen in geselliger Runde, der Rugby Worlcup auf der Viedeolinwand im Pub angeschaut wurden. Im Nachbarskigebiet gab es das alljährlichen BigAIR-Event zu sehen. Viele junge Menschen in Partylaune, Musik, gute Sprünge von der Schanze und Motorcross-Akrobatik konnte bewundert werden. Wenn einem langweilig war, wurde schon einmal Weihnachten vorgezogen und alle Freunde haben typische Speißen aus deren Land zubereitet und wir hatten ein prächtiges Weihnachtsfmal mitten im September. Saskia und ich machten Stollen! Mein erster selbstgemachter Stollen, und das in Neuseeland. Und er hat sogar geschmeckt! Und wenn wir schon einmal bei Novums angelangt sind. Ja, ich habe hier auch das erste mal in meinem Leben ein Dirndl getragen. Porters hat sein alljährliches Oktoberfest ausgerichtet und alle Cafémitarbeiter mussten dieses Dirndl tragen (leider waren die schönen und traditionellen Kleider in einem Leihhaus in Chirstchurch, das beim Erdbeben im Februar zertsört wurde). Es wurde Sauerkraut, Bier, Brezel und Kartoffelsalat mit Wurst verkauft. Schon lustig...
Zum Abschied hat Porters ein Abendsessen für alle bei einem Italiner oragnisiert. Da gab es Freibier und Wein und zu Essen was das Herz begehrte. Nachdem, war allerdings auch Abschiednehmen von vielen neugewonnen Freunden angesagt, was schon komisch war, da es bei dem ein oder anderem nicht sehr leicht viel. Schließlich hat man 3 Monate auf engsten Raum immer irgendwie miteinander zu tun gehabt und viele Erlebnisse gemeinsam gesammelt.
Neben dem anstrengenden Alltag im Café (es war schon gut zu wissen, dass man den Job nicht sein ganzes Leben machen muss!) kam das Skifahren und Boarden natürlich nicht zu kurz. Ich konnte neben den größeren Commercial Skifields wie Porters und Mt. Hutt, die für eine breite palette von Skifahern (Anfänger + Fortgeschrittene) durch Doppelschlepplifte (T-Bars) und Sesselllifte (aber bei weitem nicht so modern und vorallem bequem, wie in Europa)geeignet sind, auch die kleineren sogenannten Club-Fields erkunden, in denen meiner Meinung nach nur geübte Skifahrer und sehr geübte Boarder Spaß haben können. Warum? Zum einen sind die meisten Skigebiete mit einer wirklich langen Anreise bergauf verbunden, die nicht jeder gerne macht, wenn er nichts vom Skifahren hält, und zum anderen haben die Clubfields allesamt keine planierten Pisten. Die Felder liegen auf den Spitzen der Berge und stellen somit ein Paradies für Backcountrie Skier und Boarder dar. Nichteinmal die Lift'spur' ist geebnet. Wer sich also in Deutschland über eine hügelige, eisige Liftspur beschwert, der sollte nicht die neuseeländischen Felder näher unter die Lupe nehmen. Apropos Lift. Ich hab ja nun schon viele Lifte gesehen und die Teller-Lifte am Keilberg (Erzgebirge) in den Tschechen, waren bisher meine Favouriten in Sachen: abenteuerlichster Lifte. Bis jetzt! Hier braucht man für die Nutzung der sogenannten Nutcracker (Nussknacker) Lifte oder auch Ropetows (schneellaufende Stahlseile, die über Eisenräder gehen) genannt: Mut, Kraft in den Händen, alte Handschuhe und vorallem die richtige Technik, um den Berg bezwingen zu können. Ropetows sind Lifte, die sehr schnell auf- und abzubauen sind, und die kaum Geld (nur Geld für Benzin zur Betreibung)in den weniger frequentierten, steilen Gebieten der Berge brauchen, und die sehr schnell und auch in windigen Bedingungen die Auffahrt ermöglichen. Der Skifahrer braucht einen Klettergurt, einen sogenannten Nutcracker (metallische Klappe-sieht aus wie ein Nusskancker)und einen Handschuhprotecktor aus Leder, da ansonsten diesmal nicht der Kea den Handschuh frisst, sondern der Lift. Man hält sich erst am Seil fest, vesucht dann den Nutcracker am Seil festzumachen und wenn man das geschafft hat, braucht man nur noch Geduld, starke Hände und gute Nerven. Denn wenn man an den Rädern vorbeisaust, auf denen das Stahlseil läuft, sollte man immer seine Finger im Auge haben. Sonst hatt man am Ende schon mal 4 statt 5 von denen. Ist man Snowboarder, dann hat man noch mehr Spaß, weil man manchmal (kommt immer auf den Stance: linkes oder rechtes Bein vorne an) die Räder im Rücken hat.
Fazit: total unterschiedlich zu europäischen Liften (würde nie durch den TÜF kommen), wenn man aber wie vor 60 Jahren die Berge unsicher machen will, allemal ein unvergessliches Erlebnis! ;-)
Ich war aber nicht nur im Schnee unterwegs. Manchmal brauchte man auch zur Abwechlsung mal ein paar warme Stunden. Und wo kann man das nicht besser nutzen, als hier, in Neuseeland. Ein Trip führte mich wieder auf die Banks Peninsula, auf der der Frühlung mitten im Winter bereits eingezogen war. Aber seht selbst. Ich habe nur ein paar Bilder hochgeladen... Alle würden den Rahmen sprengen...
Es gab auch einen Moment, an dem ich gerne wieder zuhause gewesen wäre, und den ich warscheinlich auch so schnell nicht vergessen werde, da es die blödeste Situation war, die ich je erlebt habe. Das war an dem Tag, an dem die Frau von der Wwoofing-Familie von der WestKüste (the She-Devil-Lady..könnt ihr euch erinnern??) auf den Berg ins Café gekommen ist, und einen rießen Aufstand um die $20 gemacht hat. Sie hatte die Biene in Springfield neben unserem GreenHouse stehen sehen, als sie nach Christchurch gefahren ist. Da jeder jeden kennt in Springfield, war es nicht schwer für sie heraus zu bekommen, dass wir (sie dachte, dass Nina auch in Porters arbeitet) im Skigebiet sind. Sie ist also die 1h! ins Skigebiet hochgefahren, ist dort ins Büro und wollte den Manager sprechen. War aber bereits so aufgebracht, dass meine Freunde, die dort arbeiteten sie bereits nach paar Minuten für verrückt hielten. Sie haben sie dann aber doch zu mir gebracht. Und ihr könnt euch nicht vorstellen, wie mir zu mute war, als ich den 'Drachen' gesehen habe. Ohne mich zu Wort kommen zu lassen, hat sie angefangen, auf mich einzuschreien, dass ich ihr noch $20 schulde, und wenn ich ihr das Geld nicht sofort gebe, würde sie die Polizei einschalten, was mir und meinem Visum wohl großen Ärger einbringen würde. Eine Freundin, der ich im Vorfeld von meinen Erlebnissen in dieser Wwoofing-Familie erzählt hatte, hat ihr dann das Geld wortlos aus der Kasse im Café gegeben, da wir alle auf Arbeit kein Geld dabei haben, und ich wie versteinert war. Als sie dann weg war, sind alle zu mirgekommen und wollten die ganze Storry an der Westküste wissen... was alle zum lachen brachte, und sie als verrückt und nicht-neuseeländischen Einwohner bezeichnen ließen. Selbst der Manager, ist zu mir gekommen und hat versucht mich zu trösten. So eine absurde Aktion. Sie fährt 1 1/2h Berge hoch und runter und verbrät dadurch mindestens $20 Benzin, um das Geld zu bekommen, was 1. wir (schon gar nicht ich, wenn dann Nina) ihr überhaupt nicht schuldig sind, da der Traktorfahrer nichts von uns haben wollte und 2. hatte sie die ganze Zeit meine E-Mail Addresse, wo sie mir hätte schreiben können, dass sie unbedingt das Geld noch haben möchte, was sie nie getan hat.
Mittlerweile ist auch hier der Frühling eingezogen. Und eine neue Phase beginnt. Ich werde nun mehr reisen und das Land und die Leute weiter entdecken. Es fällt schwer von Christchruch und den liebgewonnenen Freunden vorerst ebenfalls Abschied zu nehmen. Aber ich weis, dass ich zu Weihnachten wieder komme und die Feiertage zusammen mit ihnen verbringen werde. Das ist ein gutes Gefühl...
Bis bald... der nächste Eintrag lässt nicht so lang auf sich warten! ;-)
Eure Elle
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