Halli Hallo,
es ist schon wieder über einen Monat her, wo ich den letzten Eintrag hier gemacht habe. Wow.. die Zeit vergeht so rasend schnell....
Da mein Nordinseltrip von Neuseeland noch einige Aufbereitungszeit benötigt (vorallem die unzähligen Bilder müssen in eine Order gebracht werden) will ich euch heute von meinem Ausflug nach Australien erzählen.
Wie viele vielleicht wissen, ist im April mein Visa ausgelaufen und ich habe lange hin und her überlegt, wie man auf die günstigste und angenehmste Weise, weiter legal, in Neuseeland bleiben kann. In der Landwirtschaft hatte ich nicht für länger als 3 Monate gearbeitet und ein Patnership Visa wollte ich auch nicht beantragen. Die Möglichkeit direkt eine Verlängerung zu bekommen, wobei man einen Gesundheitstest machen lassen hätte müssen, bei dem man unter anderen auch geröntgt wird, gefiel mir nicht, so mal ich insgesamt auch an die 450 Dollar hätte bezahlen müssen. Also entschied ich mich kurzzeitig das Land zu verlassen, um dann ganz regulär wieder auf einem neuen Visa einreisen zu können.
So buchte ich ganz kurzfristig für den 4.4. einen Flug nach Sydney, ein Hostel dort für die ersten beiden Tage und einen Rückflug 2 Wochen später von Brisbane aus.
Als ich um 8.00 Uhr in Sydney ankam, war es schon richtig warm und das kostenlose Shutteltaxi, das mich zu meinem Hostel brachte stand schon bereit. Da ich so zeitig angekommen bin, konnte ich nicht direkt ins Zimmer ziehen und musste noch bis Mittag warten. Gut für mich! Da ich bis zum Abend meiner Abreise in Christchurch arbeiten gegangen bin, und dementsprechend total müde war, hatte ich gleich eine Ausrede um mich auf den großen Sitzsäcken im Aufenthaltsraum des Backpackers zum dösen hinzulegen. Aber danach machte ich mich auf die Socken... ich wollte doch die tolle Stadt erkunden. Meine erster Weg führte mich vorbei an den Viktorianischen Häusern zum Botanischen Garten. Eine grüne Oase am Meer, im Herzen der Stadt. Es ist echt fantastisch dort und man hatte geniale Ausblicke auf die bekannte Opera und die Harbour Bridge. Familien, Sportler und Touristen tummelten sich vor der Skyline Sydneys. In den Pools direkt am Meer sonnten sich die Who is Who und Kakadus erfüllten die Luft mit ihrem lauten Geschnatter. Ein wunderschöner Sonnenuntergang hinter der Harbour Bridge, auf der ich die Besuchergruppen beobachten konnte, die die Brücke bestiegen, und somit eine fantastische Aussicht auf die Stadt und die Oper haben mussten (kostete aber $300), machte meinen ersten Tag in der größten Stadt Australiens perfekt. Als ich dann zurück zum Hostel bin, sind in der Abenddämmerung die wilden Flughunde direkt über meinen Kopf
langgesegelt. Eine ganz andere Welt, aye, die ich bisher nur aus dem
Fernsehen kannte. Da machte mir die laute und unwirkliche Umgebung meines Hostels, was sich wie sich herausstellte direkt in der Party-Rotlichtmeile am Kings Cross befand, gar nichts mehr aus.
In den nächsten Tagen machte ich die Stadt unsicher und erkundete alle Winkel. Ich verließ meist früh gegen halb 9 das Hostel und kam Abends spät zurück. Es gab so viel zu sehen und zu erleben. Über Ostern war die Stadt mit tausenden verschieden Menschen und Künstlern gefüllt.
So wurde es mir nie langweilig. Ich lies meine Gedanken bei einem Tee im Chinesischen Garten schweifen, beobachtete wie eine Werbung mit einem Mini-Flugzeug direkt in den Himmel gesprüht wurde, bummelte durch Chinatown und aß ein leckres Taiwanesisches Gericht in mitten einer lauten, voller Asiaten gefüllten Kneipenmeile, kaufte mir eine neue Sonnenbrille in Paddy's Market, einer riesigen Einkaufsmeile, die mich total an unsere Tschechenmärkte erinnert hat. Ich probierte exotische Früchte auf den riesigen Obst und Gemüse Märkten, bummelte über zahlreiche Wochenmärkte in den verschiedenen Stadtteilen und schaute den Straßenkünstlern und den Aborigini beim Musizieren zu. Die Stadt vibrierte. Am 2 Tag lernte ich eine sympathische Ungarin kennen, die nach Australien kam um hier Arbeit zu finden, da es so schlecht daheim in Ungarn aussah. Wir trafen uns öfter zum gemeinsamen Abendessen und hatten interessante Gespräche über unsere Kulturen.
Natürlich wollte ich auch etwas tiefer ins Land schauen,weshalb ich mich auf einen geführten Trip in die Blue Mountains aufmachte. Die sind echt atemberaubend schön. Unser Tourguide, ein einheimischer Kaot, führte uns auf 3 verschiedene, bis zu 3h dauernde, Wanderungen durch die Canyon Landschaft. So viele steile Treppen und Wege, vorbei an tiefsten Regenwald und vielen Wasserfällen, bin ich auch schon lange nicht mehr gelaufen. Die Rufe der Kakadus begleiteten uns auch hier auf allen Wegen, genauso, wie die RIESIGEN Spinnen! bääähhhh..... Unser Mittagessen gab es direkt am Wasserfall und nach einem schier endlosen Abstieg in eine Schlucht erwartete uns eine Fahrt mit der steilsten Zahnradbahn der Welt wieder nach oben. Da viele Touristen die Bahn ansich als Attraktion betrachteten, mussten wir in einer Menschenmenge anstehen und warten, die so unwirklich zu dem sonst so menschenleeren Gebiet wirkte. Und alles Inder! Unfreundliche Inder! Die Bahn selbst war wirklich steil.. Man saß in der Ebene in einem wirklich unangenehmen geneigten Winkel, wo man aber wirklich drüber froh war, als man fast senkrecht wie mit einem Lift nach oben fuhr. Man fühlte sich wie im Hamsterkäfig! Auf dem Ausflug lernte ich viel über den Bush und die vielen, teilweise mutwillig ausgelösten, Bushfeuer. Wir sahen sogar noch verbrannte Gebiete.
Einen halben Tag habe ich staunend im Sydney Aquarium verbracht und mir Haie, Rochen und andere Meeresbewohner angeschaut. Nemo konnte ich in einem der größten künstlichen Riff Nachbauten mit den Anemonen knuddeln sehen. Die hatten dort ein paar riesen Krabben und Schildkröten... =O
Wunderschön war auch meine Tageswanderung an der Felsenküste entlang von Bondi nach Cogee Beach. 10km tolle Strände, Sandsteinfelsen und knackige Beachvolleyballer. Man denkt ja, dass diese, wenn man in Australien ist auch Englisch sprechen... nee, Pustekuchen. Die Fluchen auf Deutsche. Wie ernüchternd. Generell laufen hier so viele Deutsche rum. Sagt mal, gibt es überhaupt daheim noch junge Leute? Die sind doch alle hier!
Da ich auch ganz günstig an ein Ticket für den Red Bus gekommen bin, konnte ich per Doppelstock Bus, eine geführte Stadt und Beachtour mit machen und an allen Sehenswürdigkeiten ein und aussteigen so oft ich wollte.
An meinem letzten Tag in Sydney fuhr ich mit dem Wassertaxi an den tollen Manly Beach und relaxte einen ganzen Tag am Strand. So toll!
Und dann ging es auch schon für 15 Stunden mit dem Zug an der Gold Coast entlang nach Brisbane. Eine gute, jedoch nicht fantastische Aussicht, aus dem Fenster auf wilde Kangaroos und der eine oder andere Muffin, sowie ein Buch über Australien halfen mir über die lange, Hintern plattdrückende Sitzerei. Im Zug lernte ich einen weiteren Deutschen kennen, der mit mir dann spontan im selben Hostel übernachtete und mit mir die 4km durch die Stadt, mitten in der Nacht, mit dem schweren Backpack zurück legte. Das war gut. Gemeinsam erkundeten wir dann mit Leihfahrrädern die Stadt. Die haben doch da tatsächlich unter den Hauptstraßen "Fahrradautobahnen"! Aber bis auf ein Freibad mit Strand direkt am Fluss, muss ich sagen, dass Brisbane "halt" nur eine Stadt ist und jetzt nicht wirklich viel zu bieten hat. So ging es an den Abenden zum Party machen und übern Tag zum Bummeln mit 2 anderen Mädels in die Stadt.
Wirklich happy, mit einem neuem Visa in der Tasche und voll mit neuen Eindrücken flog ich schließlich zurück nach Neuseeland in "mein" Christchurch. Ich wurde toll in meiner Wg mit einem "Old Fashioned" (Makers Mark =American Whisky) und einer super leckeren Rindfleisch Nudel Suppe von meinem Mitbewohner Toan empfangen. =)
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Seitdem ich von meinem Nordinsel Trip wieder da bin, arbeite ich für eine Recruitment Agency, da mein Restaurant im Januar nach einer Reinspection, verursacht durch die Weihnachtserdbeben, geschlossen wurde, und alle über Nacht arbeitslos wurden. Die Arbeit fetzt mir aber bisher. Ich bekomme sehr viele unterschiedliche Arbeitsangebote und arbeite teilweise über 60 Stunden in der Woche. Vom Kellner und Barkeeper im Casino, auf der Pferderennbahn, beim Rugbyspiel, in Hotels und Bars, als Barista (Kaffeemacher) in verschiedenen Cafés, über Catering Assistent auf großen Charity Veranstalltungen und Hochzeiten mache ich alles. Natürlich ist auch mal ein weniger beliebter Arbeitsplatz mit dabei, wie zum Beispiel: Zimmermädchen in Hotels; wo man tausend Betten macht und Bäder putzt, Zimmerservice, wo man das Essen auf die Zimmer bringt oder Tellerwäscher in einer großen Küche. Auch auf dem Christchurcher Universitätsgelände kenne ich mich jetzt aus, da ich als Lieferbote der Uni, mit einem Lieferwagen Sandwhiches und Salate zu verschiedenen Cafés gebracht habe. Also, wenn mir jemand neben meiner Masterarbeit daheim einen Job anbieten will!! ;-)
In 7 Stunden flieg ich mit Jeremy und Toan, meinem WG Mitbewohner; nach Auckland auf David Guetta Konzert! Mein erstes Konzert und wir haben VIP Karten...
Bis bald meine Lieben!
Liebe Grüße
Elle
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