Freitag, 27. Mai 2011

Nachtrag West Coast and the she-devil lady

Wir sind also direkt von Harihari an der Westküste weiter Richtung Norden nach Greymouth zu unserer 2. Wwoofing Familie gefahren. Da alle kleinen Ortschaften an der Westküste entweder Kohle fördern oder im Zuge des Goldrausches entstanden sind, wollten wir auch einmal ein richitges "gold digging" Dörfchen begutachten und etwas von dem Flair der vergangenen Jahr spühren. Leider ist das alles nicht so wahnsinngig interessant, wie es vielleicht klingen mag. So sind hier nicht einmal Fotos entstanden. Deshalb wollten wir uns einer anderen "Spezialität" in dem Dorf Pokekura widmen. Dort gibt es Possum zu essen. Leider konnte man an diesem Tag nur "road-killed" (überfahrenes) Possum für einen Obulus verspeißen, nicht gerade das, was wir uns vorgestellt hatten! Das Possum ist kein einheimisches neuseeländisches Tier, so wie in Australien, wo es unter Naturschutz steht. Es wurde zur Zucht für die Fellindustrie eingeführt und ist heute zur Plage mutiert. Es gefährdet als Eierfresser massiv die bedrohten Kiwi-Vögel. Wenn man einen Jagdschein besitzt und Possums fängt, bekommt man Geld vom Staat. Jeder Neuseeländer würde einen komisch beäugen, wenn man erzählen würde, dass man einem Possum mit dem Auto ausgewichen ist. Meine Meinung: Warum nicht die Viehcher fangen und in hohen Bogen nach Australien werfen, anstatt Giftköder auszulegen, und damit auch einheimische Tiere zu gefährden?

Die 2. Wwoofing Familie sollte laut Emailkontakt ganz in der Nähe von Greymouth zuhause sein. Nur leider wussten wir nicht genau wo. Sie wollten uns einen Luftballon an die Einfahrt ihrer Straße legen. Nach einigen Umherirren hatte wir diesen in der Dämmerung endlich gefunden. Nina war wahrscheinlich schon etwas müde vom langen Fahren und die Straße war zugegebener Maßen sehr eng. Jedenfalls parkten wir diese Nacht unseren Van nicht vor dem Haus unserer neuen Familie, sondern etwa 100m davor, im Straßengraben-Abhang. Die Bäume hielten zum Glück die linke Seite, sodass er nicht komplett den Abhang hinunter rutschen konnte. Das war kein perfekter Start, zumal der Mann unserer neunen Familie, die Biene nicht mehr an diesem Abend mit seinem Pik-up herausziehen konnte und wir auf einen Traktor am nächsten Tag warten mussten. Es ging aber alles gut und es waren keine äußerlichen Schäden am Van zu entdecken.
Die Familie selbst konnte nicht Unterschiedlicher zu der von Larry und Harry sein. Die Hardies, Rachel und Noel, hatten einen etwa 3 Jahre alten, verwöhnten Sohn: Thomas, der alles was ein Kinderherz begehrt, besaß (darunter auch mind. 7 Paar Gummistiefel!). Er durfte alles, und so führte er sich auch auf. In einen Kindergarten konnte er nicht integriert werden, da er noch nicht gelernt hatte sozial mit anderen Kindern zu spielen. Es gab strenge Regeln; z.B. nur 5 min Duschen, und dass nicht nach dem Zubettgehen von Thomas, nur 10min Internet und nicht soviel Milch verbrauchen, da diese teuer sei (keine heiße Schokolade am Morgen =(). Die erste Aufgabe am Morgen nach dem Busdilemma bestand darin, das Haus zu putzen und auf dem Bengel aufzupassen. Nina bekam ein altes Handtuch und eine Zahnbürste um die zahlreichen Fenster in dem Haus zu bearbeiten, was sie auch die nächsten 5h! beschäftigte. Ich widmete mich Thomas. Jedes Spiel war nicht gut genug, wenn er es nicht selber aussuchen durfte. Nach 2h etwa sollte ich mit ihm Muffins backen. Rachel legte mir ein handgeschriebenes Backbuch vor die Nase mit tausend engl. Abkürzungen. Ich hatte alle Hände voll zu tun um Thomas davon abzuhalten, alles Mögliche in die Rührschüssel zu schütten und da war es dann auch schon passiert: zu viel Milch! Der ganze Teig wurde von Rachel weggeschüttet, Thomas begann zu schreien und zu heulen, und ich durfte erneut mein Muffinglück versuchen. Jedenfalls hatte es sich nach dem Vorfall erledigt auf Thomas aufzupassen und ich durfte stattdessen die Gartenterasse von Moos mit einem Wasserbläser befreien. Am nächsten Tag wurden etwa 100 Farne im Regen aus dem Dschungel ausgraben und einen Ort weiter wieder eingebuddelt. Und das ganze in Gummistiefeln, die so groß waren, dass man hätte leicht darin umdrehen können, und die Löcher hatten, und damit wertlos als Wasserschutz waren. Der Ehemann, im Gegensatz zur Frau, erwies sich als sehr freundlich. Er zeigte uns während einer Nachtwanderung verlassene Goldminen mit Glühwürmchen und in Neuseeland Kühe gemelkt werden.
An unserem freien Tag haben wir uns die Pancake Rocks angeschaut. Die heißen nicht um sonst Pfannenkuchenfelsen! Schaut euch die Bilder an, dann wisst ihr warum. Die Blow Hohles erzeugen Geräusche, wie von urzeitlichen Drachen erschaffen. Da das Wetter wirklich günstig war (viel Wind-6,5 und Flut) konnten wir das Naturereignis wirklich genießen. Nach diesem Erlebnis haben wir beschlossen die Familie eher zu verlassen. Und auch hatten wir ein tieferes Gespräch, in dem wir beschlosesen, bis aufs Weitere erst einmal getrennte Wege zu gehen. Die Möglichkeit sich jeder Zeit wieder zu treffen und gemeinsam Neuseeland zu erleben, bleibt ja bestehen. Aber es ist auch auf der Suche nach bezahlter Arbeit hilfreich, wenn beide Mobil sind, und nicht aufeinander angewiesen. Das hieß für uns beide: zurück nach Christchurch zu unseren Freunden. Für Nina musste ein Auto besorgt werden, nachdem ich entschieden hatte die Biene komplett zu übernehmen, da sich ein Austausch untereinander zu schwierig zu gestallten erschien. Eine Erkältung die sich Nina eingefangen, konnte gleich als Vorwand genutzt werden, um die Familie der Hardies zu verlassen. Am meisten auf die Nerven ist mir gefallen, dass Rachel, wenn es etwas zu klären gab, nur mit mir gesprochen hat. Nina hat sie zeitweise gänzlich übergangen. So musste ich diverse unschöne Diskussionen alleine durchstehen, unter anderem auch diese, warum wir dem netten Traktorfahrer kein Geld in die Hand gedrückt haben, als er uns aus dem Abhang geholfen hat. Er wollte aber gar kein Geld, meinte dass wir es für unsere Reise durch Neusseland sparen sollen, und dass er sich gefreut hat, einen Kaffee und ein nettes Gespräch bekommen zu haben. Letztendlich haben wir 40 Dollar bei der Familie gelassen, da sie uns nicht seine Adresse geben wollten, aus welchem Grund auch immer.
Wir fuhren also über den Arthurs Pass zurück nach Christchurch, weil man dort am besten Autos kaufen kann, und weil dort unsere Freunde waren, bei denen wir uns sehr wohl gefühlt hatten. Inzwischen war Schnee auf den Bergen gefallen und wir nutzten den Tag für unseren 1. Trak, den Otira Valley Trak. Sehr schön im Sonnenschein und etwas Schnee. Genau das richtige für die Elle um wieder gute Laune zu bekommen.
Nun sind wir also seit letzter Woche wieder in Christchurch, und sind damit beschäftigt, uns beide lebensfähig zu machen, zu arbeiten, und Arbeit zu suchen. Ich durfte einen Tag in der Bar von unserem Freund Jeremy aushelfen, und an einem anderen Tag haben wir in der selben, eine liebe Frau kennengelernt, die uns spontan in ihr Haus einlud, um dort etwas zu putzen; für 20 Dollar die Stunde. Warum gibt es nicht öfter solche Zufälle????

Hier sind die Impressionen vom 2. Teil unserer Westküstentour...
Aus Pancake Rocks und the she-devil lady

also bis denn...

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