Montag, 2. Mai 2011

Die erste Woche mobil sein...

Ich wünsche euch allen noch ein frohes Osterfest!

Da hier niemand so richtig Ostern feiert, so wie wir es von daheim kennen, haben wir unseren lieben Freunden aus der Wg ein kleines Osternest versteckt. Alle Schokolade, die im Supermarkt verkauft wird, muss übrigens ohne Alkohol sein. Die Alkoholbestimmungen sind sehr streng, so müssen die Spirituosen, außer Wein, in einem Liquor-Shop gekauft werden-sehr teuer. Keine leckren Eierliköreier oder Ähnliches =(.
Ein fantastisches Dinner wurde uns zu Ostern bei Nick, unserem Bekannten aus der Kaffeerösetrei aufgestischt-Lamm mit Kartoffeln und Gemüße, dazu Wein und selbergemachte Cocktails vom Besitzer einer derzeit in Christchurch seltenen Cocktailbar (alle anderen sind zerstört), Jeremy. Unser Freund werkelte nicht nur, sondern ließ uns auch in die Welt des Mixens eintauchen. Sehr, sehr toller Abend und super liebe Menschen!
Natürlich waren wir auch bei der Wieder-Eröffnungsfeier dieser oben beschriebenen Bar dabei, und kehren seither öfter auf einen Absacker ein. Eine sehr gehobene Preisklasse und wie er sagt das "Shittieste" seiner Restaurants. MMH... ohne seine Bekanntschaft würden die Securities uns wohl nie Eintritt gewehren-so Landei-Travel mäßig wie wir daher kommen, und wir würden auch nur en kleines Bier bestellen (ein 0,33 Heinecken kostet 8 Dollar.. etwa 5€) und viele Teller waschen müssen. Aber da wir ja 2 hübsche Mädels sind ;-) gibts Cocktails frei. ;-)Ich sag euch: Er macht dort den wohl leckersten Cocktail den ich je getrunken hab: eine Ingredienz ist Butter-Scotch! so lecker... vergleichbar mit Likör 43, aber viel teurer und einfach jummy! Eine besagte Nacht bescherte uns ganz besonders hartnäckige Kopfschmerzen... wir durften tatsächlich alle Spirituosen probieren!!! Von Champagner über Hibiskusblütenschnaps (man kann die Blüte essen) bis Rauch-Scotch (nicht unser Favorite, da man noch Ewigkeiten das Gefühl der Hinterlassenschaften eines Schornsteins im Mund hat), Whisky und was weiß ich noch alles. Ein Abend für umgerechnet 60€, der jedoch aus oben besagten Gründen unsere Reisekasse nicht schmälerte!

Dank des tollen Wetters konnten wir weiter die Gegend um Christchurch unsicher machen. So haben wir auch noch den 2. Strand gesehen-Sumner Beach, der sehr viel toller als Brigthon ist. Durch das Erdbeben und die vielen Aftershocks ist er aber leider teilweise sehr stark zerstört, und die Gondula ist auch kaputt-dabei hab ich mich so sehr auf die großartige Aussicht gefreut.. Viele Häuser an der Steilküste besitzen seitdem weniger Meter an Gartenfläche. Am Taylors Mistake konnten wir aber zur Entschädigung zum ersten Mal live den zahlreichen Sürfern beim cruisen zusehen.
Auch in einem Wildlifepark haben wir uns schon herumgetrieben. Da konnt´ ich sogar Giraffen füttern und dabei die Ohrlies kraulen, Geparden beim Fressen zu sehen und rießen Löwentatzen bewundern... so toll!
Der Besuch der Hotpools-Heißwasser- u. Schwefelwasserquellen-in Hanmer Springs war i.O. Da Ostersonntag und schlechtes Wetter war, hatten sehr viele Menschen UND KINDER die Idee sich im heißen Wasser zu aalen. Die Anlage war nicht schlecht, teilweise roch es eben nach verfaulten Eiern und die Menschen saßen wie die Affen in Japan in ihren kleinen Pools.
Da viele Dinge in Christchurch kaputt und deswegen geschlossen wollen wir gern im Sommer noch einmal zurück kommen und unsere Freunde wiedersehen.

Die Bewerbungsprozedur für einen Job im Ski Gebiet Mount Hutt, der uns über den Winter bringen soll, gestalltete sich recht schwierig. Wer jetzt sagt: Hä? Die Kiwis sind doch sonst so locker, der täuscht sich. Was die da alles wissen wollten... mmh.. wahrscheinlich, weil die Jobs so begehrt sind. Nur gut, dass auch hier sofort professionelle Hilfe aus unserer WG zur Stelle war.
Haben es auch schon bei diversen Weinanbaugebieten, Wwoofing families, Farmen und vieles Anderen probiert, aber bisher noch keine Antwort erhalten. =(
Am 2.5. hatten wir unseren ersten Job-Bäume pflanzen für einen Landschaftarchitekten. Ganz Kiwi-like fing die Arbeit im Regen fast 2h später als geplant, nach einem Schwatz in dessen Wohnung, an. Nach nur etwa 5h arbeit, hatten wir unser erstes Geld in Cash verdient, und uns zugleich noch ein tolles Dinner mit diversen Bieren bei unserem Architekten ergattert. So cool der Typ-er kommt morgen bei uns zum Pokern vorbei.

Am 26.4. haben wir von unseren Freunden aus dem Studium, Ann und Jan, einen gelben Van abgekauft-unsere "Biene". Wir hoffen er ist auch für uns so ein treuer und unermütlicher Begleiter, wie er es für sie, und schon viele andere Traveler vorher war. Gestaunt haben wir, wie schnell man hier den Besitzer eines Autos wechseln kann! Man geht zur Post, zeigt seinen Pass und füllt ein kleines Formular aus, und 9 Dollar später, ist es dein Auto! Nachdem wir die beiden quer durch die Stadt an einen günstigen Highway zum Trampen geschaft haben, brauchte Nina keinen zusätzlichen Fahrunterricht im Linksverkehr, und ich kein Nachsitzen im Kartenlesen! Alles nicht so einfach, wenn viele Straßen gesperrt sind und tausende Einbahnstraßen existieren, die nicht auf der Karte stehen! Abends hatte ich dann meine erste Fahrstunde mit dem Automatik Van im Linksverkehr. Nina, der Van und mein "Fahrlehrer" Jeremy sind wohlauf. Bis auf das zufällige treffen einiger Erdbebenlöcher und der damit verbundenen klappernden Akkustik (Töpfe, Bett, Grill, Ofen, Stoßdämpfer...geben gewöhnugsbedürftige Töne von sich) ging alles glatt.
Nun können wir frei sein und uns ins Abendtuer "New Zealand Outback" stürzen. Mal schauen wie oft wir während der Fahrten anhalten müssen. Mal zum Fotographieren der atemberaubenden Landschaft, mal zum Durchatmen zur Erleichterung des Magen-Darmtraktes. Ja mir wurde bereits 2x Mal richtig schön schlecht!! Denn die Straßen durch die Berge sind sehr kurvig und teilweise mit kleinen Hügeln versehen, die Bauchgribbelfeeling bereiten, wenn die Neuseeländer mit ihrer teilweise rasanten!!! (also wenn ich richtig in Eile bin, dann ist das kalter Kaffee dagegen!) Fahrweise darüber rauschen. Aber WIR fahren ja gediegen, keine Angst!

Seit dem 30.04. sind wir allein zu Haus, in "unserer" WG. Die Freunde haben wir am Flughafen abgeliefert, da sie für 2 Wochen nach Vietnam zum Klettern aufgebrochen sind. Auf diese Weise sind wir also unvermittelt zu Haus-, Van-, Auto- und Katzenbesitzern geworden! So krass!

Und damit ihr ihr auch alles verfolgen könnt, gibts neue Fotos im Album:

Von Christchurch

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